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Pressemitteilung BoxID: 333611 (Bayerischer Handwerkstag)
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Handwerkskonjunktur bleibt im 2. Quartal intakt

Traublinger: "Gefahren durch Eurokrise"

(lifePR) (München, ) "Trotz der Schuldenkrise im Euro-Raum und ihren Unwägbarkeiten für die deutsche Wirtschaft herrscht bei unseren Handwerkern weiterhin ungebrochener Konjunktur-Optimismus", betonte Heinrich Traublinger, MdL a. D., Präsident des Bayerischen Handwerkstages (BHT), bei der Präsentation der Zahlen für das 2. Quartal. Allerdings müsse man mit der Beurteilung der Daten vorsichtig sein, so Traublinger. "Zum einen hat sich in der Vergangenheit gezeigt, dass das Handwerk der allgemeinen Konjunkturentwicklung immer etwas hinterherhinkt, zum anderen kann heute niemand sagen, wie sich die Eurokrise auf unsere Volkswirtschaft auswirken und die Binnenkonjunktur beeinflussen wird, von der das Handwerk weitgehend abhängig ist."

Für die kommenden Monate sind die Handwerksbetriebe im Freistaat zuversichtlich: 89 Prozent erwarten eine gute oder befriedigende Geschäftslage. Das ist ein Prozentpunkt weniger als vor Jahresfrist. Der durchschnittliche Auslastungsgrad der bayerischen Handwerksbetriebe war mit 80 Prozent fast so hoch wie vor einem Jahr. Auch der Auftragsbestand bewegt sich weiterhin auf einem erfreulichen Niveau: Im 2. Quartal 2012 hatten die Betriebe im Durchschnitt Aufträge für 7,5 Wochen in Reserve - 0,2 Wochen mehr im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.

Insgesamt setzten die von der amtlichen Statistik erfassten bayerischen Handwerksunternehmen im ersten Halbjahr 2012 40 Milliarden Euro um. Das ist gegenüber dem Vorjahreszeitraum ein Zuwachs von nominal 3,5 Prozent. Preisbereinigt verbleibt ein Plus von einem Prozent. 33 Prozent der Betriebe haben im Berichtszeitraum in Ausrüstungsgüter und Bauten investiert. Im Vergleich zum Vorjahr entspricht das einem leichten Rückgang von einem Prozentpunkt. Zur Jahresmitte beschäftigten die bayerischen Handwerksunternehmen 816.000 Personen, ein Prozent mehr als noch vor Jahresfrist. Die Zahl der Handwerksbetriebe im Freistaat lag Ende Juni bei 197.200, ein Plus von einem Prozent gegenüber dem Vorjahr. Für das Gesamtjahr 2012 rechnet das bayerische Handwerk mit einem nominalen Umsatzzuwachs von rund drei Prozent, die Zahl der Beschäftigten dürfte sich um 0,5 bis 1 Prozent erhöhen.

Im bayerischen Handwerk wurden bis Ende Juni fast 11.700 neue Lehrverträge abgeschlossen, sieben Prozent mehr als vor einem Jahr. Die große Herausforderung der Zukunft sei, die Fachkräfte nach ihrer Ausbildung auch im Handwerk zu halten, erklärte der BHT-Präsident. Einer Studie des Deutschen Handwerksinstituts zufolge verbleiben nicht einmal 40 Prozent der ausgebildeten Lehrlinge im Handwerk. "Frühzeitige Übernahmeangebote, ein gutes Arbeitsklima und Weiterbildungsmöglichkeiten sind die maßgeblichen Entscheidungsfaktoren für den Verbleib im Handwerk. Damit müssen wir künftig besser punkten", forderte Traublinger. Weiter kritisierte der BHT-Präsident die Neufassung des Landesentwicklungsprogramms (LEP) durch die Bayerische Staatsregierung: "Durch die Neuregelung ergibt sich eine Fast-Verdoppelung der zentralen Orte, die für Einzelhandelsgroßprojekte in Frage kommen, die Abschöpfungsquote für die Berechnung der zulässigen Verkaufsfläche von Einzelhandelsgroßprojekten wurde erhöht und die Regelungen für zusammengewachsene Gemeinden geändert. Mit diesen Neuregelungen würde ein Einfallstor geschaffen, mit dem unser ganzes Land mit Discountern und großflächigen Verkaufsmärkten überzogen werden kann. Klein- und Mittelbetriebe, insbesondere unsere Lebensmittelhandwerke, würden dadurch nachhaltig beschädigt."

Auf europäischer Ebene sorgt die aktuelle Entscheidung des EU-Parlaments zur Tachographenpflicht für Kleintransporter für Ärger im Handwerk. Es wurde beschlossen, künftig nur noch Fahrzeuge bis zu einem zulässigen Gesamtgewicht von 2,8 Tonnen innerhalb eines Umkreises von nur noch 100 Kilometern von der Fahrtenschreiberpflicht zu befreien. Traublinger: "Ich halte dies für einen Schlag ins Gesicht unseres Wirtschaftszweiges. Da redet man immer von Bürokratieabbau und die jetzt vorgesehenen Regelungen bürden den Handwerksbetrieben zusätzliche massive bürokratische Lasten und erhebliche Kosten auf."