Mittwoch, 22. November 2017


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Längst nicht rundum versorgt

BDL fordert flächendeckendes Gesundheitsnetz

Berlin, (lifePR) - „Immerhin, die Ausbildungssituation soll ab 2020 besser werden“, stellt Sebastian Schaller, Vorsitzender des Bundes der Deutschen Landjugend (BDL) e.V., lakonisch fest. Auch wenn die Änderungen im nun auch vom Bundesrat verabschiedeten „Gesetz zur Reform der Pflegeberufe“ längst überfällig gewesen seien, führt es die bisher getrennt geregelten Pflegeausbildungen der Alten- und Krankenpflegeberufe ab 2020 zusammen.

Dann soll für die Ausbildung kein Schulgeld mehr bezahlt werden müssen und auch die Vergütung soll steigen. „Das ist gut und wichtig, aber ich bezweifele, dass sich das positiv auf die Versorgungslage in den ländlichen Räumen auswirkt. Uns fehlen nämlich nicht nur Haus- und Fachärzte, sondern auch Fachkräfte in der gesundheitlichen Vor- und Nachsorge. Der Mangel an Physio- und Ergotherapeuten, Hebammen und Psychotherapeuten, um nur einige Beispiele aus den medizinischen und pflegenden Berufen zu nennen, ist in der Fläche zunehmend spürbar. Wenn der Termin beim Physiotherapeuten zur belastenden Tagesreise wird, kann etwas nicht stimmen“, fasst der BDL-Bundesvorsitzende die Erfahrungen junger Ehrenamtlicher zusammen.

„Viele ländliche Regionen sind schon jetzt unterversorgt, doch der Bedarf bleibt“, stellt Sebastian Schaller fest. „Die Weichen für ein zukunftsfähiges und menschenwürdiges Gesundheitssystem müssen jetzt gestellt werden. Wir dürfen da keine Zeit verlieren“, fordert der BDL-Bundesvorsitzende mit Nachdruck.

„Die gesundheitliche Versorgung in ländlichen Regionen muss langfristig sichergestellt werden. Dazu gehören aus unserer Sicht gesonderte Unterstützungs- und Ansiedlungsleistungen für praktizierende Ärzte, aber auch für das Fachpersonal, das für die Gesundheit der Menschen in unseren Dörfern langfristig genauso wichtig ist“, sagt der junge Mann. Es müsse doch möglich sein, die Arbeit auf dem Land für einen Teil der insgesamt 5,3 Millionen im Gesundheitswesen beschäftigten Menschen – drei Viertel von ihnen sind übrigens Frauen - attraktiver zu machen.

Vielleicht auch, indem man ihnen mehr Verantwortung überträgt. Wenn vielfach erprobte Konzepte für medizinische Versorgungszentren, Telemedizin, Gemeindeschwestern, ambulante Sprechstunden und mobile Praxen endlich umgesetzt werden, gewinnen alle, sind sich die jungen Aktiven im größten Jugendverband im ländlichen Raum einig.  

„Auch bei den Vorgaben und Beschlussfassungen von Krankenkassen und Ärztekammern müssen die Besonderheiten und Gegebenheiten der ländlichen Regionen endlich berücksichtigt werden“, so der junge Mann und zählt Entfernung und Siedlungsdichte als mögliche Kriterien auf.

Für den BDL e.V. ist klar: Gesundheit braucht Versorgung und die muss für alle zugänglich sein. Der Jugendverband fordert Bund und Länder auf, die gesetzlichen Grundlagen entsprechend zu prüfen und sie auf die ländlichen Regionen anzupassen. „In der Summe kann das den Unterschied machen und im schlimmsten Fall sogar über Leben und Tod entscheiden. Klingt dramatisch, ist aber so“, sagt der BDL-Bundesvorsitzende.  

Mehr zu den BDL-Wahlforderungen ist unter www.landjugend.de zu finden.

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