Freitag, 27. April 2018


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"Hobby ist vorzeigbare Kunst geworden"

100 Aussteller zeigten im Bürgerzentrum beeindruckend Kreatives in entschleunigender Atmosphäre

Bruchsal, (lifePR) - In Obergrombach stand einst der Elsbeerbaum, der nun in einer kleinen Obstschale weiterlebt; der zarte Teelichthalter entstand aus einem achtlos auf dem Häckselplatz entsorgten Stück Thuja. Und die dunkelbraun changierte Vase war in ihrem ersten Leben tatsächlich ein Fensterrahmen im Bruchsaler Gefängnis – anno 1850. Keine Frage, die Drechselarbeiten des Hans Singer aus Weiher haben fast alle eine Geschichte. Hier ein Stück aus einer Haustür des Nachbarn, dort eines aus einer 400 Jahre alten, eichernen Kuhstalldecke. „Wenn ich irgendein schönes Stück Holz sehe, muss ich damit was ausprobieren“, erzählte Singer.

Er war einer von 100 Künstlerinnen und Künstlern, die heuer bei der 28. Hobby- und Kunstaustellung im Bruchsaler Bürgerzentrum die Besucher mit ihren kreativen Ideen begeisterten. Selbst seine Christbaumkugeln mit den filigran ausgesägten Herzchen, Kreuzen und Sternen sind aus Weißbuchenholz. Doch halt! Auch die sind gedrechselt, betonte Singer. „Die Kugeln drechsle ich aus vier gleich großen Holzklötzchen bei 3000 Umdrehungen.“ Schon als kleiner Bub habe ihn das Drechseln fasziniert. Heute, als Rentner, habe er seinen Kindheitstraum in ein leidenschaftliches Hobby umgesetzt.

Bei Petra Honeck aus Walzbachtal ist es nicht anders. Sie erweckt ausgelesene Tageszeitungen zu neuem Leben: als kleine und größere Körbe ebenso wie als Engel und Sterne. Alles geflochten wie es ein Korbmacher mit seinen Weiden macht. „Es war meine Idee, das Flechten mit Zeitungen auszuprobieren“, sagte Ausstellungsneuling Petra Honeck. Zeitung in Streifen schneiden, Röllchen formen, flechten, fertig. Alles absolut stabil und toll anzusehen. „Das ist das beste und schönste Recycling, das ich bislang gesehen habe“, schwärmte denn auch Bruchsals Oberbürgermeisterin Cornelia Petzold-Schick bei ihrem Ausstellungsrundgang.

In der Tat bewiesen die Frauen und Männer an ihren Ausstellungsständen aufs Neue, wie kreativ, künstlerisch und handwerklich geschickt es bei ihnen zugeht: Schmuck aus Papier, Edelstahl, Silber, Glas, Edelsteinen und Quarzen; Schals, Mützen und Ponchos aus Wolle- und Walkstoffen, Filz und Seide sowie Handtaschen und Handyhüllen aus Leder und Stoff mit glitzernden Einhörnern, Hirschen und eleganten Farbarrangements. Selbst gebrannte Schnäpse aus Obst heimischer Streuobstwiesen, ayurvedische Tees und Honig von Gott sei Dank noch glücklichen Bienen aus der Region. Daneben der Hingucker für Wohnzimmer und Terrasse: unglaubliche Stehlampen aus wild anmutendem Treibholz und wuchtigen Eichenbalken einer alten Mühle.

„Es ist diese Vielfalt, die die Hobby- und Kunstausstellung in Bruchsal so besonders macht“, meinte Werner Chojinski aus Wössingen, der mit seiner Holzkunst zum ersten Mal dabei ist. „Das hat mir so gut gefallen und ist der Grund, weshalb ich unbedingt hier dabei sein wollte.“ Veronika Draxler aus Ladenburg, die mit ihrer Serviettentechnik auf Flaschen und Milchtüten ebenfalls ein Neuling ist, zeigte sich darüber hinaus vom Ambiente des Bürgerzentrums begeistert. Und auch die Tatsache, dass kein Eintritt verlangt wird, mache die Ausstellung attraktiver wie andere.

Die Hobby- und Kunstausstellung sei eine Facette Bruchsals in dem festlich-bunten Weihnachtsstrauß, den Stadt, Bruchsaler Tourismus, Marketing und Veranstaltungs GmbH (BTMV) sowie Vereine und Weihnachtsmarktbeschicker gebunden hätten, so Oberbürgermeisterin Cornelia Petzold-Schick. In den 28 Jahren der Ausstellung „ist Hobby vorzeigbare Kunst geworden“, die die Menschen begeistere und die im Bürgerzentrum angenehm entschleunigend wirke.

In ihren Dank an das Organisationsteam der BTMV schloss die OB auch eine besondere Anerkennung für BTMV-Geschäftsführerin Birgit Kling ein, für die es in dieser Position die letzte Ausstellung sei. Und sie dankte Fabienne Bender, Enkelin des BÜZ-Hausmeisters Reinhard Meid, die mit beeindruckender Stimme der offiziellen Eröffnung eine weihnachtlich-sinnliche Atmosphäre verlieh. Anschließend lud Cornelia Petzold-Schick die Besucher ein, die Ausstellung „mit allen Sinnen zu entdecken“.

Denn ein paar Stände weiter zogen herrliche Düfte nach Pfeffer, Curry, Anis und Co. in die Nase. Gewürze, die Dieter Schlupp aus Bühl selbst mahlt und mischt. Frisch und gesund, wie er sagte. Für seine Gewürze „Soul of Africa“ hat er sogar besondere Unterstützung, einen jungen Mann aus Somalia. „Ich kenne mich aus mit Leberknödel und Sauerkraut, aber doch nicht in der afrikanischen Küche“, sagte Schlupp und schmunzelte. Den jungen Asylanten hat er mittlerweile sogar eingestellt. „Das Geld schickt er immer an seine Familie ins Bürgerkriegsgebiet – unsere gemeinsam gemachten Gewürze sind für mich ein Zeichen der Völkerverständigung.“

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