Konjunkturrisiken für Deutschland steigen

(lifePR) ( Bielefeld, )
Durch die intensiver gewordene EWU-Vertrauenskrise ist der ifo-Geschäftsklimaindex weiter gesunken. Die Konjunkturrisiken haben dadurch zugenommen. Eine BIP-Stagnation im Sommerhalbjahr wäre aus heutiger Sicht als Erfolg zu werten.

- Die Stimmung der vom ifo-Institut befragten Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft in Deutschland hat sich im Juni weiter eingetrübt. Gegenüber dem Vormonat sank der entsprechende Geschäftsklimaindex um 1,6 auf 105,3 Punkte. Zwar ist das ohnehin schon große Lager derjenigen Unternehmen, die ihre aktuelle Geschäftslage als gut bezeichnen, nochmals größer geworden, wodurch der Lageindex um 0,7 Punkte stieg. Bei den Geschäftserwartungen hingegen sank der Index aber um 3,5 Punkte (stärkster Rückgang seit August 2011); hier sind die Pessimisten nun deutlicher in der Mehrzahl als zuvor.
- Aufgrund des moderaten weltwirtschaftlichen Wachstums, der hohen Wettbewerbsfähigkeit der Wirtschaft und der niedrigen Zinsen sind die Wachstumsbedingungen zwar weiter günstig. Diese werden durch die von der EWU-Staatsschuldenkrise ausgehende Unsicherheit aber immer mehr überdeckt. Offen ist hier, ob sich Griechenland in der Währungsunion wird halten können. Zudem werden Irland und Portugal haushaltspolitisch erst einmal angezählt bleiben und Spanien dürfte zur Refinanzierung seiner Staatsschuld noch 2012 auf EFSF-/ESM-Hilfe angewiesen sein. Wachstumssprünge sind in diesem Umfeld wenig wahrscheinlich. Der mit 2,6 Punkten nur noch knapp über seinem 10-Jahresdurchschnitt liegende Geschäftsklimaindex deutet denn auch bereits auf ein im Sommerhalbjahr lediglich stagnierendes BIP-Wachstum hin.
- Die Krisenwelle wird täglich größer – und mit ihr die Abwärtsrisiken für unsere BIP-Prognose von 0,7% für 2012. Bleibt ein klares politisches Bekenntnis zum baldigen Ausbau der EWU zur Fiskalunion weiter aus, dürften Investoren künftig noch stärker an der Schuldentragfähigkeit der Staaten zweifeln; dies bedeutete ein stärkeres Übergreifen der Schuldenkrise auf Italien. Käme es dazu, stiegen Konsum- und Investitionszurückhaltung wohl weiter an und das BIP schrumpfte. Der Rückgang der ifo-Geschäftserwartungen ist hier ein klares Warnsignal! Neue Schutzmauern der EZB dürften daher schon auf der Juli-Ratssitzung errichtet werden. Dabei helfen dürfte zunehmend auch die Finanzaufsicht, die institutionelle Investoren im Zuge veränderter Anlagevorschriften stärker zum Kauf von (bestimmten) Staatsanleihen verpflichten wird.
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