Montag, 20. November 2017


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Insolvenzen, Neugründungen und Löschungen, 1. Halbjahr 2011

Unternehmensinsolvenzen sinken um 11,1 Prozent, Verbraucherinsolvenzen trotz Rückgang weiter hoch

Karlsruhe, (lifePR) - Das dynamische Wirtschaftswachstum hat der finanziellen Stabilität der Unternehmen gut getan. Durch den kraftvollen Aufschwung gehen die Insolvenzzahlen spürbar zurück. Im ersten Halbjahr 2011 haben 14.960 Unternehmen einen Insolvenzantrag gestellt. Das sind 11,1 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum (16.820).

Auch die Zahl der Verbraucherinsolvenzen ist rückläufig, mit minus 5,1 Prozent aber weniger stark als bei den Unternehmen. 51.300 Verbraucher erklärten in den ersten sechs Monaten 2011 ihre Zahlungsunfähigkeit. In der Vorjahresperiode waren es 54.070. Die Nachfrage nach einem Schuldenbereinigungsverfahren für Verbraucher ist damit unverändert hoch. Nach 2007 und 2010 wurde im laufenden Jahr der dritthöchste Wert seit Einführung der Insolvenzordnung (InsO) im Jahr 1999 festgestellt.

Bisher hat erst ein geringer Teil der insolventen Verbraucher den Weg aus den Schulden gefunden. Rund 20.000 Deutsche hatten bis zum Jahresende 2010 ihre Wohlverhaltensphase erfolgreich absolviert und die Restschuldbefreiung erhalten. Zum Vergleich: Seit 1999 wurden mehr als 700.000 Privatinsolvenzen verzeichnet.

Insgesamt befassten sich die Amtsgerichte im ersten Halbjahr 2011 mit 79.270 Insolvenzfällen (1. Halbjahr 2010: 85.310), darunter 13.010 "sonstige" Insolvenzen wie z. B. überschuldete Nachlässe oder Insolvenzen von ehemals selbstständig Tätigen (1. Halbjahr 2010: 14.420).

Der volkswirtschaftliche Schaden durch Insolvenzen beläuft sich allein in den ersten sechs Monaten 2011 auf 10,4 Milliarden Euro (Vorjahreszeitraum: 14,7 Milliarden Euro). Schätzungsweise 110.000 Arbeitsplätze sind bedroht. Aufgrund des kleinteiligen Insolvenzgeschehens verringerte sich die Zahl der gefährdeten Stellen um 29,0 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum (155.000). Dabei findet sich etwa ein Drittel der bedrohten Jobs (32,5 Prozent) in Großunternehmen mit mehr als 100 Mitarbeitern (Vorjahreszeitraum: 44,8 Prozent).

Dienstleister mit größtem Anteil - mehr kleine Firmen

In allen vier Hauptwirtschaftsbereichen gehen die Insolvenzzahlen zurück. Das Verarbeitende Gewerbe verzeichnet mit 1.250 gemeldeten Fällen 13,8 Prozent weniger Insolvenzen im Vergleich zur Vorjahresperiode - beim Baugewerbe sind es 6,0 Prozent weniger (2.340 Fälle). Im Handel ging die Zahl der Insolvenzmeldungen um 19,9 Prozent auf 2.890 Fälle zurück, im Dienstleistungsgewerbe um 8,5 Prozent auf 8.480 Insolvenzen. Das Gros der registrierten Unternehmensinsolvenzen entfällt mit 56,7 Prozent erneut auf den Dienstleistungssektor, der damit seinen Anteil am deutschen Insolvenzgeschehen ausbaut. Weniger betroffen war dagegen der Handel mit einem Anteil von diesmal 19,3 Prozent (Vorjahreszeitraum: 21,5 Prozent).

In der diesjährigen Insolvenzstatistik finden sich mehr kleine Firmen, aber auch mehr größere Unternehmen, die allerdings nur in wenigen Fällen überregional bekannt sind. In acht von zehn der insolventen Unternehmen (79,2 Prozent) waren höchstens fünf Mitarbeiter tätig (Vorjahreszeitraum: 78,8 Prozent). Mehr als 50 Beschäftigte gab es lediglich in zwei Prozent der Fälle; verglichen mit dem Vorjahreszeitraum (1,7 Prozent) ein geringfügiger Anstieg.

Ganz junge Unternehmen, aber auch etablierte Firmen haben ihren Anteil am Insolvenzgeschehen merklich ausgebaut. 35,6 Prozent der zwischen Januar und Juni 2011 gemeldeten Insolvenzen wiesen ein Unternehmensalter von über zehn Jahren auf (Vorjahreszeitraum: 34,3 Prozent) - 17,5 Prozent waren höchstens zwei Jahre am Markt (Vorjahr: 16,7 Prozent).

Florierender Arbeitsmarkt senkt Gründungsneigung

Im ersten Halbjahr 2011 sind 426.900 Anmeldungen im Gewerbe- und Handelsregister erfolgt. Das entspricht einem Rückgang um 5,9 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum (453.500). Die Zahl der Löschungen verringerte sich um 0,6 Prozent auf 353.600 (Vorjahreszeitraum: 355.800).

Als wirtschaftsaktive Gründungen wurden in der Creditreform Datenbank deutschlandweit 67.000 Unternehmen erfasst. Dabei handelt es sich um Firmen, über die Kapitalgeber, Lieferanten bzw. Kunden eine Wirtschaftsauskunft eingeholt haben oder die im Handelsregister eingetragen wurden (Vorjahreszeitraum: 68.800). Durch diese wirtschaftsaktiven Gründungen wurden 161.380 Arbeitsplätze geschaffen (Vorjahreszeitraum: 165.745).

Gründungsboom in Berlin

Besonders attraktiv für Unternehmensgründer sind die Großstädte Berlin und Hamburg. Auf 10.000 bestehende Unternehmen kommen hier 899 bzw. 793 Neueintragungen. Die geringste Gründungsintensität verzeichnen Schleswig-Holstein (497) und Thüringen (491).

Das erste Halbjahr 2011 wurde durch Unternehmensgründungen im Dienstleistungssektor dominiert. Ein Viertel der neuen Unternehmen (24,8 Prozent) sind unternehmensnahe Dienstleister, weitere 14,5 Prozent haben ihren Tätigkeitsschwerpunkt im Bereich personenbezogene Dienste. Das Verarbeitende Gewerbe macht noch 5,9 Prozent des Gründungsgeschehens aus, das Baugewerbe 6,7 Prozent. In beiden Wirtschaftsbereichen ging die Zahl der Neueintragungen im Vergleich zur Vorjahresperiode zurück.

Die Bedingungen für Gründer werden anhand des Creditreform Gründungsklimas branchenspezifisch untersucht. Wichtige Einflussfaktoren sind dabei die jeweilige Konjunkturlage in der Branche, die Finanzierungsbedingungen sowie die Insolvenzrisiken und die Marktzugangsbedingungen im jeweiligen Wirtschaftszweig. Danach herrschen für Existenzgründer im Bereich der personenbezogenen Dienstleistungen die besten Gründungsbedingungen, gefolgt vom Großhandel, unternehmensnahen Dienstleistern und der Metall- und Elektrobranche. Als ungünstig wird das Gründungsklima derzeit im Transport- und Baugewerbe eingeschätzt.

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