Dienstag, 21. November 2017


  • Pressemitteilung BoxID 667963

Ägypten sperrt DW-Internetseite "Qantara.de"

Bonn, (lifePR) - Die Behörden in Ägypten haben ohne vorherige Ankündigung den Zugang zum Informationsportal der Deutschen Welle "Qantara.de" gesperrt.

Qantara.de. ist ein Online-Magazin im Zeichen des Dialogs mit der Islamischen Welt – auf Deutsch, Englisch und Arabisch. „Qantara“ ist das arabische Wort für Brücke. Die Redaktion greift politische, kulturelle und gesellschaftliche Fragen auf und arbeitet mit einem Netzwerk von Autoren zusammen. Es sind Stimmen, die stets das von Offenheit und gegenseitigem Respekt getragene Gespräch suchen. Die Beiträge sollen Gemeinsamkeiten und Unterschiede gleichermaßen spiegeln, auch strittige Themen nicht ausklammern. Eine Datenbank informiert über wichtige Projekte zum Islamdialog.

Der bekannte Menschenrechtler und Direktor des „Arabic Network for Human Rights Information“, Gamal Eid, kommentierte die Sperrung von Qantara.de: „Das Vorgehen der ägyptischen Sicherheitsbehörden gegen kritische Medien wird zunehmend hysterisch. Das Dialogportal Qantara.de veröffentlicht in erster Linie Gesellschafts- und Kulturbeiträge und macht sich zur Aufgabe, die Verständigung zwischen verschiedenen Kulturräumen zu fördern. Es leistet einen wichtigen Beitrag dazu, dass die Menschen in Ägypten kompetent und pluralistisch informiert werden".

Die DW erfuhr auf telefonische Anfrage von Osama Heikal, dem Vorsitzenden des Medienausschusses des ägyptischen Parlamentes, dass die ägyptische Regierung seit rund zwei Monaten bemüht sei, alle Internetportale in Ägypten zu registrieren und zu verifizieren. Seither seien viele Portale wegen Verstößen gegen die Vorschriften gesperrt worden. Dies könne durchaus auch Portale aus dem Ausland betreffen, die sich mit ägyptischen Angelegenheiten beschäftigen.

Dazu DW-Sprecher Christoph Jumpelt: "Wir fordern von den ägyptischen Behörden die unverzügliche Freischaltung von Qantara.de in allen drei Sprachen. Diese Maßnahme der Regierung in Kairo ist offensichtlich Teil einer fortgesetzten Kampagne gegen die Presse- und Meinungsfreiheit."

Schon 2015 war die DW ins Visier der ägyptischen Behörden geraten. Damals übte die Regierung Druck auf den Sender ONTV aus und zwang diesen, die gemeinsam mit der DW produzierte gesellschaftskritische Sendung "Women at a Turning Point" abzusetzen, die von der ägyptischen Journalistin Reem Maged moderiert wurde.

Die ägyptische Regierung setzte die Medien in dem Land massiv unter Druck. So sahen sich die Partnersender der DW in Ägypten gezwungen, nach und nach alle Kooperationen einzustellen. Der Satiriker Bassem Youssef konnte seine wöchentliche Sendung zum Schluss nur noch im arabischen Programm der Deutschen Welle ausstrahlen.

Seit Anfang 2017 betreiben von der Regierung gelenkte Medien in Ägypten eine gezielte Kampagne gegen die Deutsche Welle. In Zeitungsartikeln und TV-Sendungen wurden wiederholt absolut haltlose Vorwürfe gegen den deutschen Auslandssender erhoben und sogar einzelne seiner Mitarbeiter diffamiert.

Die ägyptische Regierung hat seit Mai 2017 inzwischen über 120 kritische Internetportale gesperrt.

Träger des Portals Qantara.de sind die Deutschen Welle, das Goethe-Institut, das Institut für Auslandsbeziehungen und die Bundeszentrale für politische Bildung. Seit 2003 wird das Dialogportal vom Auswärtigen Amt gefördert.

Diese Pressemitteilungen könnten Sie auch interessieren

FQL wird mit "Jonglieren im Business" Preisträger beim B.C.B. Business Award

, Medien & Kommunikation, FQL - Kommunikationsmanagement für Motivation, Begeisterung & Erfolg

Der Business Club Bavaria (B.C.B.) hatte im Sommer 2017 erstmals den B.C.B.-Business Award ausgeschrieben, für den sich 19 Unternehmen aus Bayern...

Jamaika: blinder Senator erhält Doktortitel

, Medien & Kommunikation, Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Deutschland / Süddeutscher Verband KdöR

Am 3. November erhielt der blinde adventistische Senator Floyd Morris einen Doktortitel im Fachbereich Philosophie von der Universität der Westindischen...

Immer noch Probleme für Kriegsdienstverweigerer in Europa

, Medien & Kommunikation, Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Deutschland / Süddeutscher Verband KdöR

In bestimmten Ländern Europas verschlechtere sich die Situation von Kriegsdienstverweige­rern stellte die im zyprischen Nikosia tagende Mitgliederversammlun­g...

Disclaimer