Moderne Drogen- und Suchtpolitik wirkt grenzübergreifend

Bundesregierung unterstützt zentralasiatische Staaten bei der Einführung einer wirkungsvollen Drogen- und Suchtpolitik

(lifePR) ( Berlin, )
Anlässlich des heutigen Weltdrogentags erklärt die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Mechthild Dyckmans: "Die Drogenproblematik ist ein globales Phänomen, dem grenzübergreifend begegnet werden muss. Deutschland verfügt über ein Suchthilfesystem und über Präventionskonzepte, die auch für andere Länder ein gutes Vorbild sein können. Deshalb unterstützt die Bundesregierung unter anderem zentralasiatische Länder darin, eine moderne und wirkungsvolle Drogen- und Suchtpolitik zu entwickeln."

In den zentralasiatischen Staaten ist die Zahl der Konsumenten illegaler Drogen, insbesondere von Heroin, in den letzten Jahren stark angestiegen.

So liegt beispielsweise in Kasachstan der Anteil der Heroinkonsumenten mit ca. 110.000 bis 120.000 bei einer Einwohnerzahl von 16,7 Mio. um ein Vielfaches höher als in Deutschland (ca. 160.000 auf 81,8 Mio. Einwohner).

Durch den vorwiegend intravenösen Konsum hat dort auch die Zahl der Infektionskrankheiten und der Drogentodesfälle drastisch zugenommen. Der Anteil der injizierenden Drogenkonsumenten unter den HIV-Neuinfektionen liegt in Kasachstan bei 56%. Also jede zweite HIV-Infektion im Land wird durch unsaubere Injektionsutensilien übertragen.

Ursachen sind nicht nur die sozialen und wirtschaftlichen Probleme in der Region. Diese Staaten sind Transitländer für den Heroinschmuggel von Afghanistan nach Russland und Europa. Ein erheblicher Teil des Heroins wird für den heimischen Markt abgezweigt (10-15 % in Kasachstan), wodurch das Drogenangebot in den Ländern besonders groß ist.

Eine internationale Unterstützung der Drogenpolitik Zentralasiens ist deshalb von großer Bedeutung. Aus diesem Grund fördert das Programm "CADAP 5" (Central Asian Drug Action Programm) die Entwicklung einer modernen, umfassenden und effektiven Drogenpolitik. Besonders im Fokus stehen dabei die Bereiche Prävention, Beratung, Behandlung und Maßnahmen zur Schadensminimierung nach deutschem und europäischem Vorbild. Dazu zählt die Ausbildung und Zertifizierung von medizinischem Fachpersonal für die Beratung und Behandlung von Drogenabhängigen. Die Staaten werden darin unterstützt, ein wissenschaftlich fundiertes System zur Datensammlung aufzubauen, um zielgruppenspezifische Maßnahmen zu entwickeln. Das Projekt wird von Deutschland, Tschechien, Polen und der Europäischen Kommission gefördert und unter Leitung der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH durchgeführt.

Bei einer Delegationsreise nach Kasachstan und Kirgisistan im Mai überzeugte sich die Drogenbeauftragte der Bundesregierung davon, wie das Programm vor Ort umgesetzt wird. Sie führte Gespräche mit verschiedenen Akteuren aus Politik, Behandlungseinrichtungen sowie Nichtregierungsorganisationen und besuchte Einrichtungen für Suchtkranke. Dyckmans bekräftigte die Gesprächspartner darin, die bereits eingeschlagenen Wege in den Bereichen Prävention, Beratung, Behandlung und Schadensreduzierung fortzuführen.

Auf der Reise informierte sie sich ebenfalls über Angebote zur Substitution sowie die durch CADAP geschaffenen Hilfs- und Behandlungsangeboten in Haftanstalten.

Dazu erklärt die Drogenbeauftragte der Bundesregierung: "Bei meinem Besuch in Zentralasien konnte ich sehen, dass das Programm vor Ort auf positive Resonanz stößt und erste Wirkung zeigt. Die Erfahrungen aus diesem Programm werden auch für zukünftige Aktivitäten in der europäischen und internationalen Drogenpolitik Bedeutung haben. Ich werde mich dafür einsetzen, dass dieses Programm auch weiterhin fortgesetzt wird."

Weitere Informationen unter: www.drogenbeauftragte.de und http://cadap.eu/
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