Deutsche Meteorologische Gesellschaft mahnt zum Erhalt des Instituts für Meteorologie und Klimatologie der Leibniz Universität Hannover

Von der Schließung unmittelbar bedrohte Einrichtung muss aus Sicht der Gesellschaft unbedingt erhalten bleiben

(lifePR) ( Berlin, )
Die offenbar geplante Schließung des Instituts für Meteorologie und Klimatologie (IMUK) der Leibniz Universität Hannover stößt auf deutliche Kritik der Deutschen Meteorologischen Gesellschaft. Prof. Clemens Simmer, Vorsitzender der Deutschen Meteorologischen Gesellschaft (DMG): „Wir haben mit Bestürzung von der geplanten Schließung erfahren und fordern dringend eine Korrektur des eingeschlagenen Weges.“

Das Institut steht in der Tradition der wichtigsten Forschungseinrichtungen im Bereich der Meteorologie und Klimatologie in Deutschland. „Mit einer Schließung würde“, so Simmer, „eine unverantwortliche Schwächung der Ausbildungs- und Forschungskapazitäten im Fachgebiet der Meteorologie in Deutschland einhergehen.“ Entsprechend äußert sich der Verbund deutscher Universitätsinstitute (University Corporation for Atmospheric Sciences (UCAS)) mit eigenständiger Meteorologie-Ausbildung (Berlin, Bonn, Frankfurt, Mainz, Hamburg, Hannover, Karlsruhe, Köln, Leipzig und München) in einem Brief an den Präsidenten der Leibniz Universität Hannover und appelliert, die Entscheidung zu überdenken. Das IMUK ist auch in vorbildlicher Weise aktiv in der schulischen Bildungsarbeit.

Aus Sicht der DMG wäre die Schließung des Instituts mit seinem Bachler-Master-Studiengang für Meteorologie ein herber Rückschlag für die sich gerade entwickelnde UCAS, an dessen Entwicklung die Kollegeninnen und Kollegen in Hannover entscheidend mitwirken. Das IMUK zählt vor allem mit seinem Forschungsschwerpunkt im Bereich der Stadtklimatologie auch international zu den führenden Einrichtungen. Simmer: „Es wäre ein großer Verlust auf dem Weg zu einem tieferen Verständnis von atmosphärischen Prozessen im urbanen Umfeld, in dem die meisten Menschen weltweit leben, würden wir die Forschungsaktivitäten auf diesem Gebiet in Hannover verlieren.“ Die DMG sieht es zudem als äußerst negatives politisches Signal an, das einzige meteorologische Universitätsinstitut in Niedersachsen zu schließen. Dies gilt ganz besonders in Zeiten der zunehmenden Folgen der globalen Erwärmung, die hierzulande auch das Leben in den Städten nachteilig beeinträchtigen wird. Auch vor dem Hintergrund des für Niedersachsen geplanten Kompetenzzentrums Klima ist die Überlegung einer Schließung des IMUK unverständlich. Eine Stärkung des IMUK wäre hier das richtige Signal.

Simmer: „Wir richten daher als DMG einen dringenden Appell an die Landesregierung Niedersachsen und an das Präsidium der Leibniz Universität Hannover, die Pläne zur Meteorologie-Ausbildung in Hannover zu überdenken.“
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