Sonntag, 19. November 2017


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Offene Immobilienfonds: Entscheidung über Zukunft der Fondskategorie steht unmittelbar bevor

Hamburg, (lifePR) - .
- CS Euroreal und SEB ImmoInvest wegweisend für andere Fonds
- Börslicher Handel spiegelt Einschätzungen der Anleger wider
- Offene Immobilienfonds bleiben für Privatanleger attraktiv

In den kommenden zwei Wochen entscheidet sich, ob die beiden offenen Immobilienfonds CS Euroreal (WKN: 980500) und SEB ImmoInvest (WKN: 980230) wieder geöffnet oder abgewickelt werden. Dann ist bei beiden Fonds die Anteilsrückgabe bei den Fondsgesellschaften zwei Jahre ohne Unterbrechung ausgesetzt. Per Gesetz ist geregelt, dass mit Ablauf dieser Frist über eine Wiederöffnung oder Liquidierung entschieden werden muss. Am 07. Mai will die SEB den SEB ImmoInvest für einen Tag öffnen und die Anleger über die Zukunft des Fonds entscheiden lassen.

"Wie es mit dem CS Euroreal und dem SEB ImmoInvest weitergeht, wird wegweisend für die gesamte Fondskategorie der offenen Immobilienfonds sein", sagt Dr. Thomas Ledermann, Geschäftsführer der Börse Hamburg. "Sollten beide Fonds aufgelöst werden, wäre das ein schlechtes Signal für andere Immobilienfonds." Die immense Bedeutung der beiden Fonds verdeutlichen bereits deren Fondsvolumina: Der SEB ImmoInvest hat ein Fondsvermögen von derzeit 6,36 Milliarden Euro, der CS Euroreal von 6,0 Milliarden Euro - damit gehören sie zu den größten Immobilienfonds überhaupt.

CS Euroreal und SEB ImmoInvest Umsatzspitzenreiter auf Jahressicht

Diesen Stellenwert spiegeln auch die Umsätze im Handel an der Börse Hamburg wider: In den vergangenen zwölf Monaten wurden allein im CS Euroreal Anteile im Volumen von 303,7 Millionen Euro gehandelt, im SEB ImmoInvest waren es 195,1 Millionen Euro. Auf dem dritten Platz der umsatzstärksten Immobilienfonds folgt der AXA Immoselect (WKN: 984645) mit 79,9 Millionen Euro Umsatz. Die Top-5 der Umsatzspitzenreiter auf Jahressicht vervollständigen der KanAm grundinvest (WKN: 679180) mit 79,6 Millionen Euro Umsatz und der DEGI Europa (WKN: 980780) mit einem Umsatz von 44,8 Millionen Euro.

Börsenhandel ist Indikator über Zukunft der einzelnen Fonds

"Der Handel mit offenen Immobilienfonds über die Börse erfüllt zwei Funktionen auf einmal: Er ist bei den eingefrorenen oder in der Abwicklung befindlichen Fonds die einzige Möglichkeit, weiterhin Fondsanteile zu kaufen oder zu verkaufen", sagt Ledermann. "Und er ist ein Indikator für die Einschätzung der Anleger, wie es mit einem Fonds weitergeht." Dass die Entscheidung über den CS Euroreal und den SEB ImmoInvest direkt bevorsteht, zeigt sich entsprechend auch in den Umsätzen im Fondshandel an der Börse Hamburg: Der Umsatz im CS Euroreal lag im April bei 26,3 Millionen Euro. Damit hat der Handel in diesem Fonds im Monatsvergleich nochmals angezogen - im März waren es 22,0 Millionen Euro. Noch deutlicher stieg das Interesse der Anleger beim SEB ImmoInvest: Der Fonds steigerte seinen Wert im April um 4,8 Prozent, der Umsatz stieg von 13,6 Millionen Euro im März auf 23,4 Millionen Euro - also um fast 10,0 Millionen Euro.

Auch nach Liquidierung Wertsteigerungen möglich

Die Umsatzzahlen der vergangenen zwölf Monate zeigen, dass selbst in vor der Liquidierung stehenden Fonds ein reger Handel stattfindet und sogar Gewinne möglich sind: "Ein Paradebeispiel ist der DEGI International: Bereits im Oktober 2010 wurde die Auflösung des Fonds angekündigt", sagt Ledermann. "Der DEGI International erzielt aber nach wie vor Umsätze auf einem hohen Niveau und hat auf Jahressicht eine Wertsteigerung von 14,7 Prozent verzeichnet." Die meisten Fonds, die sich in der Abwicklung befinden, können mittelfristig weiterhin an der Börse gehandelt werden.

Vorzüge offener Immobilienfonds sollen erhalten bleiben

"Langfristig gesehen bleiben offene Immobilienfonds allen Turbulenzen zum Trotz ein Muss für den Vermögensaufbau von Privatanlegern", sagt Niklas Breckling, Makler bei der Schnigge Wertpapierhandelsbank AG. "Die großen Immobilienfonds, die einem Konzern zugehörig sind und über ein starkes Vertriebsnetz verfügen, werden weiter bestehen." Gesetzliche Neuregelungen, die in Zukunft Liquiditätsengpässe bei offenen Immobilienfonds verhindern sollen, sind bereits erarbeitet worden. Einen weiteren Lösungsansatz sieht Ledermann im sogenannten Schweizer Modell, das den Handel mit Immobilienfonds ausschließlich über Börsenplätze erlaubt: "Die bisher erarbeiteten gesetzlichen Regelungen für offene Immobilienfonds gehen noch nicht weit genug. Eine sinnvolle Lösung wäre der Handel dieser Fondskategorie über die Börsenplätze, wie er sich in der Schweiz bewährt hat", sagt Ledermann. "Der Handel über die Börse könnte zwar zu einer höheren Volatilität führen. Es wäre aber stets genügend Liquidität vorhanden, um alle Anlegerwünsche zu bedienen. Eine Mindesthaltefrist wäre damit überflüssig und einer der wichtigsten Vorzüge von Fonds - deren tägliche Verfügbarkeit - bliebe erhalten."

BÖAG Börsen AG - Niederlassung Hamburg (Börse Hamburg)

Die Börse Hamburg ist der führende Börsenplatz für den Handel mit offenen, aktiv gemanagten Fonds in Deutschland. Anleger können börsentäglich zwischen 8 Uhr und 20 Uhr über 4.300 Fonds ohne Ausgabeaufschlag zu aktuellen Preisen handeln. Neben der Maklercourtage von 0,08 Prozent fällt die individuelle Bankprovision an. Die Orderaufgabe erfolgt - wie bei anderen Wertpapiergeschäften - über die Hausbank oder den Online-Broker. Es ist lediglich bei der Auswahl des Börsen- bzw. Handelsplatzes Hamburg anzugeben. Bei der Ausführung über die Börse Hamburg lassen sich Aufträge preislich und zeitlich limitieren, zum Beispiel auch über Stop-Loss- und Stop-Buy-Orders. Der Handel findet unter Aufsicht der Handelsüberwachungsstelle an der Börse Hamburg statt.

Die Börse Hamburg erteilt keine Anlageempfehlungen und veröffentlicht ausschließlich produktbezogene oder allgemeine Informationen. Historische Wertentwicklungen sind keine geeignete Indikation für künftige Renditen.

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