Massive Kritik an Fusionsplänen von Fakultätentagen

Ein neues Errichtungsgesetz ist nicht erforderlich

(lifePR) ( Cottbus, )
BTU Cottbus und Hochschule Lausitz sind zwei starke Hochschulen, die sich in 20 Jahren beide einen guten Ruf erworben und ihre Marke aufgebaut haben. Eine verstärkte Kooperation und Verschränkung zwischen beiden ist auf jeden Fall sinnvoll - nicht jedoch die vorherige Zerschlagung zweier gut eingeführter Institutionen. Deshalb hat die BTU Cottbus am 7. Mai 2012 ein Konzept vorgelegt, das von den Empfehlungen der Emmermann- Kommission ausgeht. Das 30-köpfige Expertengremium kam nach eineinhalbjähriger Arbeit zu dem Ergebnis, dass der Erhalt beider Institutionen sinnvoll sei, die Zusammenarbeit aber in einigen Teilen wesentlich intensiviert werden solle.

In einem Schreiben des Vorsitzenden des Dachvereins der Fakultätentage der Ingenieurwissenschaften und der Informatik an Universitäten e.V. (4ING) - der die hochschulpolitischen Interessen von 130 Fakultäten an 52 Standorten in der Bundesrepublik Deutschland in den Fächern Bauingenieurwesen & Geodäsie, Elektrotechnik & Informationstechnik, Informatik und Maschinenbau & Verfahrenstechnik vertritt - vom 15. Mai 2012 an Ministerpräsident Platzeck heißt es:

"Wir sind alarmiert über die Pläne, die Fusion und Neugründung in Bälde beschließen zu wollen, da die Empfehlungen der Lausitzkommission einen solchen Weg gerade nicht vorsehen, sondern für den Erhalt beider Hochschularten bei gleichzeitig stärkerer Profilierung und Kooperation eintreten.

4ING wendet sich daher nachdrücklich gegen die angekündigten Pläne der Landesregierung zur Schließung der BTU Cottbus und der Hochschule Lausitz sowie die fusionierte Neugründung "Energieuniversität". Auf Basis der bislang vorliegenden Verlautbarungen des Fachministeriums ist nicht nachvollziehbar, wie durch die Aufgabe eines jeweils eigenständigen Bildungsprofils von Universität und Fachhochschule ein Gewinn für die Studierenden, die Lehrenden und sonstigen Beschäftigten oder den Hochschul- bzw. Wirtschaftsstandort Brandenburg insgesamt erzielt werden könnte.

4ING sieht hierin Signale, die in die falsche Richtung weisen, und möchte dies im Folgenden erläutern: (Ausführungen in Auszügen; Anmerkung der Redaktion der BTU)

- Hervorragende Ingenieurleistungen sind für den Wohlstand in Deutschland und auch für das Industrieland Brandenburg unabdingbar.
- Das qualitative Niveau der Arbeitsleistungen in der deutschen Industrie wächst stetig. Der Anteil von Ingenieuren unter den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern wächst entsprechend - unabhängig von der Konjunktur.
- Die Industrie benötigt auf Grund der Vielfalt an auszufüllenden Berufsbildern dringend Absolventen/Innen mit beiden Hochschulprofilen: Fachhochschulabschluss und Universitätsabschluss.
- Eine fundierte Ingenieurausbildung mit gut ausgebildeten Ingenieuren/Innen beider Profile führt zur Ansiedlung von Unternehmen im Umfeld der Hochschulen.

Statt der künstlichen Herstellung einer Einheitshochschule in Brandenburg sollten die Analysen der Lausitzkommission konstruktiv genutzt werden, um die bestehenden Stärken von BTU und Hochschule Lausitz weiter auszubauen sowie die erkannten Probleme konstruktiv anzugehen. Das schließt ein, die Kooperation von BTU und Hochschule Lausitz zukünftig zu intensivieren, sofern hiervon weitere Synergien zu erwarten sind. 4ING kritisiert neben dem Aktionismus besonders die Art und Weise der Kommunikation der Zusammenlegungspläne ohne vorherige ergebnisoffene Diskussion und Einbeziehung der Beteiligten."

Zum Schluss des Briefes von Herrn Prof. Dr.-Ing. Heyno Garbe, der an der Leibniz Universität Hannover lehrt, plädiert dieser dafür, vertrauensbildende Maßnahmen einzuleiten: "Dazu gehört auch, einen neutralen und von allen Seiten akzeptierten Mediator einzusetzen, der nun ein transparentes und ergebnisoffenes Verfahren moderiert, um (weiteren) Schaden von den betroffenen Hochschulen fernzuhalten."
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