Dienstag, 21. November 2017


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Kinder- und Jugendärzte schlagen Alarm: "Kollabierender ÖGD gefährdet die gesundheitliche Versorgung von Kindern und Jugendlichen"

Köln, (lifePR) - Jeder zweite Arzt im Öffentlichen Gesundheitsdienst (ÖGD) geht im kommenden Jahrzehnt in Rente. Gleichzeitig machen junge Ärztinnen und Ärzte einen Bogen um den schlecht bezahlten Öffentlichen Dienst. Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte fordert die Politik auf gegenzusteuern. BVKJ-Präsident Dr. Thomas Fischbach: "Der ÖGD darf nicht ausbluten. Ohne ÖGD und seine aufsuchende Funktion können wir die medizinische Versorgung von Kindern und Jugendlichen nicht gewährleisten!"

Der Kinder- und Jugendgesundheitsdienst sorgt vor allem für die Gesundheitsförderung in Gemeinschaftseinrichtungen für Kinder. Die Ärztinnen und Ärzte gehen in Kitas und Schulen und untersuchen die individuellen Entwicklungsstände und Förderbedarfe von Kindern und Jugendlichen, insbesondere bei Kindern und Jugendlichen mit Entwicklungsstörungen und Behinderungen. Bei Bedarf kümmern sie sich um sozialpädiatrische Hilfe; sie sorgen außerdem dafür, dass alle Kinder rechtzeitig und STIKO-konform geimpft sind, wenn sie eine Gemeinschaftseinrichtung besuchen und sie kümmern sich mit um die medizinische Versorgung von Flüchtlingskindern.

Dr. Thomas Fischbach: "Der ÖGD hilft, Epidemien zu verhindern; er sorgt dafür, dass Kinder und Jugendliche die Förderung erhalten, die sie brauchen, damit aus Entwicklungsauffälligkeiten keine manifesten Störungen werden bzw. sie trotz gesundheitlicher Störungen oder Behinderungen am Leben in der Gemeinschaft teilhaben können. Wichtig ist diese aufsuchende Arbeit insbesondere für Kinder aus benachteiligten Milieus, deren Eltern es oft nicht schaffen, aus eigener Initiative Arzt- und Therapeutenbesuche zu organisieren. Wir brauchen also den ÖGD als Säule unseres gemeinwohlorientierten medizinischen Versorgungssystems, in dem alle Kinder und Jugendlichen die gleichen Rechte auf eine umfassende medizinische Betreuung haben. Jeder Masernausbruch, jedes behinderte oder entwicklungsgestörte Kind zeigt uns, dass wir nicht zulassen dürfen, dass die Kommunen ihn kaputtsparen."

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