Biodiversität und Energiewende gemeinsam voranbringen

Bodensee-Stiftung unterstützt klare Positionen zur Solarenergie in Baden-Württemberg von BUND und NABU - Solarpark Mooshof vorbildlich

(lifePR) ( Radolfzell, )
Im Solarpark Mooshof, bei Wahlwies ist was los! Dort blüht es, sind Schmetterlinge in der Luft und Insekten bei der Arbeit. Nirgends in der Region kann besser gezeigt werden, wie die Energiewende ihren Beitrag zu mehr Biodiversität leisten kann. Dort begleiten bereits seit den ersten Überlegungen einen Solarpark entlang der Zugstrecke zu errichten die regionalen BUND und NABU Gruppen das Projekt. Jetzt nach zehn Jahren in Betrieb zeigt sich, dass Maßnahmen zur ökologischen Vielfalt und Energiegewinnung gut zusammen funktionieren. Auf der Fläche sind Pflanzengemeinschaften und Lebensräume entstanden, die zuvor so auf dem Acker nicht zu finden waren. Der Mooshof ist zur Blaupause geworden, wie Biodiversität und Energiewende gemeinsam vorangebracht werden.

Gemeinsames Positionspapier und Hinweispapier zur Solarenergie

Der BUND, NABU, die Naturfreunde in Baden-Württemberg und die Bodensee-Stiftung haben ein neues Positionspapier und ein aktualisiertes Hinweispapier zur Solarenergie veröffentlicht. Die zentrale Aussage der Verbände lautet: Für effektiven Klimaschutz müssen Energie- und Ressourcenverbrauch reduziert und benötigte Energie effizienter genutzt werden. Gleichzeitig müsse Baden-Württemberg den Ausbau der Erneuerbaren Energien naturverträglich und zügig vorantreiben, betonen die Verbände.

In dem neuen Positionspapier zur Solarenergie fordern die Verbände die Landesregierung, Kommunen und Projektentwickler*innen auf, alle Chancen der Solarenergie im Südwesten zu nutzen und durch ökologischen Kriterien orientierte Gestaltung von Freiflächen-Solaranlagen einen Mehrwert für Energiewende und Biodiversität zu schaffen.

Freiflächensolaranlagen ökologisch gestalten und Sonnenergie ernten

Welche Kriterien entscheidend sind, damit auf der Fläche einer Solaranlage auch die biologische Vielfalt gefördert wird, haben BUND und NABU gemeinsam mit Bodensee-Stiftung und Naturfreunden in einem aktualisierten Hinweispapier zusammengefasst. Alexander Habermeier, Landesgeschäftsführer der Naturfreunde, sagt dazu: „Für die Projektentwickler*innen muss klar sein, dass alle Freiflächensolaranlagen ökologisch gestaltet und extensiv gepflegt werden müssen. Nur so kann es eine breit akzeptierte, naturverträgliche Energiewende geben.“ Jörg Dürr-Pucher, Präsident der Bodensee-Stiftung, ergänzt: „Auf Freiflächensolaranlagen kann etwas für den Naturschutz und die regionale Wertschöpfung getan werden. Auch andere Akteure, wie landwirtschaftliche Betriebe oder Kommunen, sollten diese Chance erkennen und ihre Flächen dafür bereitstellen. Solarparks können sogar in die Biotopverbundplanung der Kommunen eingebunden werden.“

„Die Solarenergie hat im sonnigen Südwesten sehr großes Potenzial zur klimaneutralen Energiegewinnung. Sie kann und sollte daher einen unverzichtbaren Beitrag zum Klimaschutz leisten. Mit dem Bau von Freiflächensolaranlagen bieten sich zudem große Chancen, um Klima- und Naturschutz auf einer Fläche voranzubringen – sofern diese ökologisch gestaltet und gepflegt wird“, führt der NABU-Landesvorsitzende Johannes Enssle aus.

„Die Landesregierung muss ihre Versprechen aus dem Koalitionsvertrag nun auch schnellstmöglich umsetzen: PV-Anlagen müssen auf Dächern und Parkplätzen installiert werden. Jede Region muss Flächen für Erneuerbare Energien – auch für Freiflächensolaranlagen – ausweisen,“ ergänzt Sylvia Pilarsky-Grosch, Landesvorsitzende des BUND Baden-Württemberg, „Natürlich gibt es dabei auch Tabu-Bereiche, die aus Naturschutzsicht freigehalten und Kriterien, die eingehalten werden müssen. Trotzdem muss auch der Ausbau auf der freien Fläche vorangehen, um die Energiewende zu schaffen.“

Solaranlagen lohnen sich ökologisch und ökonomisch

Die beiden Solarpapiere kommen genau zu einem Zeitpunkt, an dem die neue Landesregierung den Ausbau der Erneuerbaren Energien und insbesondere der Solarenergie deutlich schneller voranbringen will. Im neuen Klimaschutzgesetz soll ein Zwei-Prozent-Flächenziel für Windenergie- und Freiflächensolaranlagen verankert werden. Weil die Zahl neuer Windräder im Land stark sank, kommt der Solarenergie eine umso wichtigere Rolle bei der Energiewende zu. In den letzten Jahren nahm die Solarenergie und insbesondere die Zahl der Freiflächensolaranlagen spürbar zu.

Solaranlagen lohnen sich ökologisch und ökonomisch, sie sind effizient und günstig und bereits nach maximal zwei Jahren stellen sie mehr klimafreundlichen Strom her, als für Produktion und Bau aufgewendet wurde. Um mit dem Photovoltaik-Ausbau und der Energiewende schnell genug voranzukommen, reiche es nicht aus, nur auf die Sonnenenergie vom Dach zu setzen. Freiflächensolaranlagen sind aus Sicht der Verbände unverzichtbar.

Weitere Informationen:
Positions- und Hinweispapier sind hier zu finden:
www.bund-bawue.de/themen/mensch-umwelt/klima-und-energie/erneuerbare-energien/ und
www.NABU-BW.de/umwelt-und-leben/klima-und-energie/
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