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Pressemitteilung BoxID: 417379 (Deutscher Industrie- und Handelskammertag)
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Weichenstellung: Berufsorientierung gehört ins Schulprogramm

(lifePR) (Berlin, ) Immer mehr Unternehmen setzen auf Kooperationen mit Schulen. Sie wollen so zu einer besseren Berufsorientierung von Jugendlichen beitragen. Grund: Viele Betriebe machen die Erfahrung, dass Schulabgänger nur unklare Vorstellungen von ihrer beruflichen Zukunft haben, wenn sie sich um einen Ausbildungsplatz bewerben. Die Unternehmen sind aber darauf angewiesen, dass die Bewerber ihre Berufswahl gut durchdacht haben, ihr Leistungsvermögen einschätzen können und eine Vorstellung davon haben, was sie in ihrer Ausbildung erwartet. Rund 12 Prozent der Jugendlichen wechseln in einen anderen Beruf - ein Zeichen für mangelnde Berufsorientierung. In diesem Falle können die Betriebe den Ausbildungsplatz im laufenden Ausbildungsjahr häufig nicht wieder besetzen.

Berufsorientierung trägt zur Ausbildungsreife bei

Auch für die Jugendlichen ist es wichtig, dass die Schule sie mit frühzeitiger und differenzierter Berufsorientierung bei der Berufswahl und in der Bewerbungsphase unterstützt. Sie finden so leichter den beruflichen Anschluss und sind seltener in Maßnahmen des Übergangsbereichs zwischen Schule und Ausbildung zu finden. Eine gute Berufsorientierung trägt also auch zur Ausbildungsreife bei und hilft zu vermeiden, dass Jugendliche nur deshalb nicht ohne Umwege in einen Betrieb kommen, weil sie am Ende ihrer Schulzeit noch keine klaren Vorstellungen von ihrem künftigen Beruf haben.

Durch Praktika den Berufsalltag kennenlernen

Unternehmen und IHKs stehen als Partner für die Berufsorientierung bereit. Der Anteil der Unternehmen, die Schülerinnen und Schülern Praktikumsplätze anbieten, wächst stetig: Allein seit dem Jahr 2011 stieg er von 24 auf 38 Prozent.

Kriterien für eine erfolgreiche, praxisnahe Berufsorientierung:

- Die Berufswahl sollte sich an den Fähigkeiten und Neigungen der Jugendlichen orientieren.

- Die Jugendlichen erhalten einen Überblick über das Spektrum der Ausbildungswege und -berufe und kennen die Ausbildungsmöglichkeiten in ihrer Region.

- Die Berufsorientierung in der Schule erfolgt in enger Kooperation mit Betrieben und Beratungsstellen, z. B. den Arbeitsagenturen.

- Praktika, Betriebserkundungen / Praxistage in Betrieben und Berufsinfotage sind selbstverständlich.

- Ehemalige Schülerinnen / Schüler und Eltern werden als Experten in die Berufsorientierung einbezogen.

- Für die Berufsorientierung sollte es länderübergreifend verbindliche Standards geben.

Die Kultusminister der Länder sollten eine systematische Berufsorientierung über mehrere Schuljahre als einen selbstverständlichen Bestandteil in der schulischen Allgemeinbildung etablieren. Ziel muss es sein, dass Schülerinnen / Schüler eine selbstbestimmte und zugleich realistische Berufswahl treffen können. Denn die jungen Menschen stellen damit die Weichen für ihre Arbeitsmarktchancen, ihre berufliche Anerkennung und ihre gesellschaftliche Teilhabe.