Samstag, 18. November 2017


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Entscheiden statt verschleppen

BDL: "Pflanzen schützen, ohne der Umwelt zu schaden"

Berlin, (lifePR) - „Wir müssen raus aus der Endlosschleife zur weiteren Zulassung von Glyphosat. Eine Entscheidung, auch wenn sie nicht in unserem Sinne ausfällt, ist besser als dieses Gerangel um Deutungshoheit. Junglandwirte brauchen Planungssicherheit und im Falle eines Verbotes angemessene Übergangsfristen“, so Nina Sehnke. Die Vorsitzende des Bundes der Deutschen Landjugend (BDL) e.V. fordert den Ständigen EU-Ratsausschuss für Pflanzen, Tiere, Lebens- und Futtermittel auf, sich am Donnerstag auf einen Zeitraum für die Verlängerung des umstrittenen Wirkstoffs zu verständigen.

„Ein weiteres Vertagen oder gar ein Sonderausschuss ist für uns keine Option“, so die BDL-Bundesvorsitzende. Sie spricht von einer Unentschlossenheit auf EU-Ebene, die so nicht zu akzeptieren ist und die Branche lähmt. Seit Jahren stünde fest, dass die gegenwärtige Zulassung Ende des Jahres ausläuft. Und mindestens genauso lange wird versucht, die Frage nach der Gefährlichkeit des umstrittenen Pflanzenschutzes wissenschaftlich eindeutig zu beantworten, wie es u.a. das Bundesinstitut für Risikobewertung getan hat.  

„Fachbehörden stufen Glyphosat bei richtiger Anwendung als unbedenklich ein. Aber das wird die Zweifel an den vorgelegten Gutachten und Studien nicht ausräumen, weil die Neuzulassung längst zur ideologischen Glaubensfrage geworden ist“, stellt Nina Sehnke fest. Daran werde sich aus ihrer Sicht auch nichts ändern, wenn die Entscheidung weiter aufgeschoben wird.

In seinem vor zwei Jahren erschienen Positionspapier „Visionen und Forderungen für die Zukunft des Pflanzenschutzes“ warnt der BDL jedoch: „Pflanzenschutzprodukte zu verbieten, ohne den Landwirten Alternativen zu bieten, ist nicht zielführend. Als Junglandwirte sind wir an neuen Produkten interessiert und wollen unsere Pflanzen mit besten Mitteln schützen, ohne der Umwelt zu schaden. Je eingeschränkter die Auswahl an Mitteln ist, desto eher bilden sich Resistenzen.“

Das ist ein klarer Appell für eine Zulassungsdauer von mindestens zehn Jahren. Denn eins sei auch klar, mit dem Glyphosat-Ausstieg ohne adäquaten Ersatz wird eine intensivere mechanische Bearbeitung der Felder notwendig. „Das kostet nicht nur mehr Treibstoff und Arbeitszeit, sondern wird bei so ungünstiger Witterung wie diesen Herbst schnell problematisch. Denn das schont weder die Bodenstruktur noch die die dort lebenden Organismen. Intensive Bodenbearbeitung geht immer einher mit einem verringerten Bodenleben“, sagt die Fachfrau.

„Momentan sorgt die Auswahl von Pflanzenschutzmitteln für einige Probleme. Dies liegt zum einen an langwierigen Zulassungsverfahren, aber auch am Mangel an Alternativen. Der wichtigste Partner in diesem Feld ist die Forschung. Mit ihren Erkenntnissen können alternative Stoffe entwickelt und Innovationen geschaffen werden. Dafür ist ein entsprechendes Budget des Bundes und der EU zur Verfügung zu stellen“, forderte der BDL schon vor zwei Jahren in seinem Positionspapier. „Wie die Junglandwirte benötigt auch die Forschung für eine zielgerichtete und gute Arbeit Planungssicherheit“, heißt es dort. Daran hat sich nichts geändert.

Das vollständige Positionspapier hat der BDL bereits 2015 auf seiner Webseite unter www.landjugend.de veröffentlicht.

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