"Im Spannungsfeld der Digitalen Transformation von Industrie, Handel und Konsument"

3. Lebensmittelforum Bremerhaven

(lifePR) ( Bremerhaven, )
29. November 2017. Das Lebensmittelforum Bremerhaven wird zu einem wichtigen Taktgeber der Branche. Im Spannungsfeld der „Digitalen Transformation von Industrie, Handel und Konsument“ steht der „Spagat zwischen Content und Commerce“. Darüber diskutieren hochkarätige Referenten mit Unternehmern und Wirtschaftsvertretern. Eingeladen hat erneut die Bremerhavener Gesellschaft für Investitionsförderung und Stadtentwicklung (BIS).

Es sind vor allen zwei große Herausforderungen, die der Lebensmittelhandel (LEH) stemmen muss: Zum einen wächst der Druck auf den klassischen LEH, darunter Edeka, Rewe, Globus, Kaufland, Dohle. Dahinter stecken die Discounter. Sie greifen die traditionellen Vollsortimenter auf breiter Front und ureigenen Terrain an. Investiert wird in moderne Ladenbaukonzepte mit breiten Gängen, viel Licht, übersichtlichen Sortimenten und einer starken Frischebetonung bei den Konsumenten. Aldi listet Markenartikel ein und zieht damit weiteren Umsatz und Ertrag zu sich.  Die Vollsortimenter halten dagegen und bauen neue und frischezentrierte Vertriebskonzepte auf. Noch mehr Glas, noch mehr Technik, alles neu, modern aber nicht zu chic, mehr emotional.

Zum anderen wird der Onlinehandel im Frische-Geschäft jetzt Realität. In Berlin und Potsdam ist Amazon Fresh bereits angelaufen, in München steht alles bereit. Die digitalisierten Angebote stehen für einen Transformationsprozess, mit dem Ziel einer veränderten Wertschöpfung und Effizienzsteigerung. Um rechtzeitig mithalten zu können, investierte Rewe in den letzten fünf Jahren Milliardenbeträge in den Aufbau neuer Onlineaktivitäten und stemmte dabei Personalkosten für 500 Digital-Natives. „Zeit ist die neue Währung“, sagt der scheidende Rewe-Chef Alain Caparros. Wettbewerber Edeka baut den ehemaligen Tengelmann Onlinedienst „Bringmeister“ aus und auch Lidl soll bereits 300 Mitarbeiter in einer „digitalen Geschäftseinheit“ beschäftigen und einen zweistelligen Millionenbetrag in eine neue Big-Data-Offensive investieren.

Doch reicht das alles aus, um dem Druck von Amazon standhalten können? Laut Bundeswirtschaftsministerium sinkt der stationäre LEH-Umsatz bis 2020 auf knapp 80 Prozent. Muss es künftig mehr Supermärkte mit Convenience und ToGo-Format geben? Mit noch mehr Gastronomie und Verweilflächen? Wird der LEH versuchen Amazon & Co. zu kopieren oder Schwachpunkte des Konzeptes recherchieren und nutzen? Gehört die Zukunft von „durchdesignten Foodmärkten“, in denen es Pizza, Burger, Pasta und Sushi gibt? Allein Real investierte in Krefeld bereits Millionen in ein neues „Food-Lover-Konzept“. Die Metro-Tochter erhofft sich dadurch höhere Spannen, als beim Verkauf von „nackten Lebensmitteln“.

Was macht das alles mit der Industrie. Stehen die Lieferanten auch vor dem „Spagat zwischen Content und Commerce“.  Wie lassen sich ihre Marken künftig so positionieren und bewerben, dass sie den Konsumenten erreichen? Sollen die Hersteller künftig noch mehr auf Blogs setzen?  Sind ihre Supply Chains optimal auf die neuen Herausforderungen justiert? Welchen Vertriebskanälen gehört die Zukunft? Wie verändert sich das Verhältnis zwischen LEH und Industrie, durch die geänderten Konsumentenwelten?

Hochkarätige Referenten aus Wissenschaft und Wirtschaft

Viele Fragen. Antworten geben ausgewiesene Experten und Praktiker.

Dr. David Bosshart, Keynote-Speaker und CEO des Gottlieb Duttweiler Instituts für Wirtschaft und Gesellschaft (GDI) in Zürich wird aufzeigen, wie die „Digitalisierung das Ernährungs- und Kaufverhalten beeinflusst“. Der weltweit gefragte Philosoph und Autor  Bosshart ist Verfasser zahlreicher internationaler Publikationen über Zukunftsfragen, den gesellschaftlichen Wandel, Digitalisierung, Management, Kultur, Globalisierung und politische Philosophie.

Matthias Kück, Geschäftsführer der Bremerhavener Biozoon Food Innovations GmbH ist fasziniert vom 3-D-Druck von Lebensmitteln. Der Spezialanbieter von innovativen Produkten geht der Frage nach: „Werden sich Konsumenten künftig ihr Essen „drucken lassen?“ Die zunächst belächelte 3-D-Drucktechnik hat inzwischen in  der Gemeinschaftsverpflegung (Seniorenheime, Kantinen) längst Einzug gehalten.  Doch ist diese Technik auch ein Trend für Konsumenten? Welche  Auswirkungen hat das auf Handel und Industrie?

Lars Ketelsen, Direktor IT & Digitalisierung der Deutschen See GmbH in Bremerhaven berichtet über den „steinigen, aber auch überraschend positiven Weg in die Digitalisierung“. Das Bremerhavener Unternehmen hat sich immer wieder den Herausforderungen des Marktes angepasst und definiert die Digitalisierung als „eine der entscheidenden Zukunftsaufgaben“. Lars Ketelsen hat eine 20-jähige Erfahrung im CRM-, Online und IT-Umfeld.

Werner D. Prill moderiert das Lebensmittelforum und interessiert sich seit geraumer Zeit für „Amazon Fresh“. Prill kennt die Agrar- und Ernährungswirtschaft seit Jahrzehnten. Er war 20 Jahre Korrespondent der Lebensmittel Zeitung und arbeitete für die ARD. Heute berichtet der Journalist aus dem In- und Ausland für den webtv-Channel Food Television Deutschland (Food TV) und immer wieder auch aus den USA. Exklusiv für das Lebensmittelforum recherchiert er, „was sich durch den Onlinehandel verändern wird und was das alles speziell mit Amazon Fresh zu tun haben wird“.

Jörg Pretzel, Geschäftsführer der GS 1 Germany GmbH ist es gewohnt, knifflige Fragen zu stellen und Antworten darauf einzufordern. Er hat ein breites Wissen über wachsende Kundenanforderungen im Omnichannel-Umfeld. Auf dem Bremerhavener Lebensmittelforum verrät der Experte, „wie die Digitalisierung die Shopper-Journey im Lebensmittelhandel verändern wird“. Das Kölner Unternehmen GS 1 Germany wurde durch den EAN-Barcode bekannt. Unter Pretzels Führung erweiterte sich das Portfolio auf die strategischen Trendfelder Mobile Commerce, Nachhaltigkeit und Produkttransparenz.

Robert Bläsig leitet bei Frosta AG die IT.  Der gelernte Diplomkaufmann und Wirtschaftsinformatiker setzt auf „Industrie 4.0“.  Sein Thema: „Flexible Printing“. Sein Credo: „Die chargengenaue Herkunftskennzeichnung  auf den Verpackungen ist unabdingbar für eine transparente Verbraucherinformation“.  Bläsig hinterfragt, welchen Mehrwert dieser Aufwand für den Konsumenten hat. Mit dem „Frosta-Reinheitsgebot“ und einer unkonventionellen Web-Kommunikation nehmen die Bremerhavener innerhalb der Branche eine Vorreiterrolle in der Verbraucherkommunikation ein.

Prof. Dr.-Ing Rainer Benning kommt von der Hochschule Bremerhaven und leitet zudem als Studiengangsleiter für Lebensmitteltechnologie/-wirtschaft das ttz-BILB. Benning stellt die Frage, ob Industrie 4.0 in der Lebensmittelwirtschaft überhaupt machbar und sinnvoll ist.  Der gelernte Lebensmitteltechnologe kennt die Backbranche und zeigt anhand dieses Beispiels Grenzen, aber auch Möglichkeiten neuer Technologien auf.

David Zacharias kommt von der Bremer „Werk 85-Stolle und Zacharias GbR. Sein Motto: „Schuster bleib bei Deinen Leisten“. Zacharias hat internationales Business studiert. Er mag es gerne süß, was kein Wunder ist, denn wertk85 betreibt unter anderem die Bremer Bonbon-Manufaktur. Vor acht Jahren entwickelte er die Idee eines weltweit ersten Marmeladen-Abos. Mit seinem Team konzipiert und implementiert er pfiffige, individuelle Werbeanwendungen und Apps. Die Kreativen probieren erfolgreich die Praxis. Erwartet werden spannende Aus- und Einsichten.

Veranstaltet wird das Lebensmittelforum Bremerhaven von der Bremerhavener Gesellschaft für Investitionsförderung und Stadtentwicklung (BIS) in Kooperation mit dem ttz Bremerhaven, dem Verband der Nahrungs- und Genussmittelindustrie Bremen e.V. (NaGeB) und der Handelskammer Bremen – IHK für Bremen und Bremerhaven.

Am größten Fischverarbeitungsstandort in Deutschland werden jährlich 200.000 Tonnen Fisch verarbeitet, täglich sieben Millionen Fischstäbchen hergestellt. Unternehmen wie Frosta, Nordsee, Iglo, Deutsche See, Transgourmet und Frozen Fish und viele mittelständische Lebensmittel-Verarbeiter haben in der Seestadt ihre Heimat. Eingebettet in Wissenschaft und Forschung entwickelt sich die Seestadt Bremerhaven immer mehr zu einem führenden Lebensmittelstandort.

Eine ideale Plattform zum Diskutieren und Netzwerken

Das Lebensmittelforum Bremerhaven findet am 29. November 2017 in der Eventlocation Fischbahnhof statt und richtet sich an Entscheider und Fachpublikum aus Wirtschaft, Wissenschaft und Verwaltung. Das Lebensmittelforum beginnt erstmals in diesem Jahr am Vorabend (28. November) mit einem Opening im Klimahaus Bremerhaven 8° Ost.

Noch bis zum 22. September 2017 können sich Interessierte zu einem vergünstigten Preis (Early Bird) anmelden. Informationen und Anmeldung im Internet:

www.lebensmittelforum-bremerhaven.de.
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