"Der Pirat von heute ist nicht mehr der kleine Gauner."

"Es handelt sich um ein Geschäftsmodell mit einem erschreckend gut organsierten Netzwerk im Hintergrund", so Heinz Dieter Jopp, technischer Direktor des Instituts für strategische Zukunftsanalyse der Carl Friedrich von Weizsäcker Stiftung und KzS a.D.

(lifePR) ( Hamburg, )
Auf dem zweiten Meer-Gespräch des Deutschen Maritimen Kommunikationsverbandes e.V., DEMAKO, zeichnete Jopp ein für viele Teilnehmer neues Bild von Piraten. "Heute sind ganze Clans in diesem Geschäft und für jeden Teilnehmer fallen rund 8.000 US-Dollar dabei ab", so Jopp. Heinz Dieter Jopp setzt sich seit Mitte 2008 mit Piratenüberfällen auf See auseinander und ist ein profunder Kenner der Materie.

Die Diskussion über Hintergründe moderner Piraterie führten Friedrich Christian Haas, geschäftsführender Gesellschafter der SKABE Sicherheit & Konzepte, Unternehmensberatung für globales Risiko- und Krisenmanagement, Heinz Dieter Jopp, technischer Direktor des Instituts für strategische Zukunftsanalyse der Carl Friedrich von Weizsäcker Stiftung und KzS a.D., Leo Kissel, Managing Director der Trident Special Risks Versicherungsmakler GmbH und Georg Ulbrich, Deputy Head bei Germanischer Lloyd, Departement Load Line und Tonnage. Sie stellten sich den Fragen aus dem Publikum und boten mit ihren Ausführungen die Grundlage für eine engagierte Debatte im Anschluss. Der Bericht über einen erlebten Piratenangriff eines Gastes löste eine lebhafte Diskussion aus. Schnell war die Forderung eines Reeders im Raum, dass jeder Kapitän eine Waffe zum Schutz tragen solle. Im Publikum war auch Frau Dr. Mary Papaschinopoulou, Leiterin der IHK-Nord-Vertretung bei der Europäischen Union, die dazu aufrief, bei allen verständlichen und auch menschlich nachvollziehbaren Reaktionen und Vorschlägen zur Gefahrenabwehr, diese unbedingt gegen geltendes Völkerrecht und europarechtliche Bestimmungen abzugleichen.

Zu den Faktoren, die für die Sicherheit an Bord eine Rolle spielen, zählt Georg Ulbrich vom Germanischen Lloyd eine zielgerichtete und integrierte Kommunikation ebenso wie die Dokumentation und Weitergabe von Information über an Bord eingebaute Sicherheitstechnik. Sonst sei im Ernstfall eine Veränderung nicht der Zeichnung nachgepflegt, nach der sich Sicherheitseinheiten bei dem Befreiungsversuch richten. Ulbrich steht im direkten Kontakt mit den Betroffenen. Er führt die Gespräche zu Klassifizierungsfragen und weist in der Praxis darauf hin, dass zu treffende Sicherheitsmaßnahmen auch immer mit den Vorschriften abgeprüft werden müssen.

Häufig gebe es einen Konflikt zwischen Safety und Security und ein zur Abwehr angebrachter Stacheldrahtzaun versperre den Fluchtweg bei einem Angriff, berichtet Friedrich Christian Haas. Haas diskutiert mit Behörden, Unternehmen und NGOs über realisierbare Sicherheitskonzepte und berät bei akuten Fällen.

Durch den Abend führte Till Behrend, Inhaber von Behrend Kommunikation, ehemaliger Fokus-Redakteur mit dem Schwerpunkt Politik und Mitglied im Vorstand von DEMAKO. Für Prof. Dr. Carlos Jahn, Leiter des Instituts für Maritime Logistik der Technischen Universität Hamburg-Harburg sowie des Fraunhofer-Centers für Maritime Logistik und Dienstleistungen CML und Vorsitzender von DEMAKO, war es ein gelungener Abend. "Unsere rund 30 Gäste nutzten den Abend, um sich über unterschiedliche Herangehensweisen und Standpunkte zur modernen Piraterie zu informieren und mit Kollegen aus der Branche zu diskutieren", sagte er. Er freue sich schon auf die nächsten Meer-Gespräche, die am 25. September stattfinden werden.
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