Montag, 22. Mai 2017


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... as every year: OECD vergibt Zeugnis für deutsche Bildung

(lifePR) (Berlin, ) In der kommenden Woche ist es wieder so weit: Die OECD präsentiert unter dem Titel "Bildung auf einen Blick" eine mehr als 600-seitige Vergleichsstudie zu den Bildungssystemen der OECD-Länder - und stellt der deutschen Bildungspolitik ein schlechtes Zeugnis aus. Schon die erste OECD-Bildungsstudie wurde im Mai 1973 unter dem Titel "Bildungswesen mangelhaft - BRD-Bildungspolitik im OECD-Länderexamen" veröffentlicht. Fast alles, was die OECD heute empfiehlt, wurde der deutschen Bildungspolitik bereits vor 40 Jahren angeraten - von der Einheitsschule bis zur Erhöhung der Zahl der Studienplätze.

Aufstiegsfortbildung untererfasst

Mit der beruflichen Bildung in Deutschland hatte die OECD schon immer ihre Probleme. Was es nur in einzelnen Ländern gibt, passt einfach nicht in ein internationales Vergleichsraster. Obwohl Absolventen einer deutschen Berufsausbildung den Vergleich mit ausländischen Schmalspurstudenten nicht zu scheuen brauchen, gilt Letzterer bei der OECD per se mehr. Zudem ist die berufliche Aufstiegsfortbildung in den OECD-Statistiken weiterhin unterbelichtet. Zwar heißt es mittlerweile, dass man die Meister und Techniker sehr wohl als Höherqualifizierte erfasse. Die von der OECD veröffentlichten Zahlen für die Aufstiegsfortbildung sind aber noch immer definitiv zu niedrig. Das ist auch der deutschen Statistik anzulasten: Diese fragt im Mikrozensus nicht gesondert nach IHK-Abschlüssen wie Bilanzbuchhalter oder Handelsfachwirt, weshalb diese bei den Meldungen an die OECD fehlen.

Zu wenig Akademiker?

Das mangelnde Verständnis für die deutsche Berufsbildung zeigt sich alljährlich in der Einschätzung, Deutschland gefährde seinen Wohlstand, weil es zu wenige Akademiker produziere. Dass die OECD-Gleichung "mehr Akademiker = mehr Wachstum" nicht ganz stimmen kann, zeigen Länder wie Spanien oder Griechenland, in denen der Akademikeranteil nach OECD-Rezept in den letzten Jahrzehnten rasch gesteigert wurde. Viele Studienabsolventen wurden dabei jedoch am Bedarf des Arbeitsmarkts vorbeiqualifiziert.

Studium lohnt nicht immer

Umso mehr ist das undifferenzierte OECD-Mantra "Mehr Akademiker" für Deutschland zweifelhaft. Schon dass Länder wie Deutschland, Österreich oder die Schweiz trotz niedriger Akademikerraten erfolgreiche Volkswirtschaften sind, widerlegt die simple OECD-Logik. Zudem ist das Studium keineswegs immer mit mehr Einkommen verbunden: Wer ein geisteswissenschaftliches Studium absolviert, verdient hierzulande oftmals weniger als ein Kaufmann mit betrieblicher Ausbildung - so das DIW in einer aktuellen Studie. Ein Sozialarbeiter verdient weniger als ein Chemielaborant - trotz Studium.

Nachfrage des Arbeitsmarkts entscheidend

Bedeutsam für den Wert eines Bildungsabschlusses ist in erster Linie die Nachfrage auf dem Arbeitsmarkt. Und hier zeigt eine Studie aus dem Bundesinstitut für Berufsbildung, dass für die Jahre bis 2030 keineswegs ein Akademikermangel droht. Vielmehr wird ein Akademikerüberhang prognostiziert, würde man dem Ruf der OECD nach einer Erhöhung der Akademikerquote folgen. Hingegen wird nach dieser Modellrechnung ab 2022 die Nachfrage nach beruflich qualifizierten Fachkräften größer sein als das Angebot. Hierauf muss die Bildungspolitik reagieren, nicht auf Abweichungen vom wenig aussagekräftigen OECD-Durchschnitt.

OECD lernt dazu

Indes ist die OECD nicht lernunfähig. In ihrer Länderstudie USA vom Juni 2012 empfiehlt sie den Vereinigten Staaten einen Blick auf die Berufsbildung in Deutschland und der Schweiz. Eine betriebliche Ausbildung mit begleitender Berufsschule und staatlich anerkannten Berufsabschlüssen biete große Vorteile: "Für viele Schüler könnte diese Praxisorientierung viel mehr bringen als Unterrichtsstoff ohne jeden Bezug zu Dingen, die sie kennen oder interessieren." Geht doch!

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