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Pressemitteilung BoxID: 363902 (Bayerische Landesapothekerkammer)
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Apotheker in Bayern raten: Erkältungsmedikamente im Alter gezielt auswählen

(lifePR) (München, ) Ältere oder pflegebedürftige Menschen, die bereits dauerhaft Medikamente einnehmen, sollten bei der Auswahl der Erkältungsmittel besonders vorsichtig sein, rät Dr. Volker Schmitt, Sprecher der Apotheker in Bayern:

"Erkältungen bei älteren Menschen lassen sich oft gut mit rezeptfreien Medikamenten behandeln", so Schmitt. "Aber nicht immer ist eine Selbstmedikation möglich oder das vom Patienten gewünschte Präparat sinnvoll." Zum Beispiel kann bei grünem Star (Glaukom), Bluthochdruck oder Prostataerkrankungen die Anwendung von abschwellenden Nasensprays kritisch sein. Oder Schmerzmittel mit dem Wirkstoff Ibuprofen sollten bei einer Dauertherapie mit niedrig dosierter Acetylsalicylsäure (ASS) zeitlich versetzt eingenommen werden. "Rezeptfrei heißt nicht harmlos.", warnt Apotheker Schmitt. " Um Wechselwirkungen zu reduzieren, sollten gerade Patienten, die ohnehin schon mehrere Medikamente einnehmen, Erkältungsmedikamente mit nur einem Wirkstoff Kombinationspräparaten vorziehen."

Besondere Beratung bei Antibiotika zu Wirkstoff und Anwendung notwendig

Besonders vor der Einnahme eines Antibiotikums sollten sich ältere Menschen oder deren Angehörige vom Arzt und Apotheker intensiv beraten lassen, empfiehlt Apotheker Schmitt. Bei der Auswahl des individuell besten Antibiotikums sind nicht nur der Wirkstoff und die Dosierung entscheidend. Auch die Zubereitungsform ist entscheidend, denn durch mögliche Schluckbeschwerden, Sehstörungen und eingeschränkte motorische oder kognitive Fähigkeiten können nicht alle älteren Patienten alle Darreichungsformen einnehmen. Apotheker Schmitt: "Antibiotika sollten in möglichst aufrechter Position mit viel Leitungswasser eingenommen werden. Dabei sollte der Kopf nicht in den Nacken gelegt werden, denn dies kann Brechreiz auslösen. Tabletten sollten im Regelfall nicht zerkleinert oder geteilt werden. Keinesfalls sollten Patienten die verordneten Antibiotika eigenmächtig absetzen."