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Pressemitteilung BoxID: 528730 (Bund der Deutschen Landjugend (BDL))
  • Bund der Deutschen Landjugend (BDL)
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Nachmachen erwünscht

Ernst-Engelbrecht-Greve-Preis 2015 hat nur Gewinner

(lifePR) (Berlin, ) "Die Bewerbungen für den Ernst-Engelbrecht-Greve-Preis 2015 zeigen, dass junge Menschen nicht nur frische Ideen für ihre Heimat haben, sondern sie mit Körpereinsatz und Köpfchen umsetzen", so Kathrin Funk, Vorsitzende des Bundes der Deutschen Landjugend. Gemeinsam mit der R+V-Versicherung vergab der größte Jugendverband im ländlichen Raum den mit 10.000 Euro dotierten Preis bereits zum siebenten Mal.

Beeindruckt von Fülle und Vielfalt, Qualität und Einfallsreichtum der eingereichten Bewerbungen, war der Jury die Entscheidung nicht leicht gefallen. "Jeder hätte den Preis verdient", so Harald Krummenauer von der R+V-Versicherung vor den tausenden, jungen Gästen auf der BDL-Jugendveranstaltung auf der Grünen Woche. Die Jury habe sich schließlich für vier Projekte entschieden. Mit dem nach dem langjährigen BDL-Vorsitzenden, Bundestagsabgeordneten und schleswig-holsteinischen Landwirtschaftsminister Ernst Engelbrecht-Greve benanntem Preis gehen:

- 3000 Euro an den Schloß Trebnitz Bildungs- und Begegnungszentrum e.V. für sein Café zum Glück.

Dieses Projekt überschreitet Grenzen. Es baut nicht nur Brücken zwischen Kulturen und Nationen, sondern vermittelt dabei noch ganz praktisch wirtschaftliche Kenntnisse. In der Schülerfirma "Café zum Glück" lernen deutsche und polnische Jugendliche alles, was für das Betreiben eines Cafés nötig ist - von der Buchhaltung bis zur Milchschäumtechnik. Das ist interkulturelles Lernen vom Feinsten und bringt Lebensqualität aufs Land. Durch die Einbindung von grenznahen deutschen und polnischen Schulen ist die langfristige Wirkung garantiert. Obendrein ist das "Café zum Glück" Erfahrungs- und Gestaltungsraum - für Gäste und die jungen Gastgeber. Sie sammeln Berufserfahrung und erleben transnationale wirtschaftliche Zusammenarbeit. Das schafft neues Selbstbewusstsein. Die Jury sagt: Zur Nachahmung empfohlen.

- 3000 Euro an die Niedersächsische und Westfälisch-Lippische Landjugend für "Der Norden ist bunt"

Aus "Der Norden ist bunt" ist längst ein "Landjugend ist bunt" geworden. Besser kann man den Erfolg dieses Projekts nicht beschreiben. Die Landjugendlichen aus Westfalen-Lippe und Niedersachsen bekennen damit Farbe für Toleranz, Demokratie und Vielfalt in und außerhalb ihrer Verbände. Auf niederschwellige Art zeigen sie, wie wichtig das Buntsein für die Gesellschaft ist. Über Armbänder, Neugier weckende Plakate und viele andere Aktionen haben sie in ganz Deutschland zahlreiche Menschen erreicht, die Auseinandersetzung mit eigenen Denkmustern angeregt und mit ihren Aktionen ohne große Worte für Antirassismusarbeit sensibilisiert. Das stärkt die ländlichen Räume. Empfehlung der Jury: Weitersagen!

- 2000 Euro an den Mainzer Weinsalon

Innovationskraft und Leidenschaft beweisen die rheinhessischen Jungwinzer mit dem Mainzer Weinsalon. Ihr Netzwerk zeigt beispielhaft, wie junge Menschen eigenverantwortlich und selbstorganisiert Dinge in Bewegung setzen und einen Mehrwert schaffen können. Es sorgt nicht nur für beständigen Erfahrungsaustausch untereinander, sondern demonstriert öffentlichkeitswirksam, was Jungwinzer so können. Engagiert und kreativ haben sich die jungen Fachleute damit in und um Mainz einen Namen gemacht. Ein besseres Aushängeschild für den Beruf des Winzers ist kaum vorstellbar. Beeindruckend auch, dass der fortwährende Generationswechsel quasi zum Konzept gehört. Jahr für Jahr macht ein kleiner Teil der Winzer Platz für jüngere. Und: Den Erlös ihrer Wein-Events stecken die jungen Fachleute nicht in die eigene Tasche. Der kommt karitativen Zwecken zugute. Empfehlung der Jury: Zukunftsfittes Projekt mit Vorbildwirkung.

- 2000 Euro an die Landjugend Werther für ihre Köhleraktion.

Der praktische Ansatz hat überzeugt. Ein Holzkohlemeiler zum Anfassen ist selten genug, doch wie die Ortsgruppe Werther ihre Kohle hergestellt hat, begeistert. Sie hat sich 17 Tonnen Buchenstämme und einen Experten besorgt, mit ihm einen Meiler aufgeschichtet und den acht Tage lang rund um die Uhr bewacht. Dazu haben sie die ganze Region eingeladen: Kindergartengruppen und Schulklassen, Landfrauen und Parteigruppen... Sie alle kamen, um mit ihnen das Köhlerei-Handwerk kennenzulernen, Zeit zu verbringen, zu reden. Der krönende Abschluss war das Köhlerfest für Jung und Alt, bei dem die Kohle geerntet wurde. Die Landjugendlichen haben damit nicht nur die Region belebt, sondern auch Mut, Einsatz und langem Atem bewiesen. Mit ihrer Aktion haben sie die Region zusammen gebracht und gezeigt, wie Eigeninitiative das Land bewegen kann. Ein tolles Beispiel für lebendige Traditionspflege, die Menschen zusammenbringt. Die Jury sagt: Nachmachen erwünscht.

"Beim Ernst-Engelbrecht-Greve-Preis gibt es nur Gewinner. Jeder Bewerber, jede Bewerberin hat Veränderungen fürs Land bewirkt, neue Erfahrungen und Innovationen gebracht", so Kathrin Funk. "Verlierer sind nur diejenigen, die nichts tun und sich nicht entwickeln", so Harald Krummenauer: "Wir würdigen damit die Arbeit der jungen Menschen im ländlichen Raum. Zugleich wollen wir Anreiz geben, selbst die Initiative zu ergreifen."

Getreu dem Lebensmotto von Ernst Engelbrecht-Greve "Den Strukturwandel fördern, aber nicht erzwingen" soll der nach ihm benannte Preis zur Verbesserung von Lebens- und Bleibeperspektiven für junge Menschen in den ländlichen Räumen beitragen. Der Bewerbungszeitraum für den Ernst-Engelbrecht-Greve-Preis 2017 beginnt im Frühjahr nächsten Jahres.