Vom Freiwilligendienst in den Traumberuf!

Bilanz: Bundesfreiwilligendienst und Freiwilliges Soziales Jahr - eine Investition in die Zukunft

(lifePR) ( Stuttgart, )
Vor einem Jahr (Stichtag 1. Juli) wurde mit dem Wegfall des Zivildienstes der Bundesfreiwilligendienst (BFD) eingeführt. Inzwischen engagieren sich 760 TeilnehmerInnen am Bundesfreiwilligendienst und 1.900 TeilnehmerInnen am Freiwilligen Sozialen Jahr (FSJ) im Paritätischen Wohlfahrtsverband Baden-Württemberg. Für viele junge Menschen aber auch für über 27-Jährige sind die Freiwilligendienste zum wichtigen Sprungbrett in einen sozialen Beruf geworden. Andreas Buchberger aus Stuttgart, 31 Jahre alt, wird nach seinem BFD bei der Lebenshilfe Stuttgart, einer Werkstatt für Menschen mit geistiger Behinderung, seine Ausbildung zum Arbeitserzieher beginnen. Emrah Gül, Bundesfreiwilliger im Robert-Bosch-Krankenhaus in Stuttgart, wird ab Herbst Medizin studieren. Georgios Anastassiads macht seit März 2012 in seiner ehemaligen FSJ-Einsatzstelle im Pflegeheim Else-Heydlauf-Stiftung des Wohlfahrtswerks für Baden-Württemberg in Stuttgart eine Ausbildung zum Altenpfleger. Melina Sohl (FSJ) aus Karlsruhe will auch Altenpflegerin werden. Um dem steigenden Bedarf gerecht zu werden, müssen Freiwilligendienste weiter ausgebaut und attraktive Einsatzstellen zur Verfügung stehen.

Im Paritätischen Wohlfahrtsverband Baden-Württemberg gibt es inzwischen sieben Träger für die beiden Freiwilligendienste. Mit rund 2.700 TeilnehmerInnen des FSJ und BFD konnte der Verband seine Teilnehmerzahl gegenüber dem Vorjahr stark erhöhen und gehört damit zu den größten Anbietern im Land. "Im Zuge des demographischen Wandels und des steigenden Fachkräftemangels im sozialen Bereich wird der Stellenwert des FSJ/BFD als persönliche und berufliche Orientierungshilfe und Sprungbrett in Sozial- und Gesundheitsberufe immer wichtiger", betont Dr. Hermann Frank, Leiter Kernteam Bürgerengagement beim Paritätischen Wohlfahrtsverband Baden-Württemberg. "Auch deshalb werben wir für die Teilnahme an solchen Diensten. Nach unseren Erfahrungen verbleiben etwa 60 Prozent der jungen AbsolventInnen von Freiwilligendiensten durch eine entsprechende Ausbildungsplatz- und Studienwahl im Sozial- und Gesundheitsbereich. Diese Übertrittsquote möchten wir gerne und vor allem im Kontext des sich auch im sozialen Bereich abzeichnenden Fachkräftemangels erhalten und nach Möglichkeit erhöhen. Deshalb treten wir einer Kontingentierung des BFD auf Bundesebene entschieden entgegen und setzen uns dafür ein, dass mit einer Gleichstellung von FSJ und BFD im Rahmen der staatlichen Förderung auch das FSJ weiter ausgebaut wird", so Frank.

"Für junge Menschen unter 18 Jahren oder mit einem niedrigen Schulabschluss ist der Freiwilligendienst oft auch eine Chance, um die Zugangsvoraussetzungen für die Ausbildung zur Altenpfleger/in oder Gesundheits- und Krankenpfleger/in zu erfüllen", erklärt Corinna Mühlhausen, stellvertretende Leiterin FSJ/BFD beim Wohlfahrtswerk für Baden-Württemberg, mit über 1.000 FSJ-TeilnehmerInnen und 173 BFD-TeilnehmerInnen größter Träger innerhalb des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes Baden-Württemberg. "Für alle anderen ist es eine Möglichkeit, sich auszuprobieren, einen realistischen Einblick in die pädagogische und pflegerische Arbeit mit Menschen zu erhalten, im Team gut zusammenzuarbeiten sowie eigene private Interessen und die Anforderungen des Dienstplans in Einklang zu bringen. Drei Viertel aller Freiwilligen beim Wohlfahrtswerk bleiben nach dem Jahr dem Sozialbereich treu: 40 Prozent beginnen eine Ausbildung im pädagogischen oder pflegerischen Bereich, 25 Prozent studieren in Richtung eines pädagogischen, psychologischen, medizinischen oder sozialwissenschaftlichen Berufs. Und 10 Prozent verlängern ihren Freiwilligendienst oder besuchen eine weiterführende Schule mit dem Ziel, später in einen Sozialberuf einzusteigen.

"Das FSJ ist eine tolle Chance für Pflegeheime, um junge Menschen für einen Pflegeberuf zu interessieren und zu gewinnen", sagt Werner Feil, Leiter der Else-Heydlauf-Stiftung des Wohlfahrtswerks für Baden-Württemberg in Stuttgart. Deshalb haben alle FSJ-Teilnehmer/innen bei uns nur einen Ansprechpartner, nämlich eine Mitarbeiterin des Sozialdienstes, mit der sie über ihre Probleme und eigenen Befindlichkeiten sprechen können. Wenn sich ein/e FSJ-Teilnehmer/in dann für den Pflegeberuf entscheidet, bieten wir ein 'begleitendes Praktikum' an. Dabei achten wir darauf, dass sie bei Bewohnern eingesetzt werden, die nicht schwer pflegebedürftig sind, sondern eher einfache Hilfe beim Waschen und Anziehen benötigen. Auf diesem Wege haben wir in den letzten vier Jahren acht Teilnehmer/innen am FSJ für den Pflegeberuf gewonnen", so Feil.

Für den ASB Landesverband Baden-Württemberg e. V. sind FSJ und BFD wichtige Instrumente der Nachwuchsgewinnung. "Ein FSJ oder BFD vor der Ausbildung zu machen, ist für alle Beteiligten ein Gewinn", erläutert Tina Knödler, pädagogische Mitarbeiterin FSJ/BFD beim ASB Landesverband Baden-Württemberg e. V. "Die Teilnehmer/innen können herausfinden, ob sie die richtige Berufswahl getroffen haben und sammeln ohne schulischen Leistungsdruck erste Erfahrungen im Berufsleben. Die Einrichtungen lernen die Teilnehmer/innen gut kennen, können ihre Leistungsfähigkeit einschätzen und erleben, wie diese sich in das Team der Mitarbeiter/innen einfügen", so Knödler. Der ASB bietet Ausbildungsplätze in der stationären Altenhilfe (Altenpfleger/in, Altenpflegehelfer/in), in der Behindertenhilfe (Heilerziehungspflege-Helfer/in), im Rettungsdienst (Rettungsassistent/in) und im Bereich Büro/Verwaltung (Bürokaufmann/-frau) an.

Der Landesverband der Lebenshilfe ist erst seit dem vergangenen Jahr zugelassener Träger für die Freiwilligendienste FSJ und BFD. "Uns ist hierbei besonders wichtig, den Freiwilligen im Laufe ihres Einsatzes das Selbstverständnis der Lebenshilfe näher zu bringen und ein speziell auf die Orts- und Kreisvereinigungen der Lebenshilfe zugeschnittenes Freiwilligenkonzept anbieten zu können", erklärt Cornelia Salzbrunn, Referat Freiwilligendienste beim Landesverband Baden-Württemberg der Lebenshilfe für Menschen mit Behinderung e.V. " Aktuell begleitet der Landesverband insgesamt 40 FSJ-TeilnehmerInnen sowie 43 BFD-TeilnehmerInnen. Von den 43 BFD-TeilnehmerInnen, sind 7 TeilnehmerInnen über 27 Jahre alt. Nach dem Freiwilligendienst sind es ca. 40-50 %, die sich für einen sozialen Beruf entscheiden. Der Jahrgang 2012/2013 steht bereits in den Startlöchern und wir haben bereits zahlreiche Anmeldungen. Das zugewiesene Kontingent im Bundesfreiwilligendienst deckt sich daher leider nicht mit der nicht abreißenden Flut von Interessenten", so Salzbrunn.
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