Sonntag, 17. Dezember 2017


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Bayerische Akademie der Wissenschaften wählt neue Mitglieder

München, (lifePR) - Das Plenum der Bayerischen Akademie der Wissenschaften hat sieben neue Mitglieder gewählt, davon zwei in die Philosophisch-historische Klasse und fünf in die Mathematisch-naturwissenschaftliche Klasse. Die Zuwahl erfolgt aufgrund der wissenschaftlichen Leistungen, eine Selbstbewerbung ist nicht möglich.

Neue Mitglieder der Philosophisch-historischen Klasse:

Ulrich Manthe lehrt seit 1985 Bürgerliches und Römisches Recht an der Universität Passau. In seiner Dissertation untersuchte er eine Schrift des römischen Juristen Javolenus Priscus, seine Habilitation behandelt das Recht des Universalfideikomiss, das seine Nachfolge nicht nur im feudalen Fideikomissrecht, sondern auch im modernen Institut der Nacherbfolge fand. Durch seine Kenntnisse des Etruskischen, des Aramäischen und des Hebräischen erschloss er außerdem bislang unzugängliche Quellen für die Geschichte des römischen Rechts.

Wolfgang Riedel hat den 2007 neu geschaffenen Lehrstuhl für Neuere deutsche Literatur- und Ideengeschichte an der Universität Würzburg inne. Seine Arbeiten zur Spätaufklärung und zur Klassischen Moderne machten Epoche und waren mitverantwortlich für die anthropologische Wende der Germanistik in den 1980er Jahren. In seinen Arbeiten richtet er das Augenmerk auf die Interferenzen von Literatur, Philosophie und Naturwissenschaft vom 18. Jahrhundert bis zur Gegenwart. Auch als Quelleneditor ist er immer wieder in Erscheinung getreten.

Neue Mitglieder der Mathematisch-naturwissenschaftlichen Klasse (darunter zwei korrespondierende Mitglieder aus Linz und Köln):

Erwin Grill hat seit 1996 den Lehrstuhl für Botanik an der TU München inne. Das zentrale Thema seiner Forschungen sind die molekularen Mechanismen der pflanzlichen Anpassung an Trockenheit. Etwa ein Drittel der weltweit genutzten Agrarflächen ist von Wasserknappheit betroffen. Erwin Grill und seine Mitarbeiter konnten u.a. Schlüsselkomponenten des Schließmechanismus identifizieren, durch den eine Pflanze den Gasaustausch und ihren Wasserverbrauch reguliert.

Arthur Konnerth ist seit 2004 bzw. 2005 Inhaber des Friedrich Schiedel-Stiftungslehrstuhls und Direktor des Institutes für Neurowissenschaften der TU München. Er erforscht in großem Umfang Mechanismen der synaptischen Verknüpfung von Hirnzellen und kombiniert dazu hochauflösende optische und elektrophysiologische Methoden, etwa für Fragestellungen der Epileptogenese, der Mechanismen des Lernens oder auch der Alzheimerforschung.

Dieter Vollhardt hat grundlegende Beiträge zur Theorie der kondensierten Materie geleistet, insbesondere zum normalen und supraflüssigen Helium-3 und zur Theorie der elektronischen Korrelationen und des Magnetismus. Für seine Arbeiten zur "Dynamischen Molekularfeld-Theorie" erhielt er 2010 die Max Planck-Medaille der Deutschen Physikalischen Gesellschaft. Er hat seit 1996 den neu eingerichteten Lehrstuhl für Theoretische Physik III an der Universität Augsburg an.

Bruno Buchberger ist seit 1974 o. Professor für Computer-Mathematik an der Johannes-Kepler-Universität Linz. Mit seiner Dissertation begründete er 1965 die Theorie der Gröbnerbasen und den Buchberger-Algorithmus, die eine wichtige Rolle in der Computeralgebra spielen. Sein Forschungsinteresse gilt seit vielen Jahren insbesondere dem symbolischen Rechnen, einem Bereich, der an der Schnittstelle zwischen Mathematik und Informatik angesiedelt ist. 1987 gründete er das Research Institute for Symbolic Computation (RISC) der Universität Linz.

Ulrich Wagner ist seit 1995 Wissenschaftlicher Leiter der Forschungsstelle für Energiewirtschaft e.V. in München, im gleichen Jahr wurde er auf den Lehrstuhl für Energiewirtschaft und Anwendungstechnik der TU München berufen. Seit 2010 ist er Vorstandsmitglied für Energie und Verkehr am Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt in Köln und für das Großprojekt DESERTEC in Nordafrika mitverantwortlich. Er forscht v.a. zu den technisch-wirtschaftlichen Grundlagen der Energieversorgung, besonders der elektrischen Energieversorgung durch Batterien und Solartechnik.

Bayerische Akademie der Wissenschaften

Die Bayerische Akademie der Wissenschaften, gegründet 1759, ist eine der größten und ältesten Akademien in Deutschland. Sie ist zugleich Gelehrtengesellschaft und Forschungseinrichtung von internationalem Rang. Mit rund 330 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern betreibt sie Grundlagenforschung in den Geistes- und Naturwissenschaften. Der Schwerpunkt liegt auf langfristigen Vorhaben, die die Basis für weiterführende Forschungen liefern und die kulturelle Überlieferung sichern. Sie ist ferner Trägerin des Leibniz-Rechenzentrums, eines der größten Supercomputing-Zentren Deutschlands, und des Walther-Meißner-Instituts für Tieftemperaturforschung. Seit 2010 betreibt sie ein Förderkolleg für den exzellenten wissenschaftlichen Nachwuchs in Bayern.

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