Donnerstag, 21. September 2017


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In der EU zuhause

BDL: "Jugend in Aktion" breiter aufstellen

Berlin, (lifePR) - „So sehr der Brexit schmerzt, wir stehen auf Europa und zur EU.“ Mit diesem Bekenntnis weiß Sebastian Schaller die Mehrheit der jungen Europäer hinter sich und die Landjugend natürlich, die er als Vorsitzender des Bundes der Deutschen Landjugend (BDL) e.V. vertritt. Europäischer Austausch, politische Bildung und interkulturelles Lernen gehören für den größten Jugendverband im ländlichen Raum seit seiner Gründung im Jahr 1949 zum Alltag.

Europaweit hält die Jugend mehr von der EU als die Menschen ab Mitte 50, wie das Eurobarometer zeigt. „Doch darauf darf man sich nicht ausruhen“, sagt der BDL-Bundesvorsitzende mit Blick auf das

EU-Programm Erasmus+. Das sei eine Erfolgsgeschichte, die den grenzüberschreitenden Austausch stärke. Allerdings vor allem im formalen Bildungsbereich, in dem es um Ausbildung, Arbeit und Hochschule geht, so Sebastian Schaller.

Etwa ein Zehntel des Milliarden-Budgets steht für das Erasmus+-Programm „Jugend in Aktion“ bereit. Aus diesem Topf werden u.a. Jugendverbände dabei unterstützt, sich europäisch zu vernetzen. „Leider scheitert das oft am Prozedere“, urteilt der BDL-Bundesvorsitzende. Er verweist auf die hohen Anforderungen des jetzigen Antragsverfahrens, zu dem auch das verkomplizierende Online-Tool beiträgt.

„Für ehrenamtlich geführte Organisationen und gerade kleinere Verbände ist diese Hürde nicht zu nehmen. Darum wurschteln sich viele ohne diese Förderung durch oder ihr Projekt scheitert“, kritisiert der junge Mann. Dabei soll das Förderprogramm dazu beitragen, allen Jugendlichen und jungen Erwachsenen internationale Begegnungen zu ermöglichen - „gerade denen, die sich einen Blick über den Tellerrand sonst nicht leisten können“, sagt der junge Europäer.

Eine internationale Begegnung ist keine Urlaubsreise. Es geht um einen Austausch auf Augenhöhe, fachlich und menschlich. „Im Idealfall sind sie so konzipiert, dass beim Voneinander-Lernen neue Ideen entstehen, die sich daheim umsetzen lassen. Klar, dass der organisatorische Aufwand bei der Vorbereitung und der Partnerfindung dabei beträchtlich ist“, so Schaller.

Die Beratung bei der Antragstellung müsse ausgebaut werden, damit auch kleinere Organisationen eine Chance auf Förderung bekommen, so der BDL-Vorsitzende. Dafür macht sich der BDL gemeinsam mit anderen Jungendverbänden auch im Deutschen Bundesjugendring (DBJR) stark. Wenn dann noch das Antragsverfahren nachgebessert und vereinfacht würde, käme das jungen Menschen außerhalb formaler Bildungsstrukturen und der Vernetzung von jungen Ehrenamtlichen zugute.

Gerade die kleineren Verbände mit ihren heterogenen Zielgruppen sorgen mit ihren maßgeschneiderten Begegnungen für nachhaltige Wirkung. Doch Austauschangebote abseits des Mainstreams entstehen nicht von selbst. „Die Kostenpauschalen müssen an die realen Kosten angepasst und der organisatorische Aufwand angemessen berücksichtigt werden“, fordert Sebastian Schaller stellvertretend für den BDL. Zudem müssten die Antragsfristen und formellen Anforderungen den Strukturen von Jugendverbandsarbeit besser entsprechen.

„Auch wenn «Jugend in Aktion» das kleinste Teilprogramm bei Erasmus+ ist, erreicht es höchst unterschiedliche Zielgruppen. Das ist Vielfalt, die stärker gewichtet werden muss und ein höheres Budget braucht“, so der BDL-Bundesvorsitzende. Die derzeit hohe Ablehnungsquote sei eine Abschreckung - nicht nur für kleine Verbände und unerfahrene Antragsteller.

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