Donnerstag, 18. Januar 2018


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bvse-Neujahrsempfang: Ressourcenschonende Gesellschaft etablieren

Festredner war Diplom-Ingenieur Christian Holzer vom Österreichischen Bundesumweltministerium

Bonn, (lifePR) - Ein Novum in der Historie des bvse-Neujahrsempfangs, der traditionell vom bvse-Landesverband Bayern ausgerichtet wurde: Diesmal traf man sich im österreichischen Filzmoos. Bürgermeister Johann Sulzberger nahm die rund 60 Teilnehmer auf der Oberhofalm herzlich in Empfang. Er betonte, dass die Recycling- und Entsorgungsbranche sich inzwischen zu einem wichtigen Bestandteil der Wirtschaft entwickelt habe.

Voll des Lobes über die gute Organisation, die vor Ort Frau Martina Moosleitner in die Hand genommen hatten, begrüßte Christiane Neuhaus als bayerische Landesvorsitzende die Gäste. Allen voran natürlich Diplom-Ingenieur Christian Holzer, den zuständigen Sektionschef für Stoffstromwirtschaft, Abfallmanagement und stoffbezogenen Umweltschutz im österreichischen Bundesumweltministerium. Aber natürlich auch die Vertreter des Verbandes Baustoff Recycling Bayern, Matthias Moosleitner, Wolfgang Fuchs und Stefan Schmidmeyer, Stefan Herzer vom Verband Österreichischer Entsorgungsbetriebe sowie bvse-Präsident Bernhard Reiling und bvse-Hauptgeschäftsführer Eric Rehbock.

Neuhaus beließ es aber nicht bei launigen Begrüßungsworten, sondern ging auch sehr deutlich auf die großen Schwierigkeiten ein, die größere und kleinere Recycling- und Entsorgungsunternehmen nach Einführung des Kreislaufwirtschaftsgesetzes gerade im Freistaat Bayern hätten. Sie beklagte, dass es in Bayern im Bundesvergleich überdurchschnittlich viele Untersagungen von gewerblichen Sammlungen gebe und so die Aktivitäten der privaten Unternehmen zugunsten der Kommunen zurückgedrängt würden. Darüber hinaus kritisierte die bvse-Landesvorsitzende, dass das Anzeigeverfahren nach § 18 Kreislaufwirtschaftsgesetz zu einem enorm gestiegenen Verwaltungsaufwand geführt hätte, unter dem vor allem die kleineren und mittleren Unternehmen zu leiden hätten.

Festredner Diplom-Ingenieur Christian Holzer betonte vorweg, dass bei allen Problemen, denen man sich immer wieder aufs Neue stellen müsse, sich Deutschland und Österreich nach einer Studie der EU-Kommission gemeinsam mit den Niederlanden an der Spitze der Mitgliedsländer in der rechtlichen und praktischen Umsetzung moderner abfallwirtschaftlicher Anforderungen befinde. Die Studie stelle aber auch fest, dass es ein "frappantes Gefälle abfallwirtschaftlicher Performance" unter den Mitgliedstaaten gebe. Holzer: "Nur wenn es uns innerhalb der Europäischen Union gemeinsam gelingt, dieses Gefälle möglichst rasch abzubauen, können wir von einer nachhaltigen europäischen Abfallwirtschaft sprechen."

Die Zukunft der Abfallwirtschaft liegt nach Meinung Holzers in der bereits begonnenen Weiterentwicklung zum Ressourcenmanagement beziehungsweise zur Bewirtschaftung von Sekundärressourcen mit all den dabei zu bewältigenden Problemstellungen. Daher gelte es, "unseren zukünftigen Rohstoffbedarf" zu allererst aus den in unserer Infrastruktur und unseren Konsumprodukten enthaltenen Materialien zu decken. Dazu gehöre neben der Nutzung von Sekundärressourcen auch eine möglichst ressourcenschonende Produktgestaltung, sowohl in qualitativer als auch in quantitativer Hinsicht.

Bei vielen (Werk-)Stoffen wie Papier, Glas, Metallen sei dies, so der Vertreter des Österreichischen Bundesumweltministeriums, bereits eine Selbstverständlichkeit. Es gelte jedoch, die getrennte Sammlung und die Sortierung noch weiter auszubauen und zu perfektionieren. Immer noch landeten zu viele dieser Materialien in der klassischen Beseitigung oder einer minderwertigen Behandlung. Insofern stellte Diplom-Ingenieur Christian Holzer fest: "Am Vorrang der rohstofflichen Verwertung führt kein Weg vorbei!" Er verwies darauf, dass zur Wiedergewinnung von Sekundärrohstoffen wesentlich weniger Energie aufgewendet werden müsse als für die Gewinnung von Primärrohstoffen.

Nach seiner Auffassung werde die Qualitätsfrage immer stärker in den Vordergrund rücken. Holzer: "Auf Dauer werden sich nur hochwertige Recyclingprodukte durchsetzen." Unzureichend gelöst erscheint ihm auch die Frage nach dem besten Weg der "Vermarktung" und Qualitätssicherung von aus Abfällen hergestellten Sekundärrohstoffen. Der in letzter Zeit immer häufiger eingeschlagene Weg des verordneten "Abfallendes" müsse in jedem Einzelfall einer kritischen Betrachtung unterzogen werden.

Abfallvermeidung und Einsatz von Recyclingbausteinen vorantreiben

Mit der immer bedeutenderen Rolle der Abfallwirtschaft als Rohstofflieferant der Industrie rücke auch ein wichtiger Aspekt der Abfallvermeidung in den Vordergrund. Dies sei jedoch in erster Linie eine Aufgabe der produzierenden Wirtschaft und der Produktdesigner, in Bezug auf die Reduzierung der Stoffvielfalt oder etwa der Demontagefreundlichkeit.

Christian Holzer berichtete weiter, dass Österreich es sich zum Ziel gesetzt habe die Vermarktung und den Einsatz von Recyclingbaustoffen weiter voranzutreiben. Dabei gehe es neben der Etablierung von Rahmenbedingungen für die verstärkte Berücksichtigung im Zuge öffentlicher Aufträge auch darum, Qualitätskriterien für das Abfallende von hochwertigen Recyclingprodukten aus der Aufbereitung von Baurestmassen per Verordnung festzulegen.

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