Die Marktmeinung aus Stuttgart vom 28.04.2010

(lifePR) ( Stuttgart, )
Die Aktienmärkte reagierten mit starken Kursverlusten, als am Dienstagnachmittag die Rating-Agentur Standard & Poor's Griechenland gleich um 3 Stufen herabsetzte und nur noch die Bonitätsnote BB+ akzeptierte. In einem Atemzug wurde auch Portugal auf A- herabgestuft. Die Märkte sehen scheinbar wenig Hoffnung für die Einhaltung der Sparprogramme in diesen beiden Ländern. Unterstützt wird dieser Argwohn auch dadurch, dass gerade in diesen Ländern ständige Streiks ausgerufen werden durch die Angestellten im öffentlichen Dienst. Dies könnte eine Verschärfung der Lage hervorrufen. Positiv dagegen stehen die verschiedenen Unternehmensergebnisse und das Aufhellen des Konsumklimas. In den USA ist der Index für das Verbrauchervertrauen auf den höchsten Stand seit September 2008 gestiegen. Und auch in Europa ist eine deutliche Konjunkturzuversicht zu verspüren. Insbesondere in Deutschland scheint der Verbraucher die allgemeine Wirtschaftsentwicklung positiv zu beurteilen. Sobald eine Beruhigung bei den Staatsanleihen eintreten wird, werden die Konsum- und Unternehmensdaten die Aktienmärkte wieder positiv beeinflussen. Die Indizes zeigen ein leicht angekratztes Bild. Der Dax ist zurückgefallen in Richtung seiner Unterstützungslinie von 6.050 Punkten. Sollte diese nicht halten, dürfte auch die psychologische Marke von 6.000 Punkten schnell unterschritten werden in Richtung 5.850 Punkte. Der Rückschlag im Euro Stoxx 50 fiel sehr stark aus bis zur Unterstützungslinie von 2.250 Punkten. Ein Rückschlag bis 2.400 Punkte wäre möglich. Der Dow-Jones-Index hat seine Unterstützungslinie von 11.000 Punkten knapp unterschritten.

Der Fokus der Anleger auf das Staatsanleihen-Desaster lässt zurzeit einen wichtigen Markt außer Acht. Der Aktienmarkt in Asien, der bisherige Retter und mit großen Kursgewinnen versehene Markt, zeigt nun erste ernsthafte Ermüdungserscheinungen, verursacht von der Sorge, dass es zu einem Platzen der Immobilienblase kommen könnte. Die chinesische Regierung hat bereits Schritte gegen die Immobilienspekulationen eingeleitet. Zum einen eine Reduzierung der Kreditfinanzierungsquote, zum anderen die Einführung einer Sondersteuer bei Mehrfachbesitz. Sollte es der Regierung gelingen, ein Abwenden der Blase herbeizuführen, wäre auch ein starker Absturz der Aktienkurse abgewendet. Dies wäre für die Aktieninvestoren eine wichtige Voraussetzung, um die Verunsicherung an den europäischen Aktienmärkten nicht noch weiter zu verschärfen. Die Staatenverschuldung innerhalb der Eurozone kann augenblicklich nur politisch gelöst werden.

Hier ist schnelles Handeln und nicht weiter zögerliches Kalkül gefragt. Gelingt diese Beruhigung nicht, ist ein Durchbrechen des Dax bis 5.850 Punkte durchaus möglich. Solche Gelegenheiten sind dann aber auch wieder klare Kaufsignale. Zurzeit sind nur Käufe unter Tradingaspekten vorzunehmen, ansonsten ist eine defensive Orientierung angesagt. Wir bleiben positiv für die Branchen Nahrungsmittel und Gesundheitswesen sowie einzelne Minenwerte. Bei den Einzeltiteln sehen wir Bayer, Telefonica, ADM und Barrick Gold mit Kurspotenzial.
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