Dienstag, 21. November 2017


Ökumenisch unterwegs - den Weg für Gleichheit frei machen

Pilgerinnen-Nachmittag des Katholischen Frauenbundes stößt auf großes Interesse

Nürnberg/München, (lifePR) - Sich pilgernd auf den Weg machen ist eine erprobte Art, ins Neue aufzubrechen. 100 Männer und Frauen sind am Samstag in der Nürnberger Innenstadt unterwegs, ökumenisch unterwegs. Christinnen und Christen mehrerer Konfessionen gehen gemeinsam zu evangelisch-lutherischen und katholischen Kirchen. Als Zeichen der Verbundenheit im Glauben tragen sie weiße Schals, die im Wind flattern. Die Gruppe – überwiegend Frauen – erregt Aufmerksamkeit auf ihrem Weg. Der Bayerische Landesverband des Katholischen Deutschen Frauenbundes (KDFB) hatte eingeladen zu dem Pilgerinnen-Nachmittag: „KDFB ökumenisch unterwegs“.

Starke Frauen waren bei den kirchenhistorischen und spirituellen Impulsen der rote Faden. Der Weg begann – in Nürnberg naheliegend ‑ bei Caritas Pirckheimer, der unbeugsamen Ordensfrau aus der Reformationszeit Nürnbergs. Die Teilnehmerinnen pilgerten weiter zu evangelisch-lutherischen und römisch-katholischen Kirchen. Mit Impulsen der Historikerin Nadja Bennewitz und der KDFB-Theologin Regina Ries-Preiß führte der Weg über die Klarakirche, die Lorenzkirche und die Sebalduskirche zur Burgkapelle. Nicht alltägliche Motive wurden in den Blick genommen: In der Kirche Sankt Lorenz verweisen Großmutter Anna, Mutter Maria und Jesus als Kind auf die generationenübergreifende Verbundenheit glaubender Frauen. Ein Kunstwerk, das Martha mit einem Kochlöffel zeigt, verdeutlicht der Pilgergruppe, wie unterschiedlich weibliches Selbstverständnis dargestellt wird.

Die Burgkapelle St. Walburgis war Endpunkt des ungewöhnlichen Stadtrundganges. Ein ökumenischer Wortgottesdienst beschloss dort den Nachmittag. In einer Dialogpredigt begegneten sich starke Frauen ihrer Kirchen, eine römisch-katholische und eine evangelisch-lutherische Theologin: Elfriede Schießleder, Landesvorsitzende des KDFB und Maria Stettner, Ökumene-Referentin im Landeskirchenamt der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern.

Die beiden interpretierten die Botschaft Jesu als globales egalitäres Experiment und zukunftsweisende Vision. „Durch Christus sieht der Apostel Paulus die Unterscheidungen seiner Zeit aufgehoben. Das gilt es ins Jetzt zu übersetzen“, so Schießleder. Die Wertigkeiten von Hautfarbe, Nation oder Herkunftsreligion spielt keine Rolle mehr, Abwertungen als Heiden oder Sklaven verschwinden. „Wenn in Christus diese Grenzlinien verschwinden, ist das natürlich auch eine Anfrage an unsere Kirchen, die häufig immer noch die Unterschiede zwischen den Konfessionen hegen und pflegen.“ gab Maria Stettner für das Hier und Heute der Ökumene zu bedenken. Grenzen abzubauen statt diese zu zementieren oder gar neue Barrieren aufzurichten – das ist eine der Herausforderungen, der sich die Christen in den verschiedenen Kirchen und gemeinsam stellen müssten. Dies gelte es im Miteinander der Kirchen ebenso deutlich zu machen wie in unserer Gesellschaft, ja in der ganzen Welt, wenn es um ein friedliches Zusammenleben gehe, so Schießleder und Stettner.

Denn beide Kirchen arbeiteten in der Ökumene am Abbau der Hindernisse. „Wir haben uns für ein neues Zeitalter auf den Weg gemacht, auch wenn die Kräfte der alten Ordnung sich immer wieder nach vorne drängen“, so die Frauenbund-Vorsitzende. In Modellen wie konfessionsverbindenden Ehen wird dieser Weg längst gegangen. Und so knüpften alle Pilger ‑ Frauen und Männer beider Bekenntnisse ‑ während des Gottesdienstes ihre weißen Schals aneinander und setzten damit ein eindrucksvolles Zeichen der Verbundenheit, der Gleichrangigkeit und des Friedens. „Der Auftrag zur ökumenischen Einheit gilt allen Christen. Ihn müssen wir gegenüber der Welt erfüllen, um glaubhaft zu sein. Deshalb wird der Katholische Deutsche Frauenbund seine Arbeit dazu konsequent weiter betreiben“, so Schießleder. Der KDFB ist mit 165.000 Mitgliedern der größte Frauenverband Bayerns.

 

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