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Pressemitteilung BoxID: 389997 (Deutscher Industrie- und Handelskammertag)
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Fachkräfte gesucht - trotz schwächerer Wirtschaftslage

(lifePR) (Berlin, ) Die Konjunktur in Deutschland kommt gerade erst wieder etwas in Schwung - trotzdem haben viele Unternehmen schon einen hohen Bedarf an Fachkräften. Allerdings gelingt es häufig nicht, offene Stellen zu besetzen. Engpässe bestehen sowohl bei Hochschulabsolventen als auch bei beruflich Qualifizierten.

Nur ein kurzes Durchatmen

Fast jedes dritte Unternehmen berichtet im aktuellen DIHK-Arbeitsmarktreport von Schwierigkeiten bei der Stellenbesetzung - zwei Monate oder länger bleiben Arbeitsplätze vakant, manche lassen sich überhaupt nicht besetzen. Besonders betroffen sind technische Berufe, die IT-, Gesundheits- und Sozialdienstleister, aber auch der Gastronomiebereich. Mit Blick auf die demografische Entwicklung ist damit zu rechnen, dass sich die Lage in den kommenden Jahren weiter verschärfen wird. So wird zum Jahr 2025 das Erwerbspersonenpotenzial um rund sechs Millionen Menschen sinken. Bislang konnten eine zunehmende Erwerbstätigkeit sowie die steigende Zuwanderung den Demografieeffekt weitgehend ausgleichen.

Duale Ausbildung gefragt

Es fehlen nicht nur Ingenieure und Ärzte, sondern auch Kandidaten mit dualer Berufsausbildung, besonders im Handel und Gastgewerbe. Den Betrieben in Ostdeutschland fällt es besonders schwer, in diesem Qualifikationssegment Mitarbeiter zu finden - jedes zweite Unternehmen mit Stellenbesetzungsproblemen sucht dort vergeblich. Hier macht sich nicht zuletzt die Halbierung der Schulabgängerzahlen in den letzten zehn Jahren bemerkbar.

Ältere scheiden aus - Qualifikationsanforderungen steigen

Das Hauptmotiv für die Fachkräftesuche ist das altersbedingte Ausscheiden von Mitarbeitern - jedes zweite Unternehmen nennt diese Ursache. In der Industrie sind es sogar mehr als 60 Prozent, während z. B. die IT-Dienstleister mit 16 Prozent deutlich weniger betroffen sind, weil dort derzeit viele Jüngere tätig sind. Auch ein Trend zur Höherqualifizierung wird deutlich: Jedes dritte Unternehmen, das Fachkräfte sucht, nennt als Motiv die zunehmenden Qualifikationsanforderungen im betrieblichen Arbeitsprozess.

Wachstumspotenziale stehen auf dem Spiel

Fehlen kluge Köpfe, stehen Wachstums- und Innovationspotenziale auf dem Spiel. Dies befürchtet deutlich mehr als jedes dritte Unternehmen. Insbesondere technikorientierte Branchen wie der Maschinenbau sind betroffen. Die Auswirkungen sind nicht zu unterschätzen, gerade für Unternehmen im internationalen Wettbewerb bedeutet Stillstand oftmals Rückschritt. In einem Land, das in besonderem Maße auf den "Rohstoff Wissen" angewiesen ist, kann ein fortgesetzter Fachkräftemangel am Ende durchaus Standorte gefährden.

Fachkräftesicherung - nicht nachlassen

Die Anstrengungen von Wirtschaft und Politik zur Fachkräftesicherung tragen Früchte: Immer mehr Frauen und Ältere sind erwerbstätig. Diesen positiven Trend gilt es fortzuschreiben, z. B. durch weitere Maßnahmen, wie die Stärkung der dualen Ausbildung. Der Ausbau dualer Studiengänge kann hier einen wichtigen Beitrag leisten. Auch für ausländische Fachkräfte mit beruflicher Qualifikation sollte zudem die Zuwanderung erleichtert werden. Nicht zuletzt wäre - besonders bei Frauen - ein größeres Interesse an MINT-Berufen wichtig. Entsprechende Schulfächer und Lernangebote bereits in der Grundschule sowie Kooperationen zwischen Betrieben und Schulen können helfen, Fachkräfte für die Zukunft zu sichern.