Donnerstag, 19. Oktober 2017


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Endoprothesenregister: Entscheidender Fortschritt in der Qualitätssicherung bei Gelenkersatz

Berlin, (lifePR) - Die Implantation künstlicher Gelenke ist eines der erfolgreichsten Operationsverfahren, das den Menschen ihre Selbständigkeit erhält. Dennoch wird immer wieder von Problemen berichtet, die den Gelenkersatz in Zweifel ziehen und die Patienten verunsichern. So auch jetzt, wo es um die sogenannten "Schalenprothesen" des Hüftgelenkes geht, denen eine erhöhte Rate von Fehlschlägen vorgeworfen wird. Diese aktuell diskutierten Vorfälle zeigen, dass die Qualität des Operationsverfahrens genauestens beobachtet werden sollte: Ein Frühwarnsystem muss her, wie es in anderen Ländern schon existiert und in Deutschland von der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie (DGOOC) seit langem gefordert wird. Die Fachgesellschaft engagiert sich sehr dafür, Komplikationen beim künstlichen Gelenkersatz so frühzeitig wie möglich zu erkennen.

Einen entscheidenden Fortschritt in der Qualitätssicherung stellt das neu gegründete Endoprothesenregister Deutschland (EPRD) der DGOOC dar. Gemeinsam mit Kostenträgern (AOK-Bundesverband, Verband der Ersatzkrankenkassen, VdEK) dem Bundesverband der Medizinproduktehersteller (BVmed) und dem BQS-Institut für Qualität und Patientensicherheit wurde am 6. April 2011 das derzeit größte europäische Endoprothesenregister auf den Weg gebracht. Dies ist beispiellos, vereint es doch alle an der Patientenversorgung beteiligten Gruppen unter einem Dach.

Ziel des EPRD ist die frühzeitige Erfassung von "Ausreißern" in der endoprothetischen Versorgung und damit die eine nachhaltige Verbesserung der Versorgungsqualität. Vor allem können so die rasch zunehmenden Wechseloperationen häufig vermieden werden. In Schweden wurde durch die Einführung eines Registers eine Halbierung der Revisionsraten erreicht, was sich nicht nur günstig für den Patienten sondern auch in den Kassen der Kostenträger auswirkt.

Die Aktivitäten des EPRD sind eng auf die Maßnahmen der gesetzlichen Qualitätssicherung abgestimmt. Durch Nutzung von Routinedaten wird eine aufwändige Doppelerfassung von Daten vermieden. Die Industrie stellt eine weltweit bisher einmalige Produktdatenbank zur Verfügung. Die eingebauten Prothesen werden durch ihre Produktbarcodes in den Krankenhäusern erfasst, pseudonymisiert im Register gespeichert und im Zeitverlauf auf ihre Haltbarkeit hin analysiert. Operationsbedingte und implantatbedingte Ursachen von Fehlschlägen werden bei der Auswertung unterschieden.

Weitere Informationen: http://www.dgooc.de/

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