Montag, 25. September 2017


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DW Akademie in Pakistan: Daten für die Demokratie

Bonn, (lifePR) - Millionen von Datensätzen bei den Behörden in Pakistan waren bisher für Journalisten kaum nutzbar. Die DW Akademie und die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) haben beide Seiten in einem Pilotprojekt zu Datenjournalismus zusammengebracht.

Über 200 Beamte und 130 Journalisten nahmen an dem einjährigen Projekt teil. Ziel war es, beide Seiten gleichermaßen zu schulen: Die GIZ trainierte Behördenvertreter im Umgang mit Informationsanfragen, die DW Akademie qualifizierte Journalistinnen und Journalisten im Umgang mit Daten. Für die Medienvertreter ging es um die Fragen: Wie komme ich an Daten? Wie kann ich Geschichten hinter den Zahlen erkennen? Wie lassen sich Datensätze anschaulich aufbereiten?

Seit 2013 sind die Behörden in den Provinzen Khyber Pakhtunkhwa und Punjab gesetzlich zur Weitergabe von Daten an Medien verpflichtet. Für die Öffentlichkeit relevante Daten, etwa über die Vergabe öffentlicher Aufträge oder Budgets, sollten Behörden regelmäßig offenlegen. „Aber nur selten stellen Behörden Daten schnell und in einem nutzerfreundlichen Format bereit“, so Michael Karhausen von der DW Akademie. In den meisten Medienhäusern fehlten die Kenntnisse oder Ressourcen, um Daten zu analysieren und aufzubereiten. Viele Journalisten wüssten zudem nur sehr wenig über ihr Recht auf Informationen.

70 Jahre nach der Unabhängigkeit gibt es in Pakistan eine breite Medienlandschaft, darunter 250 Tageszeitungen sowie 400 Wochen- und Monatszeitschriften. Doch die Pressefreiheit ist in vielen Teilen des Landes eingeschränkt, das Informationsministerium nimmt immer wieder starken Einfluss auf die Berichterstattung. Pakistan belegt Platz 139 von 186 im Ranking des Media Freedom Navigator der DW Akademie.

„Der Zugang zu Informationen ist der Schlüssel zu einer freien Gesellschaft. Die DW Akademie befähigt Journalisten, verfügbare Daten in der Berichterstattung so einzusetzen, dass Bürgerinnen und Bürger umfassend informiert urteilen und Entscheidungen treffen können“, so Ute Schaeffer, Leiterin Medienentwicklung der DW Akademie. Da zwischen Behörden und Journalisten in Pakistan zum Teil großes Misstrauen herrsche, sei es wichtig, beide Seiten in Dialog miteinander zu bringen.

Das einjährige Pilotprojekt wurde von der DW Akademie und der GIZ im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) durchgeführt. Die GIZ wird die Beratung von Behörden in Pakistan über die Pilotphase hinaus begleiten, die DW Akademie wird Medienmacher weiter zum Thema Datenjournalismus unterstützen und fortbilden.

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