Freitag, 24. November 2017


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Beschäftigte in der Pflege sind länger krank

BKK Gesundheitsatlas 2017 analysiert Krankheitsgeschehen in Gesundheits- und Pflegeberufen - Betriebliche Gesundheitsförderung als Instrument zum Erhalt der Arbeitskraft

Kornwestheim, (lifePR) - Alle Studien und Hochrechnungen zum zukünftigen Bedarf an Pflegefachkräften lassen auch für Baden-Württemberg in den nächsten Jahren ganz erhebliche Schwierigkeiten bei der Rekrutierung des benötigten Personals erwarten. Umso wichtiger ist es, dass die vorhandenen Fachkräfte möglichst lange und gesund ihrer Tätigkeit nachgehen können. Für die Betriebskrankenkassen ist dies Anlass, im BKK Gesundheitsatlas 2017 einen genaueren Blick auf die gesundheitliche Situation der in den Gesundheits- und Pflegeberufen Beschäftigten in Bund und Ländern zu werfen. Dabei zeigt sich ein deutliches Bild.

Beschäftigte in den Gesundheits- und Pflegeberufen sind gesundheitlich stark belastet

In Baden-Württemberg arbeiten aktuell über 400.000 Menschen in einem Gesundheits- oder Pflegeberuf; das ist annähernd jeder Zehnte. Der Bedarf wird auf Grund des demografischen Wandels bis zum Jahr 2030 um bis zu 50 Prozent steigen. Dieser Bedarf kann nur gedeckt werden, wenn es gelingt, potentiellen Bewerbern attraktive Arbeitsbedingungen zu bieten. Dazu gehört unter anderem ein gesundheitsfreundliches Arbeitsumfeld.

Schaut man sich allerdings die aktuelle Gesundheitssituation der in einem Gesundheits- oder Pflegeberuf beschäftigten Menschen an, so zeigen sich ernst zu nehmende Entwicklungen. Zwar sind die hier Beschäftigten in Baden-Württemberg deutlich weniger krank als im Bundesdurchschnitt. Trotzdem gilt auch im Südwesten, dass die Gesundheits- und Pflegeberufe gesundheitlich besonders stark belastet sind. So sind deren Fehlzeiten verglichen mit allen baden-württembergischen Beschäftigten um 1,8 bis 6,0 AU-Tage höher. Dabei kommt psychisch bedingten Erkrankungen eine besondere Bedeutung zu. Darüber hinaus fallen verglichen mit anderen Berufszweigen mehr Krankenhausbehandlungstage an.

Mehr betriebliche Gesundheitsförderung nötig

Dieser objektive Befund deckt sich mit einer Beschäftigtenumfrage, die der BKK Dachverband im März 2017 hat durchführen lassen. Danach bewerten jeweils mehr als 40 Prozent der Beschäftigten in der Gesundheits- und Krankenpflege sowie der Altenpflege die eigene Arbeitsfähigkeit als mäßig bis schlecht. Korrelierend dazu erachten 88,2% aller Befragten Betriebliche Gesundheitsförderung (BGF) für sich selbst als (sehr) wichtig, dagegen gibt es aber nur bei 43,8% von ihnen überhaupt ein solches Angebot.

Dazu erklärt Jacqueline Kühne, Vorstand des BKK Landesverbandes Süd: „Wir wissen heute, dass sich BGF nicht nur für die Beschäftigten, sondern auch für die Unternehmen lohnt. Es gibt Studien, die belegen, dass für jeden in BGF investierten Euro allein durch die Reduktion von Fehlzeiten 2,70 Euro eingespart werden können. Vor diesem Hintergrund sind passgenaue BGF-Angebote nicht nur ein beschäftigungspolitisches Instrument zur Erhöhung der Attraktivität der Gesundheits- und Pflegeberufe. Sie liegen vielmehr auch im ökonomischen Interesse der Arbeitgeber. Gerne unterstützen die Betriebskrankenkassen als Experten für gesunde Mitarbeiter in gesunden Unternehmen sie bei Umsetzung entsprechender Aktivitäten."

Durch ihre Nähe zu den Unternehmen und den Beschäftigten sowie durch ihre traditionsbedingten Kenntnisse der Branchen verfügen die Betriebskrankenkassen über eine umfassende Expertise bei der Gestaltung gesundheitsförderlicher Arbeitsbedingungen. Gerne begleiten sie damit aktiv den stetigen Wandel unserer Arbeitswelt.

Der BKK Gesundheitsatlas 2017

Im BKK Gesundheitsatlas 2017 sind die Daten von knapp einer halben Million Beschäftigten im Gesundheits- und So zialwesen detailliert analysiert und aufbereitet. Auszüge davon finden Sie auch in der Anlage. Zudem enthält der Gesundheitsatlas Beiträge namhafter Gastautoren aus Wissenschaft, Politik und Praxis. All dies steht Ihnen – ebenso wie die Ergebnisse der Beschäftigtenumfrage – auch unter

www.bkk-dachverband.de/publikationen/bkk-gesundheitsatlas

zur Verfügung.

BKK Landesverband Süd

Der BKK Landesverband Süd vertritt die Interessen der Betriebskrankenkassen und ihrer Versicherten in Baden-Württemberg und Hessen. 2,4 Millionen Menschen vertrauen in diesen beiden Ländern auf die Leistungsstärke einer BKK. Sie erreichen uns im Internet unter www.bkk-sued.de.

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