Freitag, 24. Februar 2017


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Zeitkapsel 39 im Rahmen des Jubiläumsprogramms »60 Jahre Deutsches Literaturarchiv Marbach«

Hermann Hesses Montagnola-Strategie, nachverfolgt von Raimund Fellinger und Jan Bürger

(lifePR) (Marbach, ) Peter Camenzind, Hans Giebenrath, Demian, der Steppenwolf, Piktor und der Glasperlenspieler Josef Knecht. Ohne Hermann Hesse hätte die Literatur des 20. Jahrhunderts viele ihrer Fantasiefiguren nicht, in denen wir bis heute unsere eigenwilligen Ebenbilder finden. Vielleicht hätte es ohne Hesse auch nie den Suhrkamp Verlag gegeben. Und das Deutsche Literaturarchiv?

Auch Marbach verdankt Hesse sehr viel, nicht zuletzt die Öffnung der Sammlungen in die Moderne und die Sensibilität für die Literatur der Verfolgten nach dem Zweiten Weltkrieg. Am 17. Juni folgen Jan Bürger, Leiter des Siegfried Unseld Archivs, und Raimund Fellinger, Cheflektor des Suhrkamp Verlags, in der Reihe Zeitkapsel den Spuren Hesses in den Hinterlassenschaften von Peter Suhrkamp, Siegfried Unseld, Bernhard Zeller und Erwin Ackerknecht. Es zeigt sich, dass Hesse nicht nur ein weitsichtiger Stichwortgeber und zuverlässiger Freund gewesen ist, sondern auch ein geschickter Akteur im Literaturbetrieb: die Montagnola- Strategie Kaum ein Autor des 20. Jahrhunderts hat auf der Schillerhöhe so viel bewirkt wie Hermann Hesse. 1906 gab er erstmals Manuskripte nach Marbach - Hesse war damals 29, das Schillermuseum gerade mal drei Jahre alt. Mit Bernhard Zeller, dem Gründungsdirektor des Deutschen Literaturarchivs, folgte dann in den fünfziger Jahre die Verstetigung der Zusammenarbeit, bis hin zur Überführung des Nachlasses aus dem Tessiner Montagnola nach Marbach im Jahre 1964. Zwischen Frankfurt am Main und Montagnola spielte sich derweil eine Parallelgeschichte ab: Neben Brecht war Hesse der einflussreichste Autor des jungen Suhrkamp Verlags. Sein Werk, für das er 1946 mit dem Nobelpreis ausgezeichnet wurde, bildete sozusagen das Fundament für alle späteren Erfolge.

Die Veranstaltung findet am 17. Juni um 19.30 Uhr im Humboldt-Saal (Archivgebäude) statt; der Eintritt kostet 7 / erm. 5 / für Mitglieder der DSG 3.50 Euro.

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