Donnerstag, 19. April 2018


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Dieselverbot trifft die Falschen

BDL: In den ÖPNV investieren

Berlin, (lifePR) - „Fahrverbote für Dieselautos bestrafen die Falschen. Ganz zu schweigen von den Menschen auf dem Land, die zur Arbeit in die Stadt pendeln“, empört sich Barbara Bißbort. Die wenigsten von ihnen können mal eben das Auto stehen lassen und mit den Öffentlichen fahren. „Ganz einfach, weil weder Bus noch Bahn in ihrer Gegend fahren. Und falls doch, dann bestenfalls im Stundentakt“, berichtet die stellvertretende Vorsitzende des Bundes der Deutschen Landjugend (BDL) e.V.

Mittlerweile fahren 60 Prozent aller Berufstätigen zur Arbeit in eine andere Gemeinde. „Sicher fahren nicht alle in Städte, die wegen der schlechten Luftqualität ein Fahrverbot erwägen. Aber es träfe viele. Wenn sie die Zeche ihres Autoherstellers bezahlen müssen, ist das ein falsches Signal“, stellt BDL-Vize Barbara Bißbort fest.

Damit steht ihr Jugendverband fest an der Seite des Städte- und Gemeindebundes (DStGB). Kommunen und Bürger dürften nicht die Ausfallbürgen für die Verfehlungen der Automobilindustrie und die Untätigkeit des Bundes sein, hatte sein designierter Präsident Dr. Uwe Brandl gewarnt. Wie der BDL setzt der DStGB Fahrverbote mit einer Enteignung der davon betroffenen Autofahrer gleich, die Pendler aus dem ländlichen Raum unverhältnismäßig belastet.

Solange der öffentliche Nahverkehr nicht entsprechend ausgebaut ist, treffen solch drastische Maßnahmen die Falschen. Das steht für den größten Jugendverband im ländlichen Raum fest. Es sei Sache der Politik, die Hersteller in die Pflicht zu nehmen. Denn sie sind für die Umrüstung der Fahrzeuge zuständig und nicht die Verbraucher.

Zugleich braucht es mehr als politische Willensbekundungen, um einen öffentlichen Nahverkehr zu ermöglichen, der den Arbeitnehmern das Pendeln möglich machen. „Da muss in die öffentliche Mobilität, in die Infrastruktur investiert werden und zwar vernetzt, schnell und über die Landkreise hinweg“, so die stellv. BDL-Bundesvorsitzende.

„In ländlichen Räumen ist eine gute Verkehrsanbindung an große Verkehrstrassen essentiell und dringend nötig. Dazu gehören auch Parkplätze, um den Umstieg vom Auto auf die Öffentlichen zu erleichtern“, stellt Barbara Bißbort fest. Sie selbst pendelt auch vom Land in die Stadt. Statt der 20 Minuten, die sie mit dem Auto zur Arbeit braucht, wäre sie mit den öffentlichen Nahverkehrsmitteln anderthalb Stunden unterwegs.

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