Bürgerhelfer auf dem langen Weg zur Inklusion

11. Bayerisches Seminar für Bürgerhilfe in die Psychiatrie in Kloster Seeon

(lifePR) ( Irsee, )
Es ist noch ein langer Weg zu der in der Behindertenrechtskonvention der Vereinten Nationen angestrebten Inklusion, also der selbstverständlichen Teilhabe von Menschen mit Besonderheiten in allen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens. Engagierte Anfänge, zahlreiche Ideen, kreatives Potential und geballte Kompetenz in den Reihen der ehrenamtlichen Bürgerhelfer sind vorhanden.

Das ist die Bilanz des 11. Bayerischen Seminars für Bürgerhilfe in der Psychiatrie, das vom Bildungswerk des Verbandes der bayerischen Bezirke vom 18. bis 20. Januar 2013 im tief verschneiten Kloster Seeon veranstaltet wurde. Rund 80 ehrenamtliche Bürgerhelfer aus allen sieben Bezirken nutzen die Tage zum Erfahrungsaustausch und zur kritischen Bestandsaufnahme der Bürgerhilfe in der Psychiatrie.

Um der Ausgrenzung behinderter Menschen entgegenzuwirken, sollten Forderungen nicht defizitär, sondern mit einer nach vorne orientierten Zielrichtung formuliert werden, rät Birgit Görres, Geschäftsführerin des Dachverbandes Gemeindepsychiatrie e.V. Die UN-Konvention, so Görres weiter, verpflichte zur Schaffung von Alternativen zur Heimunterbringung. Familiäre und nachbarschaftliche Netze sind hier gefordert. Auf lokaler und regionaler Ebene gibt es durchaus positive Beispiele für die Umsetzung der Inklusion, auf der Ebene der Politik und im gesamtgesellschaftlichen Zusammenhang sei noch viel zu tun. Beispielsweise gehe es darum, Barrierefreiheit für psychisch kranke Menschen zu schaffen und Diskriminierung zu ahnden, um die gesellschaftliche Wertschätzung von Behinderten mit ihrem gesamten Potenzial zu erreichen.

Nach einer repräsentativen Umfrage des Dachverbandes Gemeindepsychiatrie e.V. wünschen sich 65 Prozent der Psychiatrie-Erfahrenen mehr Inklusion konkret in ihrem Umfeld und innerhalb der Gesellschaft. 43 Prozent der Psychiatrie-Erfahrenen wünschen sich Möglichkeiten zum Besuch von Selbsthilfegruppen.

Die Kooperation mit Selbsthilfegruppen sollten Bürgerhelfer verstärkt nutzen, um Solidarität und Unterstützung zu finden, rät Gerd Schulze, Vorstand der Bürgerhilfe in Bayern. Es sei an der Zeit, das für Bürgerhelfer oft typische "Fremdeln" gegenüber anderen Formen des bürgerschaftlichen Engagements sein zu lassen und sich stärker als bisher um das "Außen" zu kümmern. Das Außen, so hatte es Gerd Schulze in einem engagierten Vortrag erörtert, sei die alltägliche Lebenswelt mit Vereinen, Gruppen, Institutionen und kommunalen Einrichtungen und müsse stärker als bisher in die Arbeit der Bürgerhelfer einbezogen werden. Das lasse sich etwa durch gemeinsame Unternehmungen wie beispielsweise Volkshochschulkurse umsetzen.

Am Rand des Seminars fand turnusgemäß die Mitgliederversammlung des Vereins Bürgerhilfe in der Psychiatrie, Landesverband Bayern e.V. statt. Der bisherige Vorstand - Dietmar Geissler und Bernhard Müller, Kempten; Gerd Schulze, München; Karin von Ciriacy-Wantrup, Friedberg und Bernd Wagner, Augsburg - wurde mit großer Mehrheit im Amt bestätigt. Neu in den Vorstand gewählt wurde Werner Brandt von der Diakonie Traunstein.
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