Sonntag, 24. September 2017


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Zahlreiche Einsätze für die Seenotretter auf Nord- und Ostsee

Starkwind mit sehr schweren Sturmböen halten die Besatzungen der DGzRS von der Greifswalder Oie, Freest und Großenbrode in Atem

Bremen, (lifePR) - Die Seenotretter der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) haben am Donnerstag, 3. August 2017, einen arbeitsreichen Tag erlebt: Innerhalb von nur wenigen Stunden wurden sie mehr als 20 Mal alarmiert. Mann über Bord, medizinischer Notfall, Wassereinbruch und Grundsitzer – alle denkbaren Szenarien waren dabei. Am späten Nachmittag kam Starkwind mit sehr schweren Sturmböen bis elf Beaufort hinzu und führte unter anderem zur Kenterung eines Segelbootes.

Greifswalder Oie. Etwa eine Seemeile (rund eineinhalb Kilometer) südwestlich der Greifswalder Oie war gegen 17 Uhr ein neun Meter langes Segelboot mit Frau, Mann und Kind aus Berlin an Bord festgekommen. Dabei hatte das steinige Oier Riff ein Leck in das Boot geschlagen: Wassereinbruch. Mit eigenen Mitteln gelang es der Besatzung nicht, das eindringende Wasser zu stoppen. „Als wir vor Ort waren, stand es in der Kajüte bereits 30 Zentimeter hoch“, beschreibt Vormann Jean Frenzel die Situation.

Aufgrund der geringen Wassertiefe setzten die Seenotretter das Arbeitsboot HUBERTUS des Seenotrettungskreuzers EUGEN aus. Zunächst übernahmen sie den Jungen und die Frau von dem Segelboot. Anschließend schleppten sie es frei. „Genau in diesem Moment zog eine Unwetterfront mit Hagelschauern und heftigen Orkanböen über uns hinweg“, sagt der Vormann. „Die Sichtweite betrug höchstens noch 40 Meter.“ Trotzdem gelang es den Seenotrettern, das Segelboot mit dem Arbeitsboot freizubekommen und anschließend mit dem Seenotrettungskreuzer längsseits zu nehmen. „Der Junge saß neben mir auf der Brücke und hatte Tränen in den Augen“, erzählt Frenzel. „Er war froh, dass nun auch sein Vater heil rausgekommen war.“

Die Seenotretter pumpten mit zwei mobilen Lenzpumpen das eindringende Wasser aus dem Havaristen. Es gelang ihnen, den Wassereinbruch unter Kontrolle zu bekommen – nach und nach sank der Pegel im Segelboot. In langsamer Schleppfahrt von bis zu zweieinhalb Knoten (rund fünf Stundenkilometer) brachten die Seenotretter das Boot nach Kröslin. Dort konnte der Havarist mittels eines fahrbaren Krans aus dem Wasser genommen werden. Während der Fahrt zum Hafen musste die Besatzung der EUGEN permanent Wasser aus dem Segelboot pumpen. Gegen 21.10 Uhr traf der Schleppzug im Hafen von Kröslin ein.

Freest. Die freiwilligen Seenotretter aus Freest waren in den Abendstunden für das festgekommene Fahrgastschiff „Moenchgut“ mit 37 Personen an Bord im Einsatz. Eine orkanartige Sturmböe mit bis elf Beaufort (bis zu 117 km/h) hatte es aus dem Fahrwasser gedrückt. Aus eigener Kraft konnte sich die rund 33 Meter lange „Moenchgut“ nicht mehr aus seiner misslichen Lage befreien. Mit seiner geballten Kraft von 320 PS schleppte das Seenotrettungsboot HEINZ ORTH das Fahrgastschiff frei und zurück ins tiefere Fahrwasser. Von dort setzte es seine Fahrt nach Peenemünde auf der Insel Usedom alleine fort. Eine Gefährdung für Passagiere, Besatzung und Schiff bestand nicht.

Großenbrode. Der plötzlich stark auffrischende Wind mit schweren Sturmböen bis zehn Beaufort (bis zu 102 km/h) wurde einem segelnden Ehepaar in der Ostsee beinahe zum Verhängnis: Sie kenterten gegen 16.15 Uhr mit ihrem etwa sechs Meter langen Segelboot „Rosa“ südlich der Einfahrt zum Großenbroder Binnensee und stürzten über Bord. Die Besatzung eines vorbeifahrenden Segelbootes reagierte geistesgegenwärtig: Es gelang ihnen, die beiden zu retten, bevor die Seenotretter eingreifen mussten. Die beiden Segler standen unter leichtem Schock, waren aber beide unverletzt. Die Seenotretter schleppten mit dem Tochterboot VEGESACK des Seenotrettungskreuzers BREMEN das Segelboot in den Hafen von Großenbrode.

Ueckermünde. Die Seenotretter der Freiwilligen-Station Ueckermünde waren gerade von einem Einsatz für ein Segelboot zurückgekehrt, als die SEENOTLEITUNG BREMEN der DGzRS sie gegen 17.30 Uhr erneut alarmierte: Auf dem Segelboot „Vadis“ befand sich eine an Diabetes erkrankte 18-jährige Frau, die dringend medizinische Hilfe benötigte.

Das Problem: Die übrigen drei Besatzungsmitglieder der „Vadis“ waren mit der Notsituation völlig überfordert – sie konnten weder ihre genaue Position nennen, noch ihr Boot beschreiben. Einziger Hinweis für die Seenotretter: Die vier Segler und der Bordhund waren im Stettiner Haff von Ueckermünde nach Mönkebude unterwegs.

Sofort schickte Vormann Manfred Fastnacht zwei Kollegen mit dem 40 Knoten (rund 75 km/h) schnellen Seenotrettungsboot DORA los, um das Segelboot zu suchen. Kurze Zeit später legte auch das Seenotrettungsboot GERHARD TEN DOORNKAAT mit drei Seenotrettern, einem Notarzt und einem Rettungsassistenten an Bord ab.

Schließlich entdeckte die Besatzung der DORA das Boot nach etwa einer halbstündigen Suche eine Seemeile (rund zwei Kilometer) nordöstlich von Mönkebude. Bei ruhiger See und schwachem Wind aus Südwest stiegen der Notarzt und der Rettungsassistent auf die etwa acht Meter lange „Vadis“ über. Dort stabilisierten sie zunächst die 18-jährige Patientin. Aufgrund ihres verbesserten Gesundheitszustandes und der Nähe zu Mönkebude blieb sie auf dem Segelboot. Sicherheitshalber begleiteten die Seenotretter die „Vadis“ bis in den Hafen. An Land fuhr ein Rettungswagen die Frau in ein nahe gelegenes Krankenhaus.

Helgoland. Ebenfalls zu einem medizinischen Notfall wurden die Seenotretter auf Helgoland gegen 16.15 Uhr gerufen: Auf dem Fischereischutzboot „Seefalke“ der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) war ein Besatzungsmitglied kollabiert. Er benötigte dringend ärztliche Hilfe. Zu diesem Zeitpunkt befand sich das fast 73 Meter lange Schiff etwa eineinhalb Seemeilen (rund drei Kilometer) östlich der Nordseeinsel.

Zunächst brachte das Tochterboot VERENA des Seenotrettungskreuzers HERMANN MARWEDE die beiden als Rettungsassistenten ausgebildeten Seenotretter zum Fischereischutzboot, das dem 34 Knoten (rund 63 km/h) schnellen Tochterboot entgegenlief. Anschließend setzte die Besatzung der VERENA auch noch einen Notarzt auf die „Seefalke“ über. Gemeinsam versorgten sie den schwer erkrankten Patienten medizinisch. Aufgrund seines lebensbedrohlichen Gesundheitszustandes flog ein SAR-Hubschrauber der Deutschen Marine den Mann unverzüglich nach Itzehoe ins Krankenhaus.

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