Donnerstag, 26. April 2018


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Equal Pay Day: Frauen verdienen immer noch ein Viertel weniger als Männer - das muss sich ändern

Mehr als 700 Aktionen bundesweit erwartet / Themenschwerpunkt ist die schlechtere Bezahlung von traditionellen Frauenberufen wie den Gesundheitsberufen

Berlin, (lifePR) - Vier Tage vor dem Equal Pay Day melden die Initiatorinnen rund 700 Aktionen im gesamten Bundesgebiet. Mit Kundgebungen, Stadt-Ralleys und roten Taschen - dem Symbol der ungleichen Bezahlung - wird darauf aufmerksam gemacht, dass Frauen nach aktuellen Zahlen des Statistischen Bundesamts nach wie vor 22 Prozent [1] weniger verdienen als Männer. Bei Akademikerinnen liegt die Lohnlücke laut Destatis bei 28 Prozent, in Führungspositionen bei 30 Prozent.[1] Nach dem Ende Ihres Erwerbslebens erhalten Frauen eine rund 60 Prozent niedrigere Rente als Männer. "Nach einer Umfrage des Bundesfamilienministeriums aus dem Jahr 2011 ist das Thema 'Gleiche Bezahlung für Frauen und Männer' für 76 Prozent der Bevölkerung das wichtigste gleichstellungspolitische Ziel. Es wird Zeit, dass diese Forderungen endlich ernst genommen werden. Noch immer haben wir eine Lohnlücke von 22 Prozent", fordert Henrike von Platen, Präsidentin der Business and Professional Women (BPW) Germany. Das Frauennetzwerk BPW Germany hat 2008 den Equal Pay Day in Deutschland initiiert, um auf den Missstand der ungleichen Bezahlung aufmerksam zu machen.

Die Ursachen für die Lohnlücke sind vielfältig und verstärken sich gegenseitig. Der Fokus liegt in diesem Jahr auf den Gesundheitsberufen, die als traditionelle Frauenberufe schlechter bezahlt werden als gleichwertige Ausbildungsberufe. Etwa ein Fünftel der Lohnlücke ist darauf zurückzuführen. Dabei geht es den Initiatorinnen nicht um Zahlenspiele, sondern um das Aufzeigen und die Bekämpfung der Ursachen des Entgeltunterschieds: "Der Arbeitsmarkt ist nach wie vor auf männliche Erwerbsbiografien ausgelegt und bewertet Frauen- und Männertätigkeiten und -gehälter nach alten Rollenvorstellungen", beklagt von Platen.

Geschlechtergerechte Tarifverträge fehlen nach wie vor. So geht das Heben schwerer Lasten etwa bei Müllmännern in die Lohnfindung mit ein, in Pflegeberufen ist dies nicht der Fall.

10 Fakten zur Lohnlücke: http://www.equalpayday.de/presse/pressemitteilungen/

Mehr Infos zum Thema sowie die Aktionslandkarte: www.equalpayday.de

Zum Equal Pay Day

2008 wurde der Equal Pay Day auf Initiative des BPW Germany erstmals in Deutschland durchgeführt. Entstanden ist der "Tag für gleiche Bezahlung" in den USA. Initiatorinnen waren die amerikanischen Business and Professional Women (BPW/USA), die 1988 die "Red Purse Campaign" ins Leben riefen, um auf die bestehende Lohnkluft hinzuweisen. Diesen Gedanken griff der BPW Germany 2007 auf und startete die Initiative Rote Tasche, aus der heraus die Idee für die bundesweite Einführung des Equal Pay Day entstanden ist. Die roten Taschen, Sinnbild für die roten Zahlen in den Geldbörsen der Frauen, sind seither zum Symbol des Equal Pay Day geworden. Bei der deutschen Premiere des Equal Pay Day 2008 nahmen bundesweit 6.000 Frauen und Männer an rund 40 Aktionen und Veranstaltungen in 25 Städten teil. 2009 erhielten die Business and Professional Women (BPW) Germany als Initiatorinnen des Aktionstags in Deutschland die Auszeichnung "Ort im Land der Ideen". Zum Equal Pay Day 2012 fanden bundesweit mehr als 760 Aktionen statt.

Seit 2009 errechnet sich das Datum des Equal Pay Day aus den jeweils aktuellen Zahlen des Statistischen Bundesamts. Der Equal Pay Day ist demnach der Tag, bis zu dem Frauen im Schnitt länger arbeiten müssen, um rein rechnerisch genauso viel Geld verdient zu haben wie Männer bereits am Ende des Vorjahres.

Inzwischen findet der Equal Pay Day nach deutschem Vorbild an unterschiedlichen Tagen in 23 europäischen Ländern statt. Der Europäische Equal Pay Day fand 2013 am 28. Februar statt.

Um die Initiative des Equal Pay Day, des Tags für gleiche Bezahlung von Frauen und Männern, über den Aktionstag hinaus durch ein ganzjähriges Engagement zu stärken, öffneten im September 2011 die Bundesgeschäftsstelle Entgeltgleichheit und das Forum Equal Pay Day ihre Pforten. Die Bundesgeschäftsstelle Entgeltgleichheit stellt Leitfäden für Veranstaltungen, Werbemittel und Informationsmaterial zum Schwerpunktthema des Aktionstags bereit - das so genannte "EPD-Toolkit". Das Forum Equal Pay Day ergänzt den Aktionstag durch Informationsveranstaltungen (Equal Pay Day Foren), um Multiplikatorinnen und Multiplikatoren auf das aktuelle Schwerpunktthema vorzubereiten.

Mehr dazu auf www.equalpayday.de. Eine Newsletter-Registrierung unter www.equalpayday.de/Newsletter garantiert fortlaufende Informationen.

Gefördert wird die Initiative des "Gleichbezahltags" durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ).

[1] Statistik des Statistischen Bundesamts vom 04.10.2012 nach Berufsgruppen, Alter und Bildung.
https://www.destatis.de/DE/PresseService/Presse/Pressemitteilungen/2012/10/PD12_345_62 1.html

Zahlen bleiben gleich nach Mitteilung von Destatis vom 19.03.2013: http://www.equalpayday.de/presse/pressemitteilungen/

BPW Germany e.V.

Mit 44 Clubs und rund 1.800 Mitgliedern sind die Business and Professional Women (BPW) Germany eines der größten und ältesten Berufsnetzwerke für angestellte und selbständige Frauen in Deutschland. Der in den 30er Jahren entstandene und nach der Auflösung unter den Nationalsozialisten 1951 neu gegründete gemeinnützige Verband unterstützt berufstätige Frauen auf vielfältige Weise: Neben persönlichem Austausch, Vorträgen, Tagungen und Mentoring leistet das Netzwerk politisch-gesellschaftliche Lobbyarbeit auf nationaler und internationaler Ebene und engagiert sich für humanitäre Zwecke. Der BPW Germany kooperiert mit Wirtschaft, Medien, Politik und unterstützt seine Partner in Fragen der Unternehmensverantwortung und Chancengleichheit im Beruf. 2008 zeichnete das Netzwerk für die Einführung des Equal Pay Day, des internationalen Aktionstages für Entgeltgleichheit zwischen Frauen und Männern, in Deutschland verantwortlich und erhielt dafür 2009 die Auszeichnung "Ort im Land der Ideen".

Der BPW Germany ist Teil des BPW International, der in rund 100 Ländern, darunter 31 europäischen Ländern, vertreten ist und Beraterstatus bei den Vereinten Nationen und beim Europarat genießt. Mehr dazu unter www.bpwgermany.de. Mehr zu den BPW-Landesverbänden in Europa unter www.bpweurope.org. Mehr zum BPW International unter www.bpw-international.org.

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