Deutsches Uran in russischen Waldbrandregionen?

Atomkraft-Befürworter sollen bei Löscharbeiten helfen

(lifePR) ( Bonn / Moskau, )
Der Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU) fordert vor dem Hintergrund der Waldbrände in Russland erneut die sofortige und weltweite Stilllegung aller Atomanlagen. Der bundesweite Umweltverband erklärte heute in Bonn, dass nicht nur das radioaktive Erbe von Tschernobyl in den Waldböden Gefahren verursacht. "Jede Atomanlage ist ein Krisenherd, die Gefahrenursachen sind vielschichtig. Brände können ebenso zur Katastrophe führen wie Wassermangel in Flüssen, die der Kühlung von Reaktoren dienen", so der BBU.

Vom russischen Umweltverband Ecodefense hat der BBU erfahren, dass die Bevölkerung in Russland, ebenso wie nach Tschernobyl, nicht ausreichend über die aktuellen Gefahren informiert wird. Ecodefense fordert daher eine umfassende Information der russischen Öffentlichkeit. Besonders werden von Ecodefense Auskünfte über die Wirkung von Niedrigstrahlung und über die Verbreitung von radioaktiven Partikeln durch die Brandwolken eingefordert.

Der BBU ist auch über den Verbleib von 30.000 Tonnen Uranhexafluorid besorgt, die in den letzten Jahren mit Sonderzügen und Schiffen von der einzigen deutschen Urananreicherungsanlage in Gronau nach Russland abtransportiert worden sind. Das radioaktive und chemisch hochgefährliche Material wurde zu verschiedenen russischen Atomzentren gebracht und lagert dort in Containern unter freiem Himmel. Die Container würden bei einer Brandeinwirkung von etwa einer Stunde bersten. Wegen den enthaltenen Fluormengen dürfte das Material nicht mit Wasser gelöscht werden, da sonst Flusssäure entstehen würde.

Udo Buchholz vom Vorstand des BBU betont, dass alle Atomanlagen und alle Atomtransporte tickende Zeitbomben sind, die gestoppt werden müssen. Scharfe Kritik gibt es seitens des BBU für die Befürworter der AKW-Laufzeitverlängerungen. Buchholz: "Wer den Weiterbetrieb von Atomanlagen befürwortet, hat die Gefahren der Radioaktivität noch nicht erkannt, und sollte schnellstmöglich in die Nähe der russischen Atomanlagen fahren, und dort mit Decken und Spaten die Waldbrände bekämpfen. Die persönliche Erfahrung mit den Gefahren der Atomenergie würden laut BBU AKW-Befürworter zum Umdenken bewegen."

Der BBU fordert den verstärkten Einsatz umweltfreundlicher Energietechnologien im In- und Ausland. Gleichzeitig fordert der BBU die Bevölkerung zum verstärkten Widerstand gegen Atomanlagen und Atomtransporte, und gegen die Atomindustrie insgesamt, auf.

Buchholz: "Im Herbst wird es vielfältige Aktionen gegen die Atomindustrie in Berlin, in Gorleben und anderswo geben. Bereits jetzt hat vielerorts die Mobilisierung begonnen."
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