Klopstock hat es verdient!

(lifePR) ( Halberstadt, )
Der Kulturkonvent des Landes Sachsen-Anhalt hatte eine Neuordnung des Landes-Literaturpreises vorgeschlagen. Im Kabinett fand der Vorschlag des Kultusministers zur Einrichtung eines Klopstock-Preises für Gegenwartsliteratur Zustimmung. Die bisherigen drei Auszeichnungen sollen auf kommunaler Ebene weitergeführt werden. Der neue Literaturpreis soll durch einen Förderpreis für den literarischen Nachwuchs ergänzt werden. Im Gleimhaus, dem Museum der deutschen Aufklärung und Haus für Literaturgeschichte, wird der Klopstock-Preis begrüßt.

Literaturpreise gibt es viele, manchem mögen es schon zu viele sein und die Lage unübersichtlich scheinen. Die Preise haben jedoch, so Gleimhaus-Direktorin Dr. Ute Pott, einen hohen Stellenwert für die öffentliche Wahrnehmung des ausgezeichneten Autors, bedeuten Unterstützung und Anerkennung und sind oft ein wichtiger Motivationsschub für die Fortsetzung des kreativen Schreibprozesses. Auch kann die literaturgeschichtliche Tradition durch einen Preis, der nach einem früheren Autor benannt ist, immer wieder ins Bewusstsein gebracht werden.

Viele Schriftsteller der Vergangenheit sind zu Namenspatronen von Preisen geworden. Einem deutschen Dichter, Friedrich Gottlieb Klopstock (1724-1803), wurde diese Ehre bislang nicht zuteil. Klopstock wurde in Quedlinburg geboren, verließ dann zwar die Region, blieb ihr aber durch familiäre Verbindungen und Freundschaften (u.a. mit J. W. L. Gleim) stets verbunden. Literarisch betrat Klopstock wiederholt Neuland, gehörte zum Netzwerk der deutschen literarischen Aufklärung, war der erste deutsche Autor, der Kult-Status hatte und den das Lesepublikum (auch das weibliche) liebte. Klopstock zählt zu den wichtigen Dichtern des 18. Jahrhunderts. Er hat mit seinen Texten (bes. mit seinem "Messias" sowie mit seinen Oden und Liedern) Anregungen für die nachkommenden Dichtergenerationen gegeben - bis heute. Sein Leben ist auf vielfache Weise mit der Region des heutigen Bundeslandes Sachsen-Anhalt verbunden. Neben dem Geburtsort Quedlinburg ist etwa Friedeburg/Saale (Gerbstadt) oder die Landesschule Pforta zu nennen, die Klopstock von 1739 bis 1745 besuchte. Freundschaftliche Bindungen führten ihn u.a. nach Halberstadt und Magdeburg. Zwar befindet sich sein Nachlass in der Staats- und Universitätsbibliothek in Hamburg und es wurde im Hamburgmuseum ein Klopstock-Zimmer eingerichtet. Das einzige Klopstock-Museum hingegen steht am Fuße des Quedlinburger Stiftsberges. Hier in der Fachwerkstadt hat sich jüngst ein Klopstock-Verein gegründet (www.klopstock-ev.de), der u.a. den 300. Geburtstag Klopstocks mit Initiativen auch in Bezug auf die aktuelle Literatur feiern möchte. Eine Klopstock-Sammlung bewahrt außerdem die Landesschule Pforta. Das Gleimhaus ist die dritte Einrichtung im Land, in der eine umfangreiche Sammlung mit Originaldokumenten zu Klopstock überliefert ist und für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht wird. Das Gleimhaus berät außerdem Institutionen mit literarischen Sammlungen und setzt Impulse zur Koordinierung der literarischen Traditionspflege im Land Sachsen-Anhalt. Die 300. Geburtstage von Gleim (2019) und Klopstock (2024) werden hier eine besondere Rolle spielen.

Vor diesem Hintergrund, so Dr. Ute Pott, die auch Vorsitzende des Literaturbeirates des Landes Sachsen-Anhalt ist, sei ein Landesliteraturpreis, der in Zukunft "Klopstock-Preis" heißt, ein wichtiges Signal. Die Auszeichnung werde sicher dazu beitragen, nicht nur Literatur auszuzeichnen, die durch Wagemut und Experimentierfreude gekennzeichnet ist, sondern auch den Namen Klopstocks wieder bekannter zu machen.
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