Curetis und Heraeus Medical entwickeln gemeinsam neue Unyvero(TM) Kartusche

Anwendung für orthopädische Infektionen sowie Wund- und postoperative Infektionen

(lifePR) ( Holzgerlingen/Wehrheim, )
Die Curetis AG und die Heraeus Medical GmbH haben eine Vereinbarung zur gemeinsamen Entwicklung einer neuen Unyvero(TM) Kartusche bekannt gegeben. Sie soll zur Diagnose von Pathogenen und deren Antibiotikaresistenzen bei postoperativen Infektionen (implant & tissue infections (kurz ITI)) eingesetzt werden. Ein wichtiger Anwendungsbereich wird die Orthopädie sein, z. B. die Diagnose von Infektionen nach Knie- oder Hüftimplantationen.

Im Rahmen der Vereinbarung werden Heraeus Medical und Curetis die Produktentwicklung in den genannten Indikationsgebieten gemeinsam finanzieren. Die Kunden von Heraeus Medical werden Zugang zum Unyvero(TM) System erhalten, während Curetis für jeden von Heraeus vermittelten Kunden eine Provision bezahlt. Lizenzen werden nicht vergeben. Weitere finanzielle Details wurden nicht mitgeteilt.

Curetis behält die volle Kontrolle über seine Kommerzialisierungsstrategie und deren Durchführung, und zwar sowohl in der DACH-Region als auch in seinem Netzwerk von internationalen Vertriebspartnern. Die aus der Zusammenarbeit hervorgehende Unyvero(TM) Kartusche und Anwendung wird von Curetis unter eigenem Label und Branding vertrieben.

Die Zusammenarbeit eröffnet Heraeus Medical und seinen Kunden Zugang zu innovativer, einfach zu nutzender Spitzentechnologie auf dem Gebiet der in vitro Diagnostik und Molekulardiagnostik. Die neue ITI Kartusche wird nicht nur in der Allgemeinchirurgie nützlich sein, sondern auch Spezialgebiete abdecken, z. B. Biofilm-Infektionen (nach Knie- und Hüftimplantationen oder durch Katheter verursacht), Bauchchirurgie, diabetischer Fuß, Brandwunden usw.

Wund- und postoperative Infektionen werden heute zunehmend durch Bakterien verursacht, die Mehrfachresistenzen gegen Antibiotika aufweisen. In orthopädischen Indikationen gehen Infektionen häufig mit der Bildung von so genannten Biofilmen einher. Dabei handelt es sich um Lebensgemeinschaften mehrerer Mikroorganismen, die nur sehr schwer aufgeschlossen und kultiviert werden können. Derzeit dauert es u. U. 7 bis 15 Tage, bis Ergebnisse aus Biofilm-Proben vorliegen. Dieser Umstand führt häufig zu verlängerter empirischer Behandlung, Nachoperationen sowie erhöhten Erkrankungsraten und Kosten.

Für die Entwicklung der neuen Kartusche haben die Partner bereits gemeinsam Marktforschung im europäischen Orthopädie-Markt durchgeführt. Sie haben sich außerdem mit wichtigen klinischen Meinungsführern in Deutschland, der Schweiz, Frankreich, Skandinavien und Großbritannien beraten, um die Pathogene und Antibiotikaresistenzen festzulegen, die die Kartusche abdecken muss. Die Partner erwarten, dass die Assay-Entwicklung für die neue Kartusche Anfang 2013 abgeschlossen ist. Klinische Validierung und CE-Markierung werden für 2013 erwartet, so dass die Vermarktung in der EU Ende nächsten Jahres beginnen könnte. Die Kartusche wird sehr wahrscheinlich mehr als 40, möglicherweise sogar mehr als 50 Analyte abdecken.

"Es besteht ein großer Bedarf an sehr akkuraten Tests für die Diagnose von Mischinfektionen in der Implantologie bzw. in der Orthopädie. Die Diagnostik stellt für Heraeus Medical als einem der Marktführer im orthopädischen Infektionsmanagement eine Erweiterung des Kerngeschäfts dar", sagte André Kobelt, CEO von Heraeus Medical GmbH. "Wir sind daher sehr glücklich über die Zusammenarbeit mit Curetis, weil die Unyvero Plattform Kunden überlegene molekulardiagnostische Lösungen bietet, die es ihnen ermöglicht, schwer wiegende Infektionen schneller und effizienter zu bekämpfen. Damit lässt sich potenziell auch das Management von latenten orthopädischen Infektionen entscheidend verbessern."

"Die Zusammenarbeit mit Heraeus Medical gibt uns erneut die Möglichkeit, die Vorzüge unserer Unyvero-Plattform unter Beweis zu stellen - und zwar wiederum in einer wichtigen Indikation, die mit heutigen Methoden nur sehr schlecht diagnostiziert werden kann", sagte Oliver Schacht, CEO von Curetis. "Wir bieten hochentwickelte Multiplex-Panel von Analyten zur Bestimmung von Pathogenen und Antibiotikaresistenzen sowie für Anwendungen, bei denen es darauf ankommt, dass mit sehr unterschiedlichen und höchst komplexen klinischen Proben gearbeitet werden kann. Darüber hinaus ist die Handhabung der Unyvero-Plattform extrem einfach, und Ergebnisse liegen in nur knapp vier Stunden vor. Die Zusammenarbeit stimmt mit unserem Ziel überein, in allen Partnerschaften vollständige strategische und kommerzielle Freiheit zu behalten."

Über das Unyvero(TM) System

Das CE-markierte Unyvero(TM) System ist eine vielseitige Geräteplattform zur Identifizierung zahlreicher Bakterien und Antibiotikaresistenzen auf Basis einer einzigen Probe und in einem Durchgang. Es arbeitet mit einer Einmalkartusche, in der sich bereits sämtliche Reagenzien für die komplette Analyse - von der Probenaufbereitung bis zur Auswertung - befinden.

Die Plattform ermöglicht die DNA-basierte Untersuchung sämtlicher klinisch relevanter Proben in einem vollautomatischen, unbeaufsichtigten Prozess, für den nur einige wenige, schnell auszuführende manuelle Vorbereitungen erforderlich sind. Die Analyse kann daher mit minimalem Arbeitsaufwand und ohne molekularbiologische Fachkräfte und spezielle Infrastruktur ausgeführt werden.

Dadurch stehen innerhalb von ca. vier Stunden klinische Informationen zur Verfügung, so dass informierte Therapieentscheidungen so früh wie möglich getroffen werden können.

Unyvero(TM) P50, die erste Unyvero-Kartusche mit CE-Kennzeichnung, eignet sich zur Bestimmung von Erregern sowie Antibiotikaresistenzen bei Lungenentzündung und analysiert parallel 39 DNA-Sequenzen. Kartuschen für weitere Anwendungen, z. B. für die Diagnostik von Implantat- und Gewebeinfektionen, Infektionen in der Blutbahn sowie von Tuberkulose sind in Vorbereitung.

Über Heraeus

Heraeus ist ein weltweit tätiges Edelmetall- und Technologieunternehmen mit Sitz in Hanau bei Frankfurt und festen Wurzeln am Standort Deutschland. Das Unternehmen befindet sich seit über 160 Jahren in Familienbesitz. Unsere Geschäftsfelder erstrecken sich über die Bereiche Edelmetalle, Materialien und Technologien, Sensoren, Biomaterialien und Medizinprodukte sowie Dental und Pharma, Quarzglas und Speziallichtquellen.

Heute verfügt Heraeus über mehr als 5.900 Patente. Über 400 F&E-Mitarbeiter sorgen in 25 Entwicklungszentren weltweit für innovativen Nachschub. Im Jahr 2011 erwirtschaftete Heraeus mit über 13.300 Mitarbeitern in mehr als 120 Gesellschaften einen Produktumsatz von 4,8 Mrd. € und einen Edelmetallhandelsumsatz von 21,3 Mrd. €.

Der Geschäftsbereich Biomaterialien und Medizinprodukte (Heraeus Medical) konzentriert sich auf medizinische Produkte für die chirurgische Orthopädie sowie Unfall- und Biochirurgie. Das Unternehmen entwickelt, produziert und vertreibt weltweit Biomaterialien, mit denen Gelenkprothesen im Knochen fixiert sowie Wirbelsäulenfrakturen stabilisiert werden, und ist führend bei den Knochenzementen. Im Bereich Biochirurgie vermarktet Heraeus Medical eine innovative Technologie zur Beschichtung medizinischer Implantate, mit denen Infektionen vermieden werden können.
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