Donnerstag, 25. Mai 2017


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Preis der Informationstechnischen Gesellschaft im VDE geht an Dr.- Ing. Bernhard Seeber

(lifePR) (Frankfurt, ) Einen der drei mit 3.000 Euro dotierten Preise der Informationstechnischen Gesellschaft im VDE (ITG) für hervorragende Veröffentlichungen im Bereich der Informations- und Kommunikationstechnik erhält in diesem Jahr Dr.-Ing. Bernhard Seeber vom MRC Institute of Hearing Research, Nottingham, U. K., für seine Publikation "Localization cues with bilateral cochlear implants". Die Auszeichnung wurde gestern Abend im Rahmen des VDEHauptstadtforums "Telekommunikation und Energieeffizienz" in der Berlin- Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften von Staatssekretär Horst Westerfeld, CIO und Bevollmächtigter für E-Government und Informationstechnologie der Hessischen Landesregierung, von Prof. Dr.-Ing. Ingo Wolff, Vorsitzender der Informationstechnischen Gesellschaft im VDE, sowie von Thomas Sattelberger, Vorstandsmitglied Deutsche Telekom, Personal und Arbeitsdirektor, vergeben.

In seiner Arbeit, die Dr.-Ing. Bernhard Seeber gemeinsam mit Prof. Dr.-Ing. habil. Hugo Fastl verfasst hat, untersucht der Autor das Richtungshören von Patienten, die ein Cochlea- Implantat tragen. Dies ist eine Sinnesprothese, die bei Innenohr-Schwerhörigkeit oder Gehörlosigkeit teils implantiert ist, teils ähnlich wie ein Hörgerät außen am Kopf getragen wird. In drei ausgeklügelten psychoakustischen Experimenten mit normalen und zielgerichtet manipulierten Testsignalen konnte Seeber nachweisen, dass Cochlea-Implantat-Träger für die Ortung andere Merkmale des Schallsignals auswerten als dies Normalhörende tun. Dr.- Ing. Volker Schanz, Geschäftsführer der Informationstechnischen Gesellschaft im VDE: "Mit dieser überraschenden Erkenntnis hat Bernhard Seeber den Weg gewiesen, wie diesen Patienten die Ortung und damit das Zurechtfinden im täglichen Leben leichter gemacht werden kann. Der Autor leistet einen wichtigen Beitrag für die weitere Entwicklung von Cochlea Implantaten, da die binaurale Information eine große Rolle für die Selektion von Zielschallen aus einem Hintergrund spielt." Der VDE vergibt die begehrte Auszeichnung bereits seit 1956 jährlich für herausragende wissenschaftliche Veröffentlichungen auf dem Gebiet der Informationstechnik. Ziel ist es, den wissenschaftlichen Nachwuchs besonders zu fördern.

Über den Preisträger

Dr.-Ing. Bernhard Seeber studierte von 1993-1999 an der TU München Elektrotechnik mit Schwerpunkt Informationstechnik. Ein erster Auslandsaufenthalt brachte ihn 1997 an die AT&T Bell Labs nach New Jersey. Während der Promotion bei Professor Fastl an der TU München entwickelte er eine neue Methode zur Untersuchung des Richungshörens des Menschen. Nach der Promotion wechselte er 2003 an die University of California at Berkeley, wo er zunächst eine virtuelle Hörumgebung mit Raumsimulation entwickelte, um dann den Einfluss von Raumreflexionen auf die Richtungswahrnehmung bei Schwerhörigen zu untersuchen. 2006 wurde er für das Emmy-Noether Exzellenzprogramm der DFG ausgewählt und 2007 nahm er einen Ruf an das MRC Institute of Hearing Research in Nottingham (UK) an, wo er seitdem die Arbeitsgruppe "Auditory Perception and Signal Processing" leitet. Dr. Seeber interessiert sich insbesondere für die Mechanismen zur Trennung von Schallen im normalen und gestörten Gehör, um die Grundlagen für verbesserte Algorithmen in Hörgeräten und Cochlea Implantaten zu legen. Er ist Mitglied in den Hörakustik-Fachgruppen der DEGA, ITG/VDE, EAA und ASA.

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