Montag, 25. September 2017


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8. Kongress der Deutschen Alzheimer Gesellschaft "Demenz - jeder kann etwas tun" vom 23. - 25. Oktober 2014 in Gütersloh

"Wir wollen Menschen mit Demenz in unsere Mitte nehmen"

Gütersloh, (lifePR) - Der 8. Kongress der Deutschen Alzheimer Gesellschaft (DAlzG) wurde am 23. Oktober 2014 in der Stadthalle Gütersloh eröffnet. Bärbel Schönhof, die 2. Vorsitzende der DAlzG, sagte zur Begrüßung: "Heute leben 1,5 Millionen Menschen mit einer Demenz in Deutschland, 2050 werden es voraussichtlich doppelt so viele sein. Das Kongressmotto 'Demenz - jeder kann etwas tun' ist auch der Grundgedanke der Selbsthilfe seit mehr als 25 Jahren. Menschen mit Demenz leben heute und auch in Zukunft in Familien, in Wohngruppen, in Heimen, in Stadtvierteln und auf dem Lande. Sie sind Mitglieder in Sport- und Musikvereinen oder bei der Freiwilligen Feuerwehr. Deshalb geht die Demenz nicht nur die Betroffenen und ihre Familien oder die Professionellen aus Medizin, Pflege und Therapie an, sondern alle Bürger. Alle können etwas tun."

Barbara Steffens, die Ministerin für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter des Landes Nordrhein-Westfalen, sagte in ihrem Grußwort: "Der Umgang mit Demenz ist ein Kernthema, an dem unsere Gesellschaft ihr Stärke zeigen kann, an dem unsere Gesellschaft sich messen lassen muss. Es kann nicht nur jeder etwas tun - jeder muss etwas tun, um die Normalität für Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen herzustellen. Deswegen müssen wir versuchen, die Gesellschaft so zu gestalten, dass Menschen mit Demenz so lange wie möglich selbstständig leben können. Wir müssen Demenz als normalen Bestandteil der Gesellschaft akzeptieren und dafür die notwendigen Rahmenbedingungen schaffen."

Ein normales Leben zu führen nannte auch Wilhelm Grafe, bei dem vor sechs Jahren eine Demenz diagnostiziert wurde, ein wichtiges Ziel: "Auch mit einer Demenz sollte man sich auf keinen Fall verstecken, sondern sich dazu bekennen. Je besser man das kann, desto einfacher ist es. Ich bin in einem Chor aktiv und wir stehen regelmäßig auf der Bühne. Ich wünsche mir, dass ich noch lange so leben kann."

Was die medizinische Forschung tut, erläuterte Prof. Dr. Alexander Kurz (München). Er erinnerte zunächst an die bahnbrechenden Erkenntnisse des vor 150 Jahren geborenen Psychiaters Alois Alzheimer. Die moderne Forschung konnte die Erkenntnisse Alzheimers bestätigen und weiterführen. "Vor kurzem ist in unabhängigen Studien nachgewiesen worden, dass durch die Entfernung der Amyolid-Ablagerungen aus dem Gehirn mittels Stimulierung immunkompetenter Zellen das Fortschreiten der Symptome verlangsamt wird." Es bestehe die Hoffnung, dass diese Forschungsergebnisse in einigen Jahren in neue Behandlungsformen umgesetzt werden können.

Bis es so weit ist, gilt es die haus- und fachärztliche Versorgung und die Versorgung im Krankenhaus entschieden zu verbessern. Das Recht der Patienten auf eine sorgfältige Diagnose, Behandlung und Beratung muss endlich umgesetzt werden. Wissen über Demenz darf nicht nur auf Spezialstationen vorhanden sein. Auch wenn ein Demenzkranker wegen eines Knochenbruchs ins Krankenhaus kommt, müssen Ärzte und Pflegepersonal dort für den Umgang mit Demenzkranken qualifiziert sein.

In allen Städten und Gemeinden muss es Beratungs- und Unterstützungsangebote geben, die gut erreichbar und bekannt sind. Und auch die Bürger müssen über das Thema Demenz informiert werden, um ein besseres Zusammenleben zu ermöglichen.

Heike von Lützau-Hohlbein, 1. Vorsitzende der DAlzG, fasste zusammen: "Wir wollen mit diesen Aufforderungen dazu beitragen, sich im eigenen Umfeld auf Menschen mit Demenz einzulassen und sie wirklich in unsere Mitte zu nehmen. Denn nur so können wir das tägliche Leben für Demenzkranke und ihre Familien erträglicher gestalten."

Der Kongress wird an den beiden folgenden Tagen fortgesetzt. Die Schirmherrschaft über den Kongress haben Manuela Schwesig, Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, sowie Barbara Steffens, Ministerin für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter des Landes Nordrhein-Westfalen, übernommen. Der Kongress wird finanziell unterstützt durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.

8. KONGRESS DER DEUTSCHEN ALZHEIMER GESELLSCHAFT:

"Demenz - jeder kann etwas tun", Gütersloh, 23. bis 25. Oktober 2014. Informationen im Internet: www.demenz-kongress.de (Link: http://www.demenz-kongress.de ).

Deutsche Alzheimer Gesellschaft e.V.

Heute leben in Deutschland etwa 1,5 Millionen Menschen mit Demenzerkrankungen. Ungefähr zwei Drittel davon leiden an der Alzheimer-Demenz. Ihre Zahl wird bis 2050 auf 3 Millionen steigen, sofern kein Durchbruch in der Therapie gelingt.

Die Deutsche Alzheimer Gesellschaft e.V. Selbsthilfe Demenz ist der Bundesverband von derzeit 137 regionalen Alzheimer-Gesellschaften, Angehörigengruppen und Landesverbänden. Sie nimmt zentrale Aufgaben wahr, gibt zahlreiche Broschüren heraus, organisiert Tagungen und Kongresse und unterhält das bundesweite Alzheimer-Telefon mit der Service-Nummer 01803 - 171017 (9 Cent pro Minute aus dem deutschen Festnetz) oder 030 / 259 37 95-14 (Festnetztarif).

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