Freitag, 17. August 2018


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Klärschlammausbringung sichert Phosphorversorgung - Verbot ressourcenpolitisch falsch

Bonn, (lifePR) - "Das im Koalitionsvertrag angestrebte Verbot der Klärschlammausbringung zu Düngezwecken ist ressourcenpolitisch nicht durchdacht und sollte keinesfalls so umgesetzt werden", fordert Volker Hegewald vom bvse-Fachverband Ersatzbrennstoffe, Altholz und Biogene Abfälle.

bvse-Fachreferentin Dipl.-Ing. Anna Wagner plädiert statt eines Verbots für eine objektive Betrachtung etwaiger Risiken für das Grundwasser, effektive Maßnahmen der Qualitätskontrolle und, wenn nötig, eine sinnvolle Anpassung von Grenzwerten. "Bei einer stofflichen Verwertung von im Bundesdurchschnitt immerhin 43 % kann es nicht plötzlich das Ziel sein, einen funktionierenden und ressourceneffizienten Verwertungsweg auszuschalten." Überdies werden heute nur unbedenkliche Klärschlämme landwirtschaftlich genutzt, dafür sorgen mehrere Regelungen mit hohen Qualitätsanforderungen (z.B. AbfKlärV, DüMV, DüV) sowie engmaschige Kontrollen der Betriebe und Materialien.

Klar ist: Ohne Dünger kommt die Landwirtschaft nicht aus. Schließt man die Klärschlämme zugunsten anderer Dünger aus, hat dies kaum einen Einfluss auf den Nährstoffeintrag ins Grundwasser. Es sind auch keine Fälle bekannt, bei denen die Klärschlammausbringung zu einer Erhöhung des Gesundheitsrisikos geführt hätte.

Der bvse warnt deshalb davor, Klärschlämme in die Verbrennung zu zwingen, denn damit gingen wichtige Ressourcen wie Phosphor und andere enthaltene Nähr- und Spurennährstoffe wie Stickstoff, Kalium oder Zink für die Landwirtschaft verloren. Schließlich sind die natürlichen Phosphorvorkommen begrenzt und schwer zugänglich. Für eine Rückgewinnung des Phosphors aus den Verbrennungsaschen existieren derzeit keine ausgereiften Verfahren; sie ist also schlicht nicht umsetzbar.

"Wie die Koalition ihr formuliertes Ziel, aus der landwirtschaftlichen Nutzung auszusteigen und Phosphor und andere Nährstoffe zurückzugewinnen, erreichen will, bleibt daher schleierhaft, denn die Voraussetzungen liegen zum einen nicht vor und sind zum anderen für einen großen Teil der Klärschlämme überhaupt nicht erforderlich.", so das Resümee Hegewalds.

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