Donnerstag, 23. November 2017


  • Pressemitteilung BoxID 682089

Bayer und Loxo Oncology vereinbaren die Entwicklung und Vermarktung neuartiger Krebstherapien mit gezielter Wirkung gegen onkogene Treiber

Larotrectinib (LOXO-101) und LOXO-195 zielen auf Tropomyosin-Rezeptor-Kinase (TRK)-Fusionsproteine ab, die bei verschiedenen Tumoren eine Folge genetischer Veränderungen sind / Gemeinsamer Vertrieb in den USA vorgesehen / Vermarktung außerhalb der USA aus

Leverkusen, (lifePR) - Bayer hat mit dem in Stamford im US-Bundesstaat Connecticut ansässigen biopharmazeutischen Unternehmen Loxo Oncology, Inc. (NASDAQ: LOXO) eine globale Exklusivkooperation für die Entwicklung und Vermarktung von Larotrectinib (LOXO-101) und LOXO-195 vereinbart. Beide Wirkstoffe werden derzeit in weltweiten Studien für die Behandlung von Krebspatienten, bei denen sich das Tropomyosin-Rezeptor-Kinase (TRK)-Gen genetisch verändert hat, untersucht. Diese Veränderung des TRK-Gens, die ein Merkmal vieler Krebserkrankungen ist, bewirkt eine unkontrollierte Zellkommunikation und Tumorwachstum.

"Die Zusammenarbeit mit Loxo Oncology ist ein weiterer Meilenstein in unserem Bestreben, unser Onkologie-Geschäft auszubauen, und unterstreicht unser Engagement für dieses Therapiegebiet", sagte Dieter Weinand, Mitglied im Vorstand der Bayer AG und Leiter der Division Pharmaceuticals. "Der sehr innovative Ansatz von Loxo Oncology ergänzt unsere Onkologie-Pipeline mit äußerst differenzierten Substanzen für unterschiedlichste Behandlungsmodalitäten. Mit unseren Entwicklungen verfolgen wir das Ziel, Patienten mit verschiedenen Typen von Krebserkrankungen einen wesentlichen Nutzen zu bringen."

Larotrectinib ist ein oraler, wirksamer und hochselektiver TRK-Hemmstoff. LOXO-195 ist ein TRK-Hemmer der nächsten Generation, ebenfalls selektiv und in der Lage, potenzielle Mechanismen erworbener Resistenz auszuschalten, die Patienten durch die Anwendung von Larotrectinib oder Multikinase-Inhibitoren mit Anti-TRK-Wirkung entwickelt haben. Larotrectinib ist derzeit der einzige selektive TRK-Inhibitor in klinischer Entwicklung, dessen zusammengefasste klinische Daten ein deutliches und dauerhaftes Ansprechen zeigen. So beträgt die von einem unabhängigen Reviewkommittee bestätigte Gesamtansprechrate 75 Prozent, unabhängig vom Tumortyp und Alter. Der erste Zulassungsantrag für Larotrectinib ist in den USA für Ende 2017 beziehungsweise Anfang 2018 und in der Europäischen Union für 2018 vorgesehen.

"Wir sehen ein großes Potenzial für Larotrectinib und auch für das Nachfolgepräparat LOXO-195. Dieses hat das Potenzial, Patienten einen zusätzlichen Nutzen zu bringen, wenn die Erkrankung unter anfänglicher TRK-Inhibitionstherapie fortschreitet. Diese Arzneimittelkandidaten könnten das Versprechen der personalisierten Medizin verwirklichen. Dabei richtet sich der Therapieansatz nicht nach der Ursprungslokalisation des Tumors, sondern nach der Tumorgenetik", sagte Robert LaCaze, Executive Vice President und Leiter der strategischen Geschäftseinheit Onkologie bei Bayer.

"Diese Zusammenarbeit bedeutet für unser Unternehmen eine Neuausrichtung, weil wir uns nun auf die Kommerzialisierung vorbereiten", sagte Jacob Van Naarden, Chief Business Officer von Loxo Oncology. "Bayer verfügt über eine Erfolgsbilanz bei gemeinsamen Vertriebsvereinbarungen mit aufstrebenden biopharmazeutischen Unternehmen. Wir sind davon überzeugt, dass ihr Onkologie-Team die hierfür notwendige weltweite Ausrichtung und Expertise hat und mit ihrer auf Krebs spezialisierten bestehenden Vertriebsorganisation unsere existierenden Vermarktungspläne komplettiert. Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit mit Bayer und glauben, dass wir unsere TRK-Inhibitoren zusammen schneller und für mehr Patienten verfügbar machen können."

Die Vereinbarung sieht vor, dass Loxo Oncology eine Vorabzahlung in Höhe von 400 Millionen USD und bei Erreichen bestimmter Zulassungs- und Verkaufsziele für Larotrectinib in den wichtigsten Märkten weitere Zahlungen von bis zu 450 Millionen USD von Bayer erhält. Darüber hinaus erhält Loxo Oncology weitere 200 Millionen USD bei Erreichen bestimmter Zulassungs- und Verkaufsziele in den wichtigsten Märkten für LOXO-195. Bayer und Loxo Oncology werden die beiden Produkte, Larotrectinib und LOXO-195, gemeinsam entwickeln und jeweils zur Hälfte die Entwicklungskosten tragen. Bayer wird sowohl bei allen regulatorischen Aktivitäten außerhalb der USA als auch bei den weltweiten Vertriebsaktivitäten die Führung innehaben. In den USA, wo beide Unternehmen die Arzneimittel gemeinsam vertreiben werden, teilen die Parteien sich die betrieblichen Aufwendungen und Gewinne zu gleichen Teilen. Loxo Oncology ist verantwortlich für den Zulassungsantrag in den USA. Bayer wird Loxo Oncology mit gestaffelten Zahlungen im zweistelligen Prozentbereich an zukünftigen Umsätzen außerhalb der USA beteiligen, sowie bis zu einer Höhe von insgesamt 500 Millionen USD Zahlungen bei Erreichen von bestimmten weltweiten Umsatzzielen erbringen.

Über Larotrectinib (LOXO-101) und LOXO-195
Larotrectinib (LOXO-101) ist ein wirksames, orales und selektives neues Prüfmedikament, das sich derzeit in klinischer Entwicklung befindet. Es ist vorgesehen für die Behandlung von Patienten mit Krebserkrankungen verschiedener Art, bei denen Abnormalitäten im Zusammenhang mit Tropomyosin-Rezeptor-Kinasen (TRKs) eine Rolle spielen. Zahlreiche Untersuchungen legen nahe, dass die neurotrophen TRK-Gene (NTRK-Gene), die für TRKs codieren und normalerweise hauptsächlich für Verbindungen der Nervenzellen wichtig sind, abnorme Fusionen mit anderen Genen eingehen können. Das führt zu Wachstumssignalen, die in zahlreichen anderen Körperbereichen krebsauslösend wirken können.

In einer Analyse von 55 Erwachsenen und Kindern, die verschiedene Arten von soliden Tumoren mit TRK-Fusion aufwiesen und nach RECIST-Kriterien ausgewertet wurden, zeigte Larotrectinib eine bestätigte Gesamtansprechrate (overall response rate, ORR) von 75 Prozent laut unabhängigem Review, und eine durch Prüfärzte ermittelte ORR von 80 Prozent. Larotrectinib hat in den USA für die Behandlung von soliden Tumoren mit NTRK-Fusionsproteinen und in Europa für Weichgewebesarkome den Status als "Orphan Drug" (Arzneimittel für seltene Leiden) erhalten. Darüber hinaus hat die amerikanische Arzneimittelbehörde FDA Larotrectinib den Status einer "Breakthrough-Therapy Designation" zugestanden. Dieser gilt für die Behandlung von nicht resezierbaren oder metastasierenden soliden Tumoren mit NTRK-Fusionsproteinen bei Erwachsenen und Kindern, die eine systemische Therapie benötigen und deren Krankheit nach Vorbehandlung fortgeschritten ist und für die es keine akzeptablen Behandlungsalternativen gibt.

LOXO-195 ist ein wirksames orales und selektives neues Prüfmedikament in klinischer Entwicklung für die Behandlung von Patienten mit Krebstypen, die eine Resistenz gegen eine initiale TRK-Therapie wie Larotrectinib erworben haben. Arzneimittel wie Larotrectinib können zwar ein dauerhaftes Ansprechen bei diesen Patienten einleiten, allerdings kann der Tumor wieder anfangen zu wachsen. Dieses Phänomen wird als "erworbene Resistenz" bezeichnet, da der Krebs Merkmale erworben hat, die eine Resistenz gegen die zuvor wirksame Anfangstherapie bewirken. Neuere Daten auf dem Gebiet der TRK-Inhibition lassen darauf schließen, dass die erworbene Resistenz aufgrund von TRK-Kinase-Punktmutationen auftreten kann. LOXO-195 wurde entwickelt, um diese neuen Punktmutationen anzugreifen und ein erneutes Ansprechen der Krebserkrankung des Patienten herbeizuführen. Im Juli 2017 begann eine multizentrische Phase-I/II-Studie mit Patienten, die an einer Krebserkrankung mit TRK-Fusion leiden und die während der Behandlung mit einem anderen TRK-Inhibitor ein Fortschreiten der Krankheit oder eine Unverträglichkeit aufwiesen.

Weitere Informationen über die klinischen Studien mit Larotrectinib oder LOXO-195 sind unter http://www.clinicaltrials.gov oder auf der Website http://www.loxooncologytrials.com verfügbar. Larotrectinib und LOXO-195 sind weder von der US-amerikanischen Food and Drug Administration (FDA) noch von der Europäischen Arzneimittelagentur oder anderen Gesundheitsbehörden zugelassen.

Über Krebserkrankungen mit TRK-Fusionen
TRK-Fusionen sind Chromosomenmutationen, die auftreten, wenn eines der NTRK-Gene (NTRK1, NTRK2, NTRK3) sich auf abnorme Weise mit einem anderen, nicht zusammenhängenden Gen verbindet (z. B. ETV6, LMNA, TPM3). Diese Anomalie führt zu unkontrollierter und möglicherweise krebsauslösender Zellkommunikation. TRK-Fusionen sind insgesamt selten, kommen aber bei vielfältigen soliden Tumorerkrankungen bei Erwachsenen wie auch Kindern vor. Dazu zählen Blinddarmkrebs, Brustkrebs, Gallengangskarzinome, Dickdarmkrebs, GIST (gastrointestinale Stromatumoren), Fibrosarkome bei Kindern, Lungenkrebs, MASC (mammary analogue secretory carcinoma) der Speicheldrüse, Melanome, Bauchspeicheldrüsenkrebs, Schilddrüsenkrebs und verschiedene Sarkome. TRK-Fusionen lassen sich mithilfe verschiedener Diagnosetests erkennen, darunter zielgerichtete Next-Generation-Sequenzierung (NGS), Immunhistochemie (IHC), Polymerase-Kettenreaktion (PCR) und Fluoreszenz-in-situ-Hybridisierung (FISH). Weitere Informationen finden Sie im Internet unter http://www.TRKtesting.com.

Krebserkrankungen mit genetischen Veränderungen
Seit langem arbeiten Wissenschaftler daran, ein besseres Verständnis darüber zu gewinnen, wie eine normale Zelle zu einer Tumorzelle wird, um bessere Therapien mit weniger Nebenwirkungen zu entwickeln. Manche Menschen bekommen Krebs, dessen Ursache eine einzige ungünstige DNA-Veränderung ist und die als "onkogener Treiber" bezeichnet wird. Wenn mittels Gentest ein Patient mit einem onkogenen Treiber identifiziert wird, besteht das Potenzial, hochselektive Arzneimittel zur Hemmung der onkogenen Treiber anzuwenden. In den letzten Jahrzehnten sind beachtliche Fortschritte zur Verbesserung der Behandlungsergebnisse bei Krebspatienten erzielt worden. Gleichzeitig wächst das Interesse, sehr zielgerichtete onkologische Medikamente zu entwickeln, die den klinischen Nutzen der Patienten weiter maximieren sollen. Unterstützt wird diese Entwicklung durch den verstärkten Einsatz von Gentests in der klinischen Krebsmedizin und Verbesserung von chemischen Verfahren zur Herstellung von hochselektiven Inhibitoren, die sich gegen einzelne Targets in der Krebszelle richten.

Onkologie bei Bayer
Mit dem Ziel, das Leben von Menschen zu verbessern, arbeitet Bayer an der Erweiterung seines Portfolios für innovative Behandlungen. Der Onkologiebereich bei Bayer umfasst vier zugelassene Präparate sowie weitere Wirkstoffe in verschiedenen Phasen der klinischen Entwicklung. Alle diese Produkte spiegeln den Forschungsansatz des Unternehmens wider, der die Suche nach geeigneten Zielmolekülen (Targets) zur Krebsbehandlung in den Vordergrund stellt.

Über Loxo Oncology
Loxo Oncology ist ein biopharmazeutisches Unternehmen, das in der Entwicklung hochselektiver Medikamente für Patienten mit genetisch bedingten Krebserkrankungen tätig ist und auf diesem Gebiet Innovationen hervorbringt. Unsere Pipeline zielt hauptsächlich auf Krebserkrankungen ab, die eindeutig auf einzelne Genabnormitäten zurückzuführen sind. Somit hat ein einziges Arzneimittel das Potenzial, den Tumor mit dramatischer Wirkung zu bekämpfen. Wir glauben, dass die selektivsten zweckbestimmten Medikamente die größte Chance bieten, eine maximale Hemmung des Zielmoleküls zu erreichen, und somit optimale Krankheitskontrolle und Sicherheit bieten. Unser Führungsteam sucht gezielt erfahrene Branchenpartner, erstklassige wissenschaftliche Berater und innovative klinisch-regulatorische Verfahrensweisen aus, damit wir den Patienten neue Krebstherapien so schnell und effizient wie möglich zur Verfügung stellen können. Weitere Informationen über das Unternehmen finden Sie im Internet unter der Adresse http://www.loxooncology.com.

Bayer AG

Bayer ist ein weltweit tätiges Unternehmen mit Kernkompetenzen auf den Life-Science-Gebieten Gesundheit und Agrarwirtschaft. Mit seinen Produkten und Dienstleistungen will das Unternehmen den Menschen nützen und zur Verbesserung der Lebensqualität beitragen. Gleichzeitig will der Konzern Werte durch Innovation, Wachstum und eine hohe Ertragskraft schaffen. Bayer bekennt sich zu den Prinzipien der Nachhaltigkeit und handelt als "Corporate Citizen" sozial und ethisch verantwortlich. Im Geschäftsjahr 2016 erzielte der Konzern mit rund 99.600 Beschäftigten einen Umsatz von 34,9 Milliarden Euro. Die Investitionen beliefen sich auf 2,2 Milliarden Euro und die Ausgaben für Forschung und Entwicklung auf 4,4 Milliarden Euro. Weitere Informationen sind im Internet zu finden unter http://www.bayer.de

Diese Pressemitteilungen könnten Sie auch interessieren

Urologische Praxis in Gronau

, Gesundheit & Medizin, OBV Objektbau Bomers GmbH

Das Ärzteteam Rauer-Hassenpflug wurde über eine Weiterempfehlung auf OBV aufmerksam. Es wurde eine neue Immobilie gefunden, eine leerstehende...

Ankündigung: 14. ordentliche Delegiertenversammlung der Landesärztekammer Hessen am 25. November 2017

, Gesundheit & Medizin, Landesärztekammer Hessen

Am 25. November 2017 findet ab 10:00 Uhr s.t. die 14. ordentliche Delegiertenversammlu­ng der Landesärztekammer Hessen (15. Wahlperiode 2013-2018)...

New study finds sunbeds to be effective in raising vitamin D levels

, Gesundheit & Medizin, European Sunlight Association ASBL, Brussels Office

Sunbeds with a UVB component similar to solar summer sunshine may provide an effective alternate vitamin D source during winter months, according...

Disclaimer