Montag, 16. Juli 2018


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Postbank sieht Generationenwechsel - Deutsche IT Firmen-Gründer übergeben Ihre Unternehmen

Bonn, (lifePR) - Der demografische Wandel macht auch vor dem Rückgrat der deutschen Wirtschaft nicht Halt: Die mittelständischen Unternehmen in Deutschland stehen vor einem großen Umbruch. 41 Prozent von ihnen werden innerhalb der nächsten fünf Jahre in neue Hände übergehen. Besonders akut ist das Thema mit 56 Prozent in IT-Unternehmen - vermutlich zieht sich die Gründergeneration jetzt allmählich aus dem aktiven Geschäftsleben zurück. Im Bauwesen sind rund 42 Prozent der mittelständischen Betriebe vom bevorstehenden Generationenwechsel betroffen; in der Automobil- bzw. Maschinenbranche immerhin noch 33 Prozent. Dies hat eine aktuelle Studie im Auftrag der Postbank unter Führungskräften in mittelständischen Unternehmen ergeben.

Standorte und Arbeitsplätze erhalten

"Nachfolger dringend gesucht" - lautet das Motto auch im deutschen Baugewerbe. Satte 64 Prozent der Führungskräfte sind hier der Auffassung, dass es zu wenige passende Kandidaten gibt. In der IT-Branche teilen nur 42 Prozent der befragten Manager diese Befürchtung. Einigkeit herrscht allerdings bei den Anforderungen an die Nachfolgekandidaten: Mehr als die Hälfte (55 Prozent) der mittelständischen Führungskräfte halten die Qualifikation für das zentrale Erfolgskriterium einer Übergabe. Auf Platz zwei landet die Einarbeitung des Nachfolgers (47 Prozent). Speziell in der Automobil-und Maschinenbaubranche machen sich die derzeitigen Mitglieder der Geschäftsführung auch Sorgen um die Zukunft der Mitarbeiter. Für 57 Prozent der Befragten ist der Erhalt von Arbeitsplätzen und Standorten elementar für das Gelingen einer Übergabe. Gut nachvollziehbar, da Unternehmen dieser Branchen nicht selten einer der zentralen Arbeitgeber am jeweiligen Standort sind. Deutlich weniger wichtig ist dieses Thema den Führungskräften aus der IT-Branche (34 Prozent) und aus dem Bauwesen (39 Prozent).

Anforderungen nicht unterschätzen

Auch wenn ein Nachfolger für die Geschäftsführung gefunden wurde, ist das noch kein Garant für eine erfolgreiche Abwicklung. 53 Prozent der Führungskräfte befürchten, dass die im Zuge der Übernahme auftretenden Anforderungen unterschätzt werden könnten. Besonders in der Branche Automobil/Maschinen hält man das für wahrscheinlich (60 Prozent). In der IT-Branche bezweifelt man mehr, dass der Nachfolger überhaupt die richtige Qualifikation mitbringt. 34 Prozent der Führungskräfte, also etwa jeder Dritte, halten das für wahrscheinlich. Überdurchschnittlich häufig (30 Prozent) wird hier außerdem mit Finanzierungsschwierigkeiten und unterschiedlichen Vorstellungen über den Kaufpreis des Unternehmens (26 Prozent) gerechnet. Zum Vergleich: Nur acht Prozent der Führungskräfte aus der Branche Automobil/Maschinenbau beurteilen divergierende Vorstellungen in der Unternehmensbewertung als problematisch.

Reiner Ramacher, Bereichsvorstand Geschäfts- und Firmenkunden der Postbank, erläutert: "Viele Firmengründer und speziell in der gefühlt noch jungen IT-Branche bereiten sich aktuell auf den Schritt in den Ruhestand vor. Sie haben ihre Unternehmen oft über Jahrzehnte selbst aufgebaut. Dann besteht immer die Gefahr, dass die Firmenübergabe eher mit dem Herzen als mit dem Verstand betrachtet wird. Viele Unternehmer haben zudem einen Großteil ihres Kapitals investiert. Von der Höhe des Unternehmenswerts hängt dann für sie auch die Höhe der finanziellen Altersversorgung ab".
Rechtzeitig handeln

Steht eine Unternehmensübergabe bevor, ist guter Rat wertvoll. Wer selbst plant, eine Nachfolge anzutreten, sollte sich darauf vorbereiten. Handwerks-, Industrie- und Handelskammern bieten Beratungs- und Qualifikationsangebote für Unternehmer und welche, die es werden wollen. Informationen gibt es darüber hinaus auch von Wirtschaftsprüfern, Unternehmensberatungen oder Banken. Reiner Ramacher betont: "Auch Firmeninhaber sollten rechtzeitig aktiv werden. Für die Nachfolgeplanung bis zur tatsächlichen Übergabe sollten darum mindestens drei bis fünf Jahre eingeplant werden. So ist genug Zeit vorhanden, sich kompetente Beratung zu holen und Fehler oder Probleme rechtzeitig zu erkennen und zu vermeiden."

Informationen zur Studie
Im Rahmen der Postbank Studie "Unternehmensnachfolge im Mittelstand" hat das Marktforschungsunternehmen Statista im August 2017 1.001 Führungskräfte und Entscheidungsträger aus dem deutschen Mittelstand online befragt. Die Entscheidungsträger waren in Unternehmen mit mindestens zehn Mitarbeitern und einem Jahresumsatz zwischen zwei und 500 Millionen Euro beschäftigt.

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