Dienstag, 26. September 2017


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BGR vergleicht Initiativen für verantwortungsvollen Bergbau

Rohstoff-Lieferketten

Hannover, (lifePR) - Sie sollen Menschenrechtsverletzungen und Umweltvergehen verhindern und für einen verantwortungsvollen Bergbau und fairen Handel sorgen: Freiwillige Nachhaltigkeitsinitiativen für Massenrohstoffe wie Aluminium und Kohle oder Hightech-Metalle wie Gold, Tantal, Wolfram und Zinn. Rund 40 dieser Initiativen gibt es bereits weltweit für den Bergbau und die Lieferketten mineralischer Rohstoffe. Sie unterstützen die Bemühungen um einen verantwortungsvolleren Abbau dieser für die Gesellschaft notwendigen Rohstoffe. Doch welche Standards und Maßnahmen verbergen sich eigentlich hinter den jeweiligen Initiativen und Zertifizierungssystemen?

Die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) hat jetzt gemeinsam mit der Universität Ulm eine Studie veröffentlicht, in der 19 ausgewählte Initiativen miteinander verglichen werden. Untersucht wurde, welche Ziele die einzelnen Initiativen verfolgen, wie verbreitet sie sind, welche Interessengruppen hinter ihnen stehen, welche inhaltlichen Anforderungen gestellt werden und wie sie in der Praxis arbeiten. Untersucht wurden u.a. Initiativen der UN, von staatlichen Institutionen, der Entwicklungsbank IFC, von Bergbau- und Industrieverbänden, Unternehmen sowie Multi-Stakeholdergruppen, darunter auch Nichtregierungsorganisationen.

In ihrer Studie kommt die BGR zu dem Ergebnis, dass die Anforderungen für den industriellen Bergbau durch die Kreditvergabebedingungen der Weltbank und das zukünftige Zertifizierungsverfahren der Initiative for Responsible Mining Alliance (IRMA) besonders hoch sind. Rund die Hälfte der Initiativen konzentriert sich auf Minimalanforderungen oder spezielle Umweltschutzmaßnahmen. Für den Kleinbergbau existieren deutlich weniger Nachhaltigkeitsprogramme. Initiativen wie Fairtrade, Fairmined und Fair Stone stellen für den Gold- und Natursteinabbau aber hohe Anforderungen zu Arbeits- und Menschenrechten. Generell gilt, dass in den Standards der Initiativen der Beitrag des Bergbaus für eine nachhaltige Entwicklung der Förderländer zu wenig berücksichtigt wird. 

Die Autoren der Studie fordern eine stärkere Angleichung der Standardanforderungen, um einer übermäßigen Diversifizierung der Systeme aufgrund von Einzelinteressen entgegen zu wirken. Gleichermaßen bedarf es effizienterer und einheitlicherer Anreiz- und Implementierungsmaßnahmen (z.B. Trainings, finanzielle Ressourcen etc.), um die Anforderungen aus der Theorie auch wirksam in die Praxis zu überführen. „Um ihre Glaubwürdigkeit zu steigern, sollten Initiativen offener und transparenter mit Ihren erzielten Erfolgen und vor allem mit bestehenden Herausforderungen umgehen“, so BGR-Expertin Karoline Kickler. Die Studie macht deutlich, dass ein gesamtgesellschaftlicher Ansatz nötig ist, um einen verantwortungsvolleren Rohstoffabbau zu realisieren. Dafür ist allerdings eine stärkere Kooperationsbereitschaft der Akteure erforderlich. 

Die Studie ist Bestandteil des Forschungsprojektes NamiRo (Nachhaltig gewonnene mineralische Rohstoffe), das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) durchgeführt wird. Ziel des Projektes ist es, Empfehlungen für ein Standardsystem für mineralische Rohstoffe zu entwickeln, das von den Stakeholdern akzeptiert wird und Nachhaltigkeitsfortschritte entlang der Lieferkette von mineralischen Rohstoffen nachweisbar und transparent macht.

Hier geht es zur Studie:

https://www.bgr.bund.de/EN/Themen/Min_rohstoffe/Downloads/Sustainability_Schemes_for_Mineral_Resources.pdf?__blob=publicationFile&v=6

Informationen zum Forschungsprojekt NamiRo:

https://www.namiro-projekt.org/

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