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Pressemitteilung BoxID: 388646 (Bankhaus Ellwanger & Geiger AG)
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Konjunkturhoffnungen stützen die Märkte

Die Marktmeinung aus Stuttgart / Von Michael Beck

(lifePR) (Stuttgart, ) Das G-20-Treffen brachte keine markanten Fortschritte in der Lösung der schwelenden Finanz- und Staatsschuldenkrise zuwege. Immerhin wurden einige interessante Absichtserklärungen zur Staatseinnahmenerhöhung verfasst, die zumindest in die richtige Richtung weisen. So sollen nach wie vor die Neuverschuldungen bis zu diesem Jahr halbiert werden und die Gewinnbesteuerung globaler Konzerne so "optimiert" werden, dass Gewinnverschiebungen zwischen einzelnen Staaten mit unterschiedlichen Steuersätzen nicht mehr möglich sind (zumindest unter den G-20-Staaten). Vor allem sollen aggressive Abwertungsmaßnahmen geächtet werden. Das Wort Währungskrieg wurde zwar sorgfältig vermieden, die rasante Abwertung des Yen als Folge der verstärkt expansiven japanischen Geldpolitik lässt jedoch zunehmend Sorgenfalten auf die Stirn der G-20-Finanzminister und Notenbanker treten. Dabei scheinen die Notenbanken mächtiger denn je und entschlossen, die Finanzmärkte mit ihren Maßnahmen zu dirigieren.

Die Aktienmärkte konnten die kleinen Übereinkünfte des G-20- Treffens nach der negativen Überraschung des unerwartet starken BIP-Einbruchs in Europa im vierten Quartal 2012 nicht vollständig beruhigen. Nach wie vor sorgt die bevorstehende Italienwahl für Verunsicherung. Die Frage wird sein, ob sich nach dem Wahlsieg des Reformlagers diese Verunsicherung wieder in Luft auflöst oder ob den Marktteilnehmern aufgegangen ist, dass der überbordende Optimismus hinsichtlich der Lösung der EUStaatsschuldenkrise verfrüht war.

Auch wenn Stimmungsindikatoren nach oben zeigen, hat sich an den zugrundeliegenden Problemen wenig geändert. Die Schuldenberge werden nicht kleiner, im Gegenteil, sie wachsen beständig. Auch in den USA ist die Fiskalklippe entgegen der öffentlichen Wahrnehmung in keinster Weise umschifft. Es ist kaum zu erwarten, dass die Verschiebung der Probleme in den Mai hinein ausreichend Zeit gebracht hat, um tragfähige Kompromisse zu erreichen. Der mit der Unsicherheit einhergehende Renditeanstieg der EU-Peripherie lässt die Belastungen durch Zinszahlungen zudem wieder ansteigen. Eine Erleichterungsrally als Folge eines Wahlsieges des italienischen Reformlagers und eine nochmalige Unterstützung durch positiv ausfallende Frühindikatoren wie den ZEW-Index beziehungsweise den ifo-Geschäftsklimaindex können durchaus zu Gewinnmitnahmen genutzt werden. Denn die Wochen nach der Italienwahl werden kaum ruhiger werden.