Dienstag, 12. Dezember 2017


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Künstliche Intelligenz eröffnet große Chancen für Zeitungsverlage

BDZV und VBZV mit Special zu Roboterjournalismus bei den Medientagen München

Berlin, (lifePR) - Künstliche Intelligenz (KI) durchzieht bereits den gesamten Alltag. Jeder hat täglich Kontakt damit, etwa durch die Auslese von Spam E-Mails. Das machte Johannes Schaback (Gründer Visual Meta, Berlin) beim Special „Kollege Roboter – Wenn Künstliche Intelligenz auf journalistische Kreativität trifft“ bei den Medientagen München deutlich. Bei der gemeinsam von Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) und dem Verband Bayerischer Zeitungsverleger (VBZV) veranstalteten Konferenz zeigte Schaback, in wie vielen Bereichen Zeitungsunternehmen KI bereits anwenden können. Dazu gehört die personalisierte Ansprache von Lesern und Kunden ebenso wie die optimierte Ausspielung von Werbung, der Einsatz von Roboterjournalismus oder smarten Paywalls und Dynamic Pricing. Der Berliner Start-up-Unternehmer zeigte sich überzeugt, dass europäische und deutsche Verlage die Chance hätten, diese zweite Welle der Digitalisierung mitzugestalten und damit auf Augenhöhe mit den Medienriesen in den USA zu agieren, wenn es um KI geht.

Über die praktische Anwendung im redaktionellen Alltag berichteten Lars Reckermann (Chefredakteur „Nordwest-Zeitung“, Oldenburg) und Saim Alkan (Geschäftsführer aexea, Stuttgart): „Mit Roboterjournalismus erstellte Texte werden sicher keine Pulitzer-Preise gewinnen“, erläuterte Reckermann. Aber das Werkzeug ermögliche es der Redaktion, zahlreiche Stücke vor allem für den digitalen Auftritt herzustellen, für die man ansonsten überhaupt nicht die Manpower hätte. Beispielsweise Fußballberichte aus den unteren Ligen, für die es extrem gute Zugriffszahlen gebe, oder Wetterberichte, die die „Nordwest-Zeitung“ postleitzahlengenau fürs Verbreitungsgebiet ausspielen könne.

Saim Alkan prognostizierte, dass „Dinge, die wir heute noch ausschließen, morgen schon machbar sein werden“. Bestes Beispiel sei der Auftrag eines Verlages, Polizeimeldungen mit Hilfe von Roboterjournalismus redaktionell zu verarbeiten und zusätzliche Informationen hinzuzufügen. Voraussetzung sei, dass die Verlage das System trainieren. „Es ist keine Raketenwissenschaft. Das kann jeder lernen.“ Dabei schwärmte der Manager von bisher ungehobenen Potenzialen, zum Beispiel die automatisierte Übersetzung in andere Sprachen: „Sie glauben gar nicht, wie groß der Markt für deutsche Fußballtexte in China ist.“

Hintergrund: Auf der Agenda der Verlage hat das Thema Roboterjournalismus bereits einen festen Platz: Rund ein Fünftel geben an, Roboterjournalismus einzusetzen, zu testen oder den Einsatz in der Redaktion zu planen. Dies war ein Ergebnis der gemeinsam von BDZV und dem Beratungsunternehmen SCHICKLER vorgelegten Studie „Trends der Zeitungsbranche 2017“.

Das Special von BDZV und VBZV orientiert sich an dem Motto der 31. Medientage München „Media, Trust, Machines – Vertrauen in der neuen Mediengesellschaft“, die vom 24. bis 26. Oktober im ICM der Messe München stattfinden. Dazu haben die Veranstalter mehr als 100 Panels, 400 Speaker und gut 80 Austeller bei der kongressbegleitenden Messe angekündigt.

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