Ehrenpflegas offenbaren Vertrauensverlust in die Pflegepolitik

(lifePR) ( Berlin, )
Die Miniserie „Ehrenpflegas“ des BMFSFJ hat bereits kurz nach ihrer Premiere heftige Kritik in den sozialen Medien ausgelöst. Erklärte Absicht des BMFSFJ ist es, mit den Ehrenpflegas Jugendliche für eine Ausbildung in der Pflege aufmerksam zu machen, zu informieren und zu begeistern. Man kann die Serie aus unterschiedlichen Gründen kritisieren und bislang überwiegen auf YouTube tatsächlich die Dislikes. Wie das Format allerdings auf die Zielgruppe wirkt, lässt sich zum jetzigen Zeitpunkt nicht seriös einschätzen. Ob die Ehrenpflegas Jugendliche mit der für den Pflegeberuf notwendigen Eignung anziehen oder abschrecken bzw. überhaupt beeinflussen können, ist offen. In dieser Hinsicht kann nur eine wissenschaftliche Evaluation zu gegebener Zeit Aufklärung bringen.

Dennoch wiegt die harsche Kritik aus der Berufsgruppe der Pflege schwer. Es wurden Online-Petitionen gestartet, in denen u.a. der Kampagnenstopp und eine Entschuldigung der Bundesregierung verlangt werden, außerdem ging eine Beschwerde beim Deutschen Werberat ein. Berufsverbände und Pflegekammern haben sich öffentlich distanziert. Die Reaktionen zeigen, dass die Serie das Berufsethos vieler professionell Pflegender verletzt.

Dabei richtet sich die Kritik überwiegend nicht an die Macher/innen der Serie, sondern an die für die Zustände in der Pflege verantwortliche Politik. Der Vertrauensverlust ist mittlerweile so gravierend, dass sich viele Betroffene von der Politik nicht nur ignoriert, sondern darüber hinaus sogar öffentlich verhöhnt fühlen. Dahinter steht die reale Erfahrung, dass selbst unter den Bedingungen von chronischem Personalnotstand, Covid-19-Pandemie und sich abzeichnender Pflegekatastrophe immer noch keine substanziellen Verbesserungen angestoßen wurden und in naher Zukunft wohl auch nicht zu erwarten sind. In diesem fortdauernden Politikversagen liegt die eigentliche und berechtigte Ursache der Empörung – die Ehrenpflegas sind dafür ein weiteres Symptom.
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