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Pressemitteilung BoxID: 278406 (Bundesverband der Freien Berufe)
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Metzler: "Freie Berufe schätzen Lage noch befriedigend ein"

(lifePR) (Berlin, ) Zu den Ergebnissen der aktuellen Stimmungsumfrage erklärt BFB-Hauptgeschäftsführer Arno Metzler:

"Die Freien Berufe schätzen ihre wirtschaftliche Lage nach Schulnoten mit einem Durchschnittswert von 3,17 derzeit weiterhin als befriedigend ein. Damit weicht der Wert gegenüber der Messzahl von 3,08 vom Sommer 2011 leicht nach unten ab, liegt aber immer noch über dem Vorjahreswert von 3,32.

Betrachtet man die, in sich heterogenen klassischen vier Säulen der Freien Berufe, dann bietet sich im Vergleich zu den Werten aus dem Sommer 2011 folgender Überblick. Verbessert hat sich die Einschätzung der rechts-, steuer- und wirtschaftsberatenden Berufe von 2,63 auf nunmehr 2,5. Die Stimmung in der Säule der Heilberufe hat sich mit einem Wert von 3,65 auf jetzt 3,69 leicht eingetrübt. Der Stimmungswert der technisch-naturwissenschaftlichen Berufe ist von 2,86 auf nunmehr 3,14 gesunken, bei den freien Kulturberufen fiel er von 2,2 auf 2,6.

Mit Blick auf die kommenden zwölf Monate sind die Aussichten leicht verhalten. Gefragt nach ihren Erwartungen für 2012 rechnen die Freien Berufe mehrheitlich mit einem gleichbleibenden Umsatz- oder Geschäftsergebnis.

Deutlicher sind die Signale in Richtung Arbeitsmarkt. Die überwiegende Mehrheit erwartet gleiche oder leicht steigende Beschäftigtenzahlen zum Ende des Jahres 2012. Damit sind die Freien Berufe nicht nur als Selbstständige eine Wachstumsmarke, sondern auch als Arbeitgeber ein Beschäftigungsgarant.

Auf allen Ebenen ihrer Beschäftigungsstrukturen sind auch die Freien Berufe von der demografischen Entwicklung und dem Fachkräftemangel betroffen. Dies ist strukturiert und differenziert anzugehen. Die hohen (Aus-)Bildungsniveaus müssen gepflegt und ausgebaut werden.

Um ihre Wachstumspotenziale zu erschließen, brauchen die Freien Berufe qualifizierte Mitarbeiter. Deren Kompetenz muss das Bildungssystem sicherstellen. Daneben müssen Schüler noch vorurteilsfreier mit einer Erwerbsbiografie als Selbstständiger vertraut gemacht werden. Dabei sind auch die besonderen Werte der Freien Berufe zu berücksichtigen. Mit Blick auf den Nachwuchs von Berufsträgern ist im Zuge der Überarbeitung der EU-Berufsqualifikationsrichtlinie ein hohes Qualitätsniveau zu sichern. Anderenfalls könnte die Basis für das besondere Vertrauensverhältnis, in dem die freiberufliche Leistung erbracht wird, gestört werden. Diese fußt maßgeblich auf dem Nachweis der besonders hohen Fachkompetenz.

Die Nachfrage nach qualifizierten Mitarbeitern muss gedeckt werden können, was sich bei technischen Berufen und Medizinern als schwierig erweist. Dort wo Fachkräftemangel an Berufsträgernachwuchs und Assistenzkräften herrscht, muss europäisch gedacht und gehandelt werden. Die grenzüberschreitende Mitarbeitergewinnung ist insbesondere für die deutschen Freien Berufe wie auch für den gesamten Mittelstand schwierig. Die Akquisewege sind noch zu weit und nur auf Großstrukturen zugeschnitten.

Gerade die EU ist gefordert, die Menschen in den Ländern zu unterstützen, in denen sich die Lage auf dem Arbeitsmarkt durch die Wirtschaftskrise verschärft hat. So wie mit dem Erasmus-Programm die finanzielle Unterstützung von Austauschstudenten strukturiert ist, sollte auch Berufsanfängern der Rücken gestärkt werden. Die EU sollte ein Förderprogramm in Form einer direkten Mobilitäts- und Eingliederungshilfe auflegen. Dies sollte teilweise auf Darlehensbasis geschehen. Denkbar wäre ein Kredit oder eine einmalige Anschubfinanzierung nicht unter 25.000 Euro. Dies muss unkompliziert erlangbar sein. Die derzeitig angebotenen Programme sind zu umständlich.

Ob Sprachkurs oder alle mit einem weiten Umzug verbundenen hohen Kosten, eine sauber zugeschnittene derartige Starthilfe würde die EU-Wirtschaftskraft gleich doppelt stärken. Zum einen, weil Menschen aus der Arbeitslosigkeit herausgeholt werden, zum anderen, weil so auf die Wachstumsbremse Fachkräftemangel reagiert werden kann."

Bundesverband der Freien Berufe

Der BFB als Spitzenorganisation der freiberuflichen Kammern und Verbände vertritt die Interessen der über eine Million selbstständigen Freiberufler. Diese beschäftigen über drei Millionen Mitarbeiter - darunter ca. 128 Tausend Auszubildende. Gemeinsam mit ihren Mitarbeitern erarbeiten Freiberufler 10,1 Prozent des Bruttoinlandsproduktes und erwirtschaften so jeden zehnten Euro.