Zigeunersoße und Redefreiheit: Rabe, Eckhart und Reitschuster sind Sprachwahrer des Jahres

(lifePR) ( Erlangen, )
 Dirk Rabe, Betreiber einer Trainingseinrichtung in Dülmen, ist „Sprachwahrer des Jahres 2020“. Das gibt die DEUTSCHE SPRACHWELT in ihrer neuesten Ausgabe bekannt, die soeben erschienen ist. Die Leser der Sprachzeitung wählten Rabe mit relativer Mehrheit (18,2 Prozent) auf den ersten Platz. Dicht dahinter folgen die Kabarettistin Lisa Eckhart mit 17,6 Prozent, der Journalist Boris Reitschuster mit 16,3 Prozent, Prinz Charles mit 15,1 Prozent und der Virologe Hendrick Streeck mit 14,4 Prozent. Die „Sprachwahrer des Jahres“ werden hier gewürdigt: https://deutsche-sprachwelt.de/aktionen/sprachwahrer/sprachwahrer-des-jahres-2020/.

Dirk Rabe setzte ein Zeichen gegen die übertrieben politisch korrekte Sprache, indem er neuen Kunden seiner Trainingseinrichtung, die eine „Zigeunersoße“ mitbrachten, die Aufnahmegebühr erließ. Er wünsche sich normale Mitglieder, die „nicht verstehen, warum eine Mohren-Apotheke, eine Zigeuner-Sauce, ein Negerkuß oder Ähnliches umbenannt werden soll.“ Nachdem Rabe für seine Aktion kritisiert worden war, stärkten ihm Zigeuner den Rücken.

Mit ihrer Kunstfigur Lisa Eckhart entlarvt Lisa Lasselsberger in geschliffener, sarkastischer Sprache und mit hintergründigen Wortspielen gesellschaftliche Ungereimtheiten. Für Menschen, die lieber denunzieren als diskutieren, erfand sie den Ausdruck „Gutunmensch“. Weil sie für Redefreiheit eintritt, wurde sie selbst zum Opfer von Diffamierungen.

Der Journalist Boris Reitschuster war bis 2015 Leiter des Moskauer Büros von „Focus“. 2020 baute er mit eingängiger, schnörkelloser Sprache in Verbindung mit kritischer Berichterstattung seine Seite reitschuster.de zu einer Plattform auf, die monatlich Millionen Leser erreicht. Dabei bietet er auch regelmäßig Raum für Sprachkritik, etwa zur Gendersprache. Trotz Neid, Anfeindungen und Zensur gibt Reitschuster nicht auf.

Seit mehr als zwanzig Jahren wählen die Leser der DEUTSCHEN SPRACHWELT „Sprachwahrer des Jahres“, um vorbildlichen Einsatz für die deutsche Sprache zu würdigen. Die Auszeichnung erhielten bisher beispielsweise Uwe Steimle (2019), Frank Plasberg (2012), Papst Benedikt XVI. (2005) und Reiner Kunze (2002).
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