Der neue Eröffnungstermin des BBI wird eingehalten - vielleicht

Das entschiedene "Jein" des Aufsichtsratsvorsitzenden Klaus Wowereit

(lifePR) ( Berlin, )
In diesen Tagen dürfen wir Klaus Wowereit wieder in seiner vermeintlichen Bestform erleben. Da ist nicht nur Luft für 90 Minuten da, sondern auch für eine mehrstündige Aufsichtsratssitzung plus anschließendem Promotion-Termin.

Nach der Aufsichtsratssitzung der Flughafengesellschaft am 22.6.12 in der Feuerwache des BBI durften wir jedenfalls beim anschließenden Pressetermin wieder einen Klaus Wowereit erleben, der der Öffentlichkeit erneut jede Menge Spielmaterial präsentierte.

Da waren dann wunderliche Dinge zu vernehmen, z. B. dass der jüngst verkündete neue BBI-Eröffnungstermin, der 17.3.13, kein politischer Termin sei, sondern das Ergebnis einer fachlichen Bewertung darstelle.

An dieser vermeintlich fachlichen Bewertung wirkte aber das zuständige Baudezernat des Landkreises Dahme-Spreewald offensichtlich nicht mit, das schon vor der Aufsichtsratssitzung der Flughafengesellschaft seine Zweifel am neuen BBI-Eröffnungstermin öffentlich gemacht hatte.

Als Klaus Wowereit die Nachbesetzung des vakanten Geschäftsbereichs "Technik /BER" mit einem vormaligen und vermeintlich durchsetzungsstarken "Fraport"-Manager verkündete, war die Welt für ihn wieder in Ordnung. Und als dann Wowereit noch die erneute Überprüfung des genannten Eröffnungstermins zusagte, um "letzte Zweifel" am Zeitplan auszuräumen, wurde alles gut. Glaubte er.

Wir fragen uns allerdings, warum diese immer wiederkehrende Springprozession, die jeweils aus den Schritten 1. Terminankündigung, 2. Terminbestätigung, 3. Terminabsage und 4. Terminneuansetzung besteht, seit Jahren - und das seit 2007 - von der Presse fast klaglos hingenommen wird.

Wir fragen uns außerdem, warum die entscheidenden BBI-Kennzahlen, die von der Flughafengesellschaft und von ihrem Aufsichtsratsvorsitzenden Klaus Wowereit in den letzten Jahren verbreitet wurden, nicht systematisch von der Presse hinterfragt worden sind.

Bedauerlicherweise wird presseseitig aus diesem Fehlplanungsskandal größtenteils eine Expertendiskussion gemacht, deren Verlauf man offenbar nicht bewerten will. Schade - das Thema hätte mehr Sorgfalt und mehr Engagement verdient.

Wenigstens ermöglicht die nun nicht mehr bestrittene BBI-Kostensteigerung von aktuell 1,17 Milliarden Euro eine Antwort auf die bestürzende Äußerung des brandenburgischen Ministerpräsidenten Matthias Platzeck, der sich am 6.6.2010 wie folgt äußerte: "Man muss jedenfalls auf keinen Fall um jeden Preis pünktlich sein - wir arbeiten ja mit öffentlichem Geld." Der Preis kann jetzt, siehe oben, benannt werden - die Verfügbarkeit der erforderlichen Mittel jedoch nicht.

Und Klaus Wowereit hatte nach der AR-Sitzung am 25.6.10 vollmundig verkündet:"Bei vergleichbaren Projekten sind jahrelange Verzögerungen und Kostenexplosionen die Regel. Davon sind wir weit entfernt." Genauso weit wie der Mann, der über die Brüstung des Balkons im 11. Stock gefallen ist, und beim Passieren des 5. Stockwerks sagt: "Bis jetzt ist noch alles gutgegangen".

Und da die Berliner CDU durch die Senatsbeteiligung offenbar ruhig gestellt ist, die linkspolitische Opposition entweder bis 2011 bei Klaus Wowereit mit am Tisch saß oder inhaltlich mit dabei war, kommt substanzielle Kritik allein von der brandenburgischen CDU:

So sagte der Finanzexperte des dortigen Landesverbandes, Ludwig Burkardt: "Der Katastrophen-Moloch Flughafen frisst die Steuermehreinnahmen, die der Haushaltskonsolidierung dienen sollten, komplett auf. Die Brandenburger dürfen dank der Unfähigkeit von Geschäftsführung und Aufsichtsrat den Gürtel noch enger schnallen" (Berliner Morgenpost vom 24.6.12). Dem ist nichts hinzuzufügen.

Wir fragen uns, wie lange sich der Bund dieses Flughafentheater noch angucken wird. In diesem Zusammenhang sei daran erinnert, dass Berlin nach wie vor der Sitz von Parlament und Regierung der Bundesrepublik Deutschland und somit Bundeshauptstadt ist.
Für die oben stehenden Pressemitteilungen, das angezeigte Event bzw. das Stellenangebot sowie für das angezeigte Bild- und Tonmaterial ist allein der jeweils angegebene Herausgeber (siehe Firmeninfo bei Klick auf Bild/Meldungstitel oder Firmeninfo rechte Spalte) verantwortlich. Dieser ist in der Regel auch Urheber der Pressetexte sowie der angehängten Bild-, Ton- und Informationsmaterialien.
Die Nutzung von hier veröffentlichten Informationen zur Eigeninformation und redaktionellen Weiterverarbeitung ist in der Regel kostenfrei. Bitte klären Sie vor einer Weiterverwendung urheberrechtliche Fragen mit dem angegebenen Herausgeber. Bei Veröffentlichung senden Sie bitte ein Belegexemplar an service@lifepr.de.