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Pressemitteilung BoxID: 296146 (Creditreform Karlsruhe Bliss & Hagemann GmbH & Co. KG)
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Creditreform SchuldnerAtlas 2011 für die TechnologieRegion Karlsruhe

Überschuldung von Privatpersonen geringfügig gesunken

(lifePR) (Karlsruhe, ) In der TechnologieRegion Karlsruhe (TRK) hat sich die Überschuldungssituation der privaten Haushalte nur marginal entspannt. Im Vergleich zum Vorjahr sank die Schuldnerquote, also das Verhältnis von überschuldeten Personen zur Bevölkerungszahl über 18 Jahre, um 0,04 Prozentpunkte auf aktuell 7,13 Prozent. Damit hat sich die Überschuldungssituation der Verbraucher in der TRK als Folge der positiven Konjunktur- und Arbeitsmarktentwicklung im letzten Jahr zumindest wieder leicht verbessert. Im Jahr 2010 hatte die private Überschuldung infolge der Wirtschaftskrise noch zugenommen. Mit dem leichten Rückgang der Schuldnerquote entwickelt sich die TRK analog zum Bundestrend. Im Bundesland Baden- Württemberg ist die Schuldnerquote zuletzt hingegen wieder leicht angestiegen.

Überschuldung liegt vor, wenn ein Schuldner die Summe seiner fälligen Zahlungsverpflichtungen auch in absehbarer Zeit nicht begleichen kann und ihm weder Vermögen noch andere Kreditmöglichkeiten zur Verfügung stehen. Als die vier Hauptursachen für Überschuldungsprozesse gelten Arbeitslosigkeit, Trennung vom Lebenspartner, Krankheit und das Konsumverhalten.

Mit der Quote von 7,13 Prozent müssen in der TRK weiterhin rund 80.000 Bürger über 18 Jahre als überschuldet angesehen werden und weisen nachhaltige Zahlungsstörungen auf. Die Stadt Karlsruhe rangiert mit einer Schuldnerquote von 8,31 Prozent wie im Vorjahr zwischen den Quoten für Baden-Württemberg (7,50 Prozent) und Deutschland (9,38 Prozent).

Bis auf Baden-Württemberg ist 2011 in allen Bundesländern eine Abnahme der privaten Überschuldung zu verzeichnen. Die leichte Verschlechterung in Baden- Württemberg ist fast ausschließlich auf den Anstieg der weiterhin eher moderaten Überschuldung in der Landeshauptstadt Stuttgart zurückzuführen.

Im Vergleich mit den anderen Bundesländern weist Baden- Württemberg dennoch weiterhin die zweitniedrigste Schuldnerquote auf. Das Bundesland mit der niedrigsten Schuldnerquote ist wie seit Jahren Bayern (6,88 Prozent; Vorjahr 7,06 Prozent). Hinter Baden-Württemberg folgt Sachsen (8,26 Prozent; Vorjahr 8,37 Prozent). Die höchste Schuldnerquote hat Bremen (13,48 Prozent; Vorjahr 14,13). Auf den Plätzen davor liegen Berlin (12,32 Prozent; Vorjahr 12,67 Prozent) und Sachsen-Anhalt (11,49 Prozent; Vorjahr 11,58 Prozent).

Die Schuldnerquote für Deutschland insgesamt liegt bei 9,38 Prozent (Vorjahr 9,50 Prozent). Damit gelten rund 6,41 Millionen Bürger über 18 Jahre als überschuldet oder weisen zumindest nachhaltige Zahlungsstörungen auf. Im Vergleich zu 2010 hat sich die Anzahl an Schuldnern um rund 80.000 Personen verringert (-1,3 Prozent). Die aktuelle Schuldnerquote bleibt aber weiterhin deutlich über dem Tiefstwert von 2009 (9,09 Prozent).

Überschuldungstrends im Zeichen einer abkühlenden Konjunktur

Für das laufende Jahr ist weiterhin mit günstigen Bedingungen auf dem Arbeitsmarkt und gleichzeitig mit einer Verbesserung der Einkommenssituation der Verbraucher zu rechnen. Zudem sind aufgrund der "Inflation der Krisen" bei den deutschen Verbrauchern eine zunehmende Sensibilisierung und Ausgabenvorsicht festzustellen. Allerdings mehren sich hierzulande auch die Überschuldungsrisiken.

Neben einer sich abzeichnenden konjunkturellen Eintrübung dürften der Anstieg atypischer Beschäftigungsverhältnisse und die im Wirtschaftsaufschwung eingegangenen finanziellen Verpflichtungen die Überschuldungsproblematik der Verbraucher in den kommenden zwei Jahren belasten. So ist davon auszugehen, dass sich die bestehende Sockelüberschuldung weiter verfestigen wird. Eine deutliche Rückführung der Zahl der überschuldeten Verbraucher ist vor diesem Hintergrund nicht zu erwarten.